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Smartphone statt Filiale

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Die Commerzbank Gießen bilanziert im ersten Halbjahr 2022 ein stabiles Geschäftsvolumen und baut die Digitalisierung weiter aus.

Gießen (red). »Die Commerzbank hat ihren Aufwärtstrend im ersten Halbjahr 2022 fortgesetzt und ihr operatives Ergebnis mehr als verdoppelt. Die starke Ergebnisentwicklung zeigt, dass die Strategie 2024 auch in einer Phase niedrigen Wirtschaftswachstums greift«, heißt es in einer Pressemitteilung des Geldinstituts. Demnach blickt auch die Commerzbank-Niederlassung Gießen trotz eines extrem herausfordernden Umfelds auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück.

Insgesamt sei das Geschäftsvolumen im Privat- und Unternehmerkundensegment in der Niederlassung Gießen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 4,9 Mrd. Euro stabil geblieben. Dabei habe sich der Trend zum digitalen Bankgeschäft auch nach dem Ende der Lockdowns fortgesetzt. »Die Zahl der Kunden, die aktiv unsere Banking-App nutzen, ist in Mittel- und Nordhessen um weitere 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen«, sagt René Zinser, der zukünftig das Geschäft mit vermögenden Kunden verantwortet. »Für tägliche Bankgeschäfte hat das Smartphone der Filiale den Rang abgelaufen. Immer mehr Kunden haben erkannt, wie einfach und zeitsparend Banking von unterwegs ist.«

Die Commerzbank baue aufgrund dessen ihr Angebot ständig aus. So könnten Kunden in der App jetzt zum Beispiel auch den neuen Finanzkompass nutzen, der passgenaue Vorschläge zur Finanzoptimierung ermittelt.

»Auch Wertpapiergeschäfte werden zunehmend digital erledigt«, ist Zinsers Erfahrung. 64 Prozent aller Käufe und Verkäufe erfolgten in der Niederlassung Gießen bereits online oder per Smartphone. »Die persönliche Beratung zur Geldanlage bleibt aber wichtig, insbesondere in turbulenten Zeiten wie diesen«, so Zinser, und weiter: »Neben einer kompetenten Anlageberatung zahlt sich ein gut strukturiertes Depot aus. Auch in Zeiten hoher Inflation bleiben Wertpapiere langfristig ein unverzichtbarer Teil der Vermögensanlage.« Zum Halbjahr betrug das Depotvolumen in der Niederlassung Gießen nach eigenen Angaben 1,8 Mrd. Euro.

Bei der Baufinanzierung würden die Kunden vor allem die Zinswende und hohe Immobilienpreise bewegen. »Wir beraten derzeit viele Kunden, die sich die aktuellen Zinsen sichern wollen, zu passenden Anschlussfinanzierungen oder Bausparverträgen«, sagt Zinser. Das Bestandsvolumen bei Immobilienfinanzierungen sei im ersten Halbjahr in der Niederlassung Gießen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro gestiegen.

»Grüne Baufinanzierung«

Dabei würde das Thema Nachhaltigkeit mit Blick auf die gestiegenen Energiepreise weiter an Bedeutung gewinnen. »Wir merken deutlich, dass immer mehr Kunden nachhaltig bauen oder renovieren. Dies fördern wir mit der ›grünen Baufinanzierung‹, die einen Zinsrabatt für Energieeffizienz bietet«, so Zinser.

Insgesamt werden in der Niederlassung Gießen rund 106.500 Privat- und Unternehmerkunden betreut.

Neben den Energiepreisen prägten insbesondere die anhaltenden Lieferengpässe das Firmenkundengeschäft im ersten Halbjahr. »Da verschiedenste Rohstoffe und Produkte betroffen sind, wirken sich diese auf viele Geschäftsmodelle aus«, sagt Stefan Nodewald, Niederlassungsleiter Firmenkunden in Mittel- und Nordhessen. »Dies führt dazu, dass zum Beispiel bestehende Kreditlinien stärker in Anspruch genommen werden.« Ein weiterer Finanzierungsbedarf resultiere aus dem Aufbau von Lagerkapazitäten: »Finanzierungslösungen wie Konsortialkredite oder Factoring stehen daher aktuell im Mittelstand stark im Fokus.«

Insgesamt betrage das Kreditvolumen im Geschäft mit Firmenkunden, also größeren Mittelständlern ab 15 Mio. Euro Jahresumsatz, im ersten Halbjahr in Mittel- und Nordhessen 441 Mio. Euro. Bei Unternehmerkunden bis 15 Mio. Euro Jahresumsatz beträgt das Kreditvolumen in Mittel- und Nordhessen 351 Mio. Euro.

Mittelständische Firmenkunden

Auch den mittelständischen Firmenkunden stelle die Commerzbank schrittweise neue oder erweiterte digitale Angebote zur Verfügung. »So bieten wir weitere Services wie das Anlegen und Löschen von Vollmachten oder die Beantragung von Bank- und Konditionsbestätigungen online an«, sagt Nodewald. Außerdem werde die Corporate Banking App weiter ausgebaut. Auf Basis der Auftragsübersicht könnten Firmenkunden künftig alle Aufträge von überall aus abrufen und freigeben. »Perspektivisch möchten wir unseren Kunden ermöglichen, alle alltäglichen Produktabschlüsse digital abzuwickeln«.

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