1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Segen bringen, Spenden nehmen

Erstellt: Aktualisiert:

giloka_1001_Sternensinge_4c
Die Sternsinger Jannick Liedtke, Tobias Schmidt und Jannik Steppich mit Hildegard Müller erteilen bei Annemarie Rinker (hinten li.) den Segen. Foto: Jung © Jung

»Kinder stärken, Kinder schützen« lautet das diesjährige Motto der Sternsinger-Aktion. Auch im Gießener Stadtteil Lützellinden waren Caspar, Balthasar und Melchior unterwegs.

Gießen. Im vergangenen Jahr hatten die Sternsinger wegen der Corona-Pandemie Pause, jetzt waren sie wieder unterwegs. Es ist trocken und nicht zu kalt, anders als beim vergangenen Mal, wo sie bei ungemütlichem, windigem und kaltem Wetter ihre Aufgabe erfüllen mussten.

Es ist nicht viel los auf den Straßen in Lützellinden am achten Tag des neuen Jahres. Jannik Steppich, Jannick Liedtke und zum ersten Mal der erst fünfjährige Tobias Schmidt, begleitet von seiner Mutter Christine, wären auch gerne noch in den Federn geblieben, zumal sie noch Ferien haben. Doch sie zogen als Heilige Drei Könige schon um zehn Uhr morgens los. Sie gehören zur Katholischen Kirchengemeinde Hl. Familie Hüttenberg, zu der auch die Katholiken aus Lützellinden zählen. Und so sind sie aus dem Lahn-Dill-Kreis in den Gießener Stadtteil gekommen, um das Motto der diesjährigen Sternsinger-Aktion »Kinder stärken, Kinder schützen - in Indonesien und weltweit« den Menschen näherzubringen.

Koordiniert hat die Aktion wiederum Hildegard Müller. Sie stellte - wie in den Jahren zuvor - Kontakte zu den Familien her, die sich den Besuch von Caspar, Balthasar und Melchior wünschen. Für sie ist es 2023 die letzte Runde. Mit fast 90 Jahren sei es Zeit, es in jüngere Hände zu geben, lacht sie und denkt an die schönen Begegnungen in den vielen Jahren.

Jetzt waren es 25 Hausbesuche, die zu absolvieren waren. »Wir sind eine ökumenische Truppe«, stellte Sonja Steppich klar, die für den Fahrdienst zuständig und auch schon mal eingesprungen ist, wenn ein Sternsinger ausfiel. 400 Katholiken wohnen in Lützellinden, weiß Hildegard Müller, die früher lange Jahre Pfarrgemeinderatsmitglied war und heute noch als Verbindungsfrau zwischen der Kirche und den katholischen Gläubigen im Stadtteil fungiert.

In der Kirche liegt lange vor dem Dreikönigstag eine Liste aus, in die sich Gläubige, die einen Besuch der Sternsinger möchten, eintragen. Mit ihren Kronen und in edlen Gewändern, die an die Heiligen Drei Könige erinnern, die zum Jesuskind an die Krippe kamen, begannen die Sternsinger ihren Rundgang bei Familie Rinker. Jannik Steppich hat schon viel Erfahrung, er ist seit elf Jahren in dieser Funktion unterwegs und somit nicht nur an Jahren der Älteste. Es mache ihm immer wieder Spaß, sagt er. Denn es gäbe immer wieder neue Erlebnisse und Begegnungen, die für ihn interessant sind.

Die Aktion begann mit einem Aussendungsgottesdienst in Hüttenberg und dann ging es los. Sonja Steppich war wieder unterwegs mit den Kindern und Jugendlichen, bei Wind und Wetter erfüllen sie ihren Auftrag. Schnee und Glatteis gab es auch, doch in diesem Jahr ist es trocken und mild. Ein Glück für die Menschen, die sich in den Dienst einer guten Sache stellen.

Die drei tragen auf der Haustreppe ihren Spruch vor: »Hallo, ihr lieben Leute! Die Sternsinger sind bei euch heute. Als Könige sind wir bekannt und werden Caspar, Melchior und Balthasar genannt. Wir folgten, wie ihr seht, dem Stern und bringen euch von Gott, dem Herrn, den Segen aus der Heil’gen Nacht, der glücklich und lebendig macht. Euch, eurem Haus und euren Lieben sei unser Zeichen nun geschrieben.

Es kündet noch das ganze Jahr von Gottes Segen wunderbar«. Dann klebt Jannik Steppich den Nachweis über den Besuch der Sternsinger an den oberen Rand der Haustür, er ist der Größte und hat keine Schwierigkeiten, dorthin zu gelangen. »20*C+M+B+23« ist auf dem Aufkleber zu lesen. Das bedeutet die Abkürzung für die lateinischen Worte »Christus Mansionem Benedicat«, der übersetzt »Christus segne dieses Haus« bedeutet.

Vorbei sind die Zeiten, wo noch mit Kreide die Türrahmen beschriftet wurden. Doch für alle Fälle hat Sonja Steppich noch ein Stück Kreide dabei. Denn nicht überall sind die Stellen über den Türen oder Eingangsbereichen, wo der Vermerk angebracht wird, dafür geeignet und dann kommt das Kreidestück zum Einsatz. Die »20« am Anfang und die »23« am Ende stehen für die Jahreszahl 2023.

Am Ende werden die Sternsinger mit Süßigkeiten beschenkt, für Projekte des Kindermissionswerks »Die Sternsinger« nehmen sie Spenden entgegen.

Auch interessant