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Selten so passend und nötig wie dieses Jahr

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Die Vorbereitungsgruppe des Weltgebetstags in der Andreasgemeinde. © Czernek

Der Weltgebetstag für Frauen wurde in der Gießener Andreasgemeinde gefeiert. Dabei gedachte man auch all der Menschen, die sich derzeit weltweit auf der Flucht befinden.

Gießen (bcz). Zukunftsplan Hoffnung - selten war ein Thema des Weltgebetstags für Frauen so passend zur aktuellen politischen Lage gewählt wie in diesem Jahr. Der Weltgebetstag für Frauen bildet einen gelungenen Auftakt zum Weltfrauentag am 8. März, und das schon seit mehr als 100 Jahren. Weltweit beteiligen sich rund 120 Länder an dieser Idee und bilden am 4. März eine internationale, den Globus umspannende Gebetskette, die für den Frieden betet. So auch jetzt in der Gießener Andreasgemeinde.

Jedes Jahr gestaltet eine andere Region der Welt dieses überkonfessionelle Gebetsangebot. In diesem Jahr haben Frauen aus England, Wales und Nordirland Texte, Lieder und Gebete zusammengestellt, die in der Andreasgemeinde vorgetragen wurden. Die biblischen Textstellen wurden ergänzt durch Informationen über die drei Regionen, die den Weltgebetstag 2022 gestalteten. Für die musikalische Untermalung zeichnete wie schon die Jahre zuvor die Projektband »Weltgebetstag« verantwortlich, die sich immer nur zu diesem einen Event im Jahr zusammentut und die Lieder gefühlvoll aufbereitet und vorträgt. Das Thema des Gottesdiensts lautete ebenfalls »Zukunftsplan Hoffnung«.

Die entsprechenden Lesungen, die die einzelnen Mitglieder des Vorbereitungsteams sehr wirkungsvoll vortrugen, sind im Buch Jeremia zu finden. Dort geht es darum, dass das Königreich Juda von den Babyloniern überfallen wurde und viele Menschen aus Jerusalem ins Exil gehen mussten. Sie verloren ihr Land und sehnten sich nach ihrer Rückkehr. In dem zitierten Brief rät Gott seinem Volk, dass sie in der Fremde bauen, pflanzen und sich vermehren sollten, denn sie würden dort sehr lange Zeit bleiben.

Die Bezüge zur aktuellen Fluchtsituation aus der Ukraine und vielen anderen Ländern mussten hierbei nicht besonders betont werden, sie waren den Anwesenden allgegenwärtig. Entsprechend ruhig und in Stille klang der Gottesdienst aus, zu dem Pfarrerin Wiebke Eßbach alle zu Beginn herzlich begrüßt und eingeladen hatte. Jeder war dankbar und froh, dass das Gebet überhaupt in Präsenz stattfand, nachdem es im vergangenen Jahr pandemiebedingt nicht als Treffen gestaltet werden konnte.

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