"So machen Konzerte keinen Spaß"

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GIESSEN - (bj). Nicht weniger als das "wahrscheinlich beste" Programm in der Geschichte des Gießener Kultursommers (GKS) hatten die Veranstalter um Dennis Bahl ihrem Publikum versprochen. Und tatsächlich hatten sie eine Vielzahl musikalischer Hochkaräter aus den verschiedensten Genres ans mittelhessische Land gezogen. Teenie-Schwarm Wincent Weiss war ebenso darunter wie die Piratenrocker "Santiago", die Deutschpop-Band "Silbermond" oder der Schweizer Dance-Pop-Veteran DJ Bobo.

Das Konzert von Singer/Songwriter Johannes Oerding war sogar schon seit Wochen ausverkauft - wurde aber auch als erstes wieder aus dem Programm gestrichen.

Nun folgten auch die weiteren geplanten Auftritte des Kultursommers 2021. Wie das Konzertbüro Bahl gestern in einer Pressemeldung bekannt gab, wurde das komplette Line-up ins kommende Jahr verschoben. Damit fällt das Programm wegen der seit 14 Monaten andauernden Pandemie bereits zum zweiten Mal ins Wasser. Die nächste Auflage soll nun vom 19. Juli bis zum 4. September 2022 laufen. Karten behalten ihre Gültigkeit.

"Uns blutet das Herz. So sehr haben wir gehofft, dass wir in diesem Jahr wieder gemeinsam mit Euch tanzen, lachen und feiern können", heißt es in der Mitteilung. Geplant war, dem Publikum "einen tollen Sommer auf unserem geliebten Schiffenberg" zu bereiten. Stattdessen müsse sich das Team des GKS "nun realistisch eingestehen, dass ein Kultursommer, wie wir ihn gewohnt sind und auch mit Euch gemeinsam erleben wollen, auch in diesem Sommer nicht ohne Einschränkungen, Abstriche, Testungen und sicherlich auch mit den inzwischen gewohnten Hygieneregeln stattfinden kann. Es wäre ein Kultursommer mit Standgas und angezogener Handbremse."

So mache der Kultursommer, so machten Konzerte keinen Spaß. "Nicht für Euch, nicht für uns - nicht für die Künstler und alle, die für uns brennen." Dieses Jahr stehe zwar Hoffnung auf der Agenda. Aber die Pandemie sei eben noch nicht überwunden. Gemeinsam mit den Künstlern und Agenturen sei daher beschlossen worden, erst dann wieder zusammenzukommen, "wenn wir dieses Überleben der Krise gebührend und mit zeitlichem Abstand, aber ohne Mindestabstand, wieder feiern können". Froh und dankbar zeigt sich das Team des Kultursommers über "die Solidarität innerhalb der Branche und bei den Künstlern, mit denen wir im ständigen Austausch sind". Durch die Pandemie und die entsprechenden Herausforderungen seien alle Beteiligten "enger zusammengerückt. Zugleich danken die Veranstalter den Gästen, "die uns die Treue gehalten haben und in dieser schweren Zeit unterstützt haben. So viel Solidarität rührt, und bestätigt uns in unserem Tun."

Der Ausfall der Gießener Konzertreihe reiht sich ein in eine lange Liste von mittlerweile abgesagten großen Musikspektakeln im gesamten Land. Die Festivals "Rock am Ring" am Nürburgring, "Rock im Park" in Nürnberg, "Deichbrand" und "Hurricane" in Niedersachsen, "Southside" in Neuhausen ob Eck in Baden-Württemberg, "SonneMondSterne" in Thüringen und das Schweizer "Greenfield Festival" haben ebenfalls angekündigt, nicht für die aktuelle Festivalsaison zu planen. Bleibt allen Musikfans also nur der optimistische Blick nach vorn: "Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder. Dann holen wir hoffentlich endlich alles nach!", heißt es in der Pressemitteilung des GKS-Teams.

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