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Seit 70 Jahren im Einsatz für Flora und Fauna

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Vorsitzender Wolfgang Turba, hinten, ehrt Hans Eichhorn, Herbert Schnorr und Walter Schnorr (v.l.). Foto: Jung © Jung

Gießen (kg). 70 Jahre besteht die Nabu-Gruppe Lützellinden schon, hat Höhen und Tiefen erlebt. Bis zur Corona-Pandemie lief alles ungehindert, die Vereinsaktivitäten führten zu Verbesserungen im Natur- und Vogelschutz und dem Landschaftsbild in der Lützellindener Gemarkung. Doch in den vergangenen zwei Jahren kam vieles zum Erliegen. Um so mehr freute sich Vorsitzender Wolfgang Turba, die Mitglieder jetzt wieder zur Jahreshauptversammlung zu begrüßen.

In seinem Bericht ging er auf die Aktivitäten im reduzierten Vereinsbetrieb ein. Die Mitglieder wählten einen neuen Vorstand und langjährige Mitglieder wurden für ihre Zugehörigkeit geehrt.

»Mit dem heutigen Tage bildet sich in unserem Dorfe eine Gruppe des »Bundes für Vogelschutz« heißt es im Protokoll der Gründungsversammlung vom 8. März 1952. Als Gruppenleiter wählten die Anwesenden den Lehrer Wilhelm Goubeaud, informierte Versammlungsleiter Michael Borke die 20 Anwesenden. Keine großen Pläne hatten die Vereinsmitglieder im ersten Jahr des Bestehens zunächst für die Umwelt.

Eher bescheiden begannen sie mit ihrer Arbeit und sahen als vordringliche Aufgabe die Beschaffung und das Anbringen von geeigneten Nistkästen sowie die Anpflanzung von Hecken und Bäumen. Die Mitglieder sollten durch Lehrfilme und Lichtbilder geschult werden. 1,50 DM zahlten Erwachsene als Beitrag für ein Jahr, für Kinder kostete es 75 Pfennige.

Heute sind die Aufgaben und Ziele in der Satzung festgeschrieben: Der umfassende Schutz der Natur und der freilebenden Tier- und Pflanzenwelt, wobei die Schaffung und Erhaltung natürlicher Lebensräume, die Erforschung und Vermittlung ökologischer Zusammenhänge und des Natur- und Umweltschutzes besondere Bedeutung haben. Mit gezielten Maßnahmen für Fauna und Flora und der Verbreitung des Natur- und Umweltschutzgedankens durch Veranstaltungen und Veröffentlichungen will der Verein zum Erhalt der Natur und der natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen beitragen. Der Nabu Lützellinden besteht in seinem Jubiläumsjahr aus 89 Mitgliedern und 20 Mitgliedern der Vogelschutz Gründerorganisation. Der Schwerpunkt der Arbeit in den zurückliegenden zwei Jahren habe in der Vernetzung, Erhaltung und Verbesserung von unterschiedlichen Lebensräumen »in der durch Landwirtschaft deutlich geprägten Kulturlandschaft« gelegen, berichtete der Vorsitzende. Die Zahl von drei Brutpaaren des Steinkauzes, der auch in den zurückliegenden Jahren Brutvogel auf landwirtschaftlich geprägten Flächen um Lützellinden ist, bezeichnete Turba als leicht fallend. Eine Turmfalkennesthilfe wurde gebaut und am Gebäude des Gemeindesaals installiert. Der angelegte Teich litt unter akutem Wassermangel. Nur noch als Rinnsal wegen der großen Trockenheit zeigt sich die Lindbachquelle, die in Kooperation mit einigen Vereinen und der Stadt umgestaltet wurde. Dort wurde die dritte Linde als Ersatz für den nicht mehr vorhandenen Baum gepflanzt.

Wolfgang Turba wurde in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt, neuer Stellvertreter ist Nicolai Engel, Werner Lauwerth bleibt Kassierer, Winfried Stork ist neuer Schriftführer. Beisitzer sind Uwe Luh, Markus Mudrak, Jan Stiehler, Reinhold Weber und Wedelin Müller. Von den zu Ehrenden war nur ein kleiner Anteil gekommen. Zehn Jahre ist Hans Eichhorn Mitglied, 50 Jahre Walter Schnorr. Zu den Gründungsmitgliedern zählt Herbert Schnorr, der dem Verein die Treue hält und sich in der Nabu-Gruppe nach wie vor engagiert und mit Rat und Tat dem Verein zur Seite steht.

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