1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Spätstarter als Krimiautor

Erstellt: Aktualisiert:

giloka_1304_jcs_ArnoStro_4c
Arno Strobel bei seiner Lesung in der Gallushalle. © Schütte

Grünberg (hgt). In der Grünberger Gallushalle präsentierte die »Ovag« in der Reihe »LeseLand Gießen« eine Lesung mit dem Autor Arno Strobel, der aus seinem neuen Roman »Mörderfinder - Die Macht des Täters« las.

Arno Strobel (*1962 in Saarlouis) arbeitete bis Anfang 2014 bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg im Bereich Internet und Intranet, bevor er seit Februar 2014 nur noch als freiberuflicher Autor in Trier tätig ist. Mit dem Schreiben begann er erst im Alter von fast 40 Jahren. Bevor er in die Handlung des Buches einstieg, merkte er an, dass er in seinen Lesungen immer nur die ersten Seiten liest. Denn wenn die Zuhörer nach zehn bis 20 Minuten nicht am Buch interessiert seien, würden auch 40 Minuten nicht reichen. Er sprach auch darüber, ob man überhaupt im Schatten des Ukraine-Kriegs eine Lesung durchführen sollte. Aber man sollte es tun, um sich mit etwas anderem, zu beschäftigen.

Eigentlich hätte er in der Coronazeit Bücher schreiben können, doch habe er es nicht geschafft, seine Gedanken über all den anstehenden Problemen loszuwerden. Es wurde eine schlimme Zeit für Strobel, das Schreiben gelang ihm nicht und er hatte Angst davor, nicht mehr schreiben zu können. Da kam er auf die Idee, Kurzgeschichten über Corona zu schreiben, um die Pandemie lächerlich zu machen. Vor eineinhalb Wochen hat er seine erste Lesung auch mit einer Kurzgeschichte unter dem Titel »Karl Friedhelm sucht die Freiheit« gehalten. Darin will sich ein Paar aus der Quarantäne in seinem Haus befreien, Fenster und Haustür werden von davorgenagelten Holzlatten befreit. Doch seine Frau hat es so eilig aus dem Haus zu kommen, dass sie von einem Corona-Polizisten aus einer Hecke heraus tödlich getroffen wird. Der Mann konstatiert, morgen habe ich die wirkliche Freiheit.

Auf die Frage, warum so viele Frauen in Krimilesungen kommen, auch in der Gallushalle waren sie wieder in der Mehrheit, stellte er fest, dass sie viel mehr Lesen als Männer. Doch gebe es auch Ausnahmen. Als er mit dem Schreiben angefangen hat, wollte er eigentlich keine Serien schreiben und hat sich mit dem Ermittler Max Bischoff vom Verlag zu einer Trilogie überreden lassen.

Den ersten Krimi in dieser Reihe mit dem Ermittler Max Bischoff hat er 2021 unter dem Titel »Mörderfinder - Die Spur der Mädchen« herausgebracht. Mit dem zweiten in diesem Jahr erschienen Buch unter dem Titel »Mörderfinder - Die Macht des Täters« ist eine Ermittlung mit Grenzerfahrung für den erfahrenen Ermittler verbunden. Als begnadeter Fallanalytiker, von seinem Kollegen Horst Böhmer »Bulle« genannt, um Rat gebeten, stößt Bischoff bei seinem zweiten Fall auf einige rätselhafte Komplikationen. Die 42-jährige Ex-Kollegin Katharina Baumann bittet Max um Hilfe. Ihr 22 Jahre alter Neffe wurde des Mordes an einer jungen Frau beschuldigt, die mit zahlreichen Messerstichen getötet wurde, und sich daraufhin das Leben nimmt. Da stellt sich die Frage, war es ein Schuldeingeständnis oder die Tat eines Verzweifelten? Und dann gibt es auch noch Verbindungen zu weiteren Mordfällen. Bei jeder Tat hinterlässt der Täter die Nachricht »Das ist der Anfang, ihr fasst mich nicht«. Dem Fallanalytiker fällt es schwer in den Kopf des Mörders zu schauen und man beobachtet an ihm, dass er bei Ansprachen oft unkonzentriert ist und Nachfragen stellt, die man von ihm nicht gewohnt ist.

Dies war die letzte Lesung im Rahmen des Grünberger Bücherfrühlings in Zusammenarbeit mit dem Barfüßer-Förderkreis Kultur und der Buchhandlung Reinhard, an deren Stand man diesen und einige andere Krimis des Autors gleich erwerben konnte.

Auch interessant