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Sektflaschen und Hundekotbeutel

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Proppenvoll war der Container am Ende der Müllsammelaktion des WKC und der »Naturfreunde«. Foto: Jung © Jung

Gießen (kg). Ein Herz für die Umwelt hat der Wiesecker Kanu-Club 1930 (WKC) und beweist dies schon seit vielen Jahren. Dafür gab es auch schon einige Auszeichnungen.

1980 begannen die Aktivitäten mit der Aktion »Sauberes Lahnufer« rund um das Vereinsgelände, das im Laufe der Jahre immer wiederholt wurde. Jetzt gab es die 42. Auflage des Großreinemachens, das der ehemalige Vorsitzende Bernd Kreiling ins Leben gerufen hatte. In der Vergangenheit sammelten die Beteiligten im Februar Dreck und Unrat, in diesem Jahr waren sie erst in diesen Herbsttagen unterwegs. Lange Jahre mit dabei ist der Touristenverein »Die Naturfreunde«, die ihr Vereinsgelände nur wenige Meter von der Unterkunft des WKC haben. Das war auch dieses Jahr so. Vorsitzender Hartmut Stroh ist beim Müllsammeln immer selbst dabei und sorgt dafür, dass eine ordentliche Mannschaft mit ihm durch das Gelände streift. Jetzt waren es zwölf Männer, die sich in den Dienst des Umweltschutzes stellten. Insbesondere auf dem Gelände rings um die Autobahn A 480 befördern die Vereinsmitglieder jede Menge Dreck aus der Landschaft. »Nächste Woche sieht es wieder genau so aus«, bedauert ein Teilnehmer. Mehr als ein Container voll Unrat kam bei der jüngsten Sammelaktion zusammen, die Gesamtmenge wuchs damit auf weit über 300 Kubikmeter an. Der neue Vorstand des WKC mit Alexandra Peter an der Spitze packte auch kräftig mit an. Die traditionelle Müllsammelaktion sei eine der Möglichkeiten, etwas gemeinsam zu machen und das stärke auch das Gemeinschaftsgefühl, unterstrich sie im Gespräch mit dieser Zeitung.

Erfreulich ist für sie auch, dass die Zahl der Mitglieder während der Pandemie gestiegen ist. Wassersport findet schließlich an der frischen Luft statt und Bewegung tut gut. Gemeinsame Unternehmungen seien gerade in diesen Zeiten wichtig, betont die Vorsitzende, die von einem »schweren Erbe« spricht. Doch der Zusammenhalt unter den Vereinsmitgliedern hilft ihr im neuen Amt. Es waren die üblichen Gegenstände, die die Sammelgruppen entdeckten: Viele Pfand- und Sektflaschen sammelten die 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, Spektakuläres kam auch dieses Mal - wie in den Jahren zuvor - nicht ans Tageslicht. Dafür besonderes ekliges: jede Menge Plastikbeutel mit Hundekot.

Zurück zu den Einsätzen des WKC in Sachen Umwelt: Der Verein erhielt für seinen Einsatz in der Natur den Deutschlandpokal des Christlichen Jugendwerks Deutschland (CJD), den Globus Umweltpreis 1996 sowie den Umweltpreis der Universitätsstadt Gießen 2000. Eine große Baumpflanzaktion initiierte der Verein im Jahr 2000.

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