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Selbstdarsteller

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Zum Artikel »Medizinerstreit um 2G im Handel« vom 31. Dezember: Zurzeit machen den Menschen nicht nur Krankheitserreger und machthungrige Politiker das Leben schwer. Es ist offenbar auch die Zeit egozentrischer Selbstdarsteller aus Wissenschaft und Medizin, die sich selbst in einem absolutistischen Wahrheitsanspruch wähnen und dabei den uralten Wissenschaftsgrundsatz von »These und Antithese« nachhaltig beschädigen.

Dabei tut man so, als ginge es Kritikern derzeit herrschender »Maßnahmen« darum, dass Freiheitsrechte über dem Recht auf Leben stünden. Bei Licht betrachtet geht es den Kritikern um das krasse Gegenteil: nämlich, dass die zurzeit herrschenden Maßnahmen unterm Strich das genaue Gegenteil dessen bewirken könnten, was sie vorgeben zu tun! Wer eine Diskussion auf höchster Ebene durch bewusstes Unterbinden einer wissenschaftlichen Opposition verhindert, handelt mindestens grob fahrlässig in Bezug auf Lösungsfindungen!

Ähnliche Bedeutung wie in Medizin und Wissenschaft »These und Antithese« hat in der Justiz der Rechtsgrundsatz »Höre stets auch die Gegendarstellung« (audiatur et altera pars) und die Abwägung der Verhältnismäßigkeit. Wenn nun ein Repräsentant der Ärzteschaft, wie Dr. Frank Ulrich Montgomery, wegen genau dieser juristischen Anwendung bei der Findung eines ihm nicht genehmen Urteils die betreffenden Juristen als »Richterlein« denunziert, liefert er den eigenen Berufsstand ungefragt einer geradezu beschämenden Außendarstellung aus! Dieser Arzt dürfte sich also nicht wundern wenn er künftig von Juristen als »Ärztlein« bezeichnet würde. Dr. Martin Kauer, Buseck

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