1. Startseite
  2. Stadt Gießen

»Solidarisch durch die Krise!«

Erstellt:

Von: Rüdiger Schäfer

Eine Kundgebung mit Bürgeraustausch am Berliner Platz in Gießen hatte der DGB organisiert. Er wollte unter dem Eindruck steigender Kosten mit den Bürgern ins Gespräch kommen.

Gießen . Anlässlich der steigenden Kosten für Lebensmittel und Energie und der damit verbundenen extremen Belastung für viele Menschen organisierte der DGB eine Kundgebung mit Bürgeraustausch am Berliner Platz. Zentrales Ziel des Aktionstags war, mit Bürgern über ihre Ängste, Sorgen und Wünsche ins Gespräch zu kommen.

Hierzu wurden auf großflächigen Postern die Forderungen des DGB und Informationen zum Thema Inflation, Armut und den angekündigten Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung dargestellt. Ein überdimensionaler Würfel symbolisierte das »nächste Entlastungspaket«. Der Aktionstag wurde ebenfalls für die Mobilisierung zur hessenweiten Großdemo am 22. Oktober in Frankfurt genutzt.

Soziale Realität

Matthias Körner, Regionsgeschäftsführer DGB Mittelhessen wollte bei dieser Aktion ein Gefühl für die Sorgen der Bürgern erhalten. Es werde viel über die soziale Realität gesprochen. »Doch wie sieht diese aus Sicht der Menschen wirklich aus? Glauben sie an den vom Bundeskanzler angekündigten Doppel-Wumms?« Der DGB verstehe sich als wichtiger Bestandteil unserer Demokratie und verspüre eine Verantwortung, über die aktuelle Situation aufzuklären. Dies betreffe aktuell die von der Bundesregierung angekündigten Maßnahmen sowie die davon zu erwartenden tatsächlichen Entlastungswirkungen.

»Schon seit langem wird es für viele Menschen weit vor dem Monatsende knapp in der Haushaltskasse. Ein Großteil des Einkommens geht für die beheizte Wohnung drauf«, so Robin Mastronardi, Gewerkschaftssekretär DGB Mittelhessen, der den Aktionstag organisiert hatte.

»Wer wenig Geld in der Tasche hat, spürt die gestiegenen Preise doppelt und dreifach.« Nach einer Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes von 2022 sei, so der Gewerkschaftssekretär, jede sechste Person in Deutschland unmittelbar von Armut betroffen. »Das sind insgesamt fast 14 Millionen Menschen, 600 000 mehr als vor der Pandemie.

Angesichts der aktuellen Inflation rechne der DGB mit einer weiteren Verschärfung der Lage, was den sozialen Frieden ernsthaft gefährden könne. Mastronardi fordert schnelle Lösungen und Perspektiven, die vor allem niedrige und mittlere Einkommen erreichen. »Hier ist die Politik gefordert und muss sicherstellen, dass Menschen aufgrund der Energiekrise nicht ihre Wohnung verlieren oder dass ihnen Strom und Gas abgestellt werden.«

Demo in Frankfurt

Die Bundesregierung habe zwar bereits vielfältige Maßnahmen ergriffen und in den Entlastungsmaßnahmen fänden sich viele Forderungen des DGB wieder - so jüngst der Energiepreisdeckel. »Die Ausgestaltung und Balance der Maßnahmen hängt nun davon ab, ob wir uns hörbar melden«, sind sich die Gewerkschafter Körner und Mastronardi einig.

Deshalb nutzten der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften diesen Aktionstag auch, um für die hessenweite Großdemonstration am 22. Oktober ab 12 Uhr auf dem Roßmarkt in Frankfurt zu mobilisieren. Es werde eine gemeinsame Anreise aus Mittelhessen geben, ließen die beiden Gewerkschafter verlauten.

Alle Infos unter: www.mittelhessen.dgb.de.

Auch interessant