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Spaß, Interaktion und Teilhabe

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Beeindruckt waren die Gäste bei der Vorstellung des Caretable im Awo-Heim. Foto: Jung © Jung

Ein Tablet in fünffachem XXL-Format, der »Caretable«, bietet Bewohnern und Besuchern des Albert-Osswald-Hauses in Gießen viele Beschäftigungsmöglichkeiten.

Gießen. Es steckt viel Technik in dem großen Gerät, das jetzt in der Cafeteria im »Albert-Osswald-Haus« den staunenden Gäste vorgestellt wurde. Ilona Roth und Peter Wolf, Mitglieder des Stiftungsrats der gemeinnützigen Stiftung der Sparkasse Gießen, ließen es sich nicht nehmen, den digitalen Tisch, als »Caretable« bezeichnet, gleich selbst auszuprobieren.

Es galt, die hüpfenden, lärmenden Figuren auf dem Touchscreen einzufangen. Wolf und seine Kollegin sausten flink mit den Fingern über den Bildschirm. Schließlich hat die Sparkassenstiftung einen hohen Beitrag zur Anschaffung des Gerätes, das ungeahnte Einsatzmöglichkeiten bietet, geleistet. Der Awo-Ortsverein Gießen, der bei der Übergabe durch Wolfgang Bellof vertreten war, steuerte ebenfalls Geld bei. Digitales Schnibbeln für einen bunten Obstsalat, ist eine Möglichkeit, das Gerät zu nutzen. In dem funktionalen Tisch ist ein Touchdisplay eingelassen, das auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgelegt ist. So ist es möglich, am Caretable zu sitzen, um gemeinsam Bingo, Dame oder Mensch ärgere dich nicht zu spielen. Allerdings ist er auch in der Lage, interaktive Spielerfahrungen zu vermitteln. Der große robuste Bildschirm informiert auch über Neues aus der Region, die beiden Gießener Tageszeitungen kann man darauf hervorragend lesen. Auch Kopfrechnen kann man mit Caretable trainieren, auch bietet das Gerät ein Geräuschmemory mit Hörschnipseln von Flugzeugen, Tieren und oder Alltäglichem.

Awo-Geschäftsführer Jens Dapper freut sich: »Der Tisch steht für Spaß, Interaktion und soziale Teilhabe«. 2019 ist die neueste Errungenschaft in Dessau entwickelt worden, erläuterte er. Sie verfügt auch über digitale Instrumente, die Nutzer können gemeinsam musizieren und sich die Noten anzeigen lassen. Bei einem Geräusche-Quiz sollen die Senioren Laute wie ein Meckern dem richtigen Tier zuordnen. Hier haben die Bewohner des Albert-Osswald-Hauses freilich einen Heimvorteil, befindet sich doch ein eigener Ziegengarten auf dem Gelände, der mit dem hessischen Engagementspreis ausgezeichnet wurde. Ob es denn eine Hürde für die Senioren darstelle, wollte Peter Wolf wissen. Nein, aus Erfahrungen mit dem Einsatz in Lollar habe man Positives erlebt, berichtete Dapper. Seit April dieses Jahres ist der Caretable dort aufgestellt und wird gut angenommen. Die Einrichtung in Wißmar verfügt seit August über den digitalen Helfer. Jetzt geht er erst mal von Station zu Station, damit ihn möglichst viele Bewohner kennenlernen und Spaß bei der Anwendung haben.

Wie ein Tablet im fünffachen XXL-Format muss man sich den Caretable vorstellen, er ist rund ein Meter mal 60 Zentimeter groß und kann in verschiedene Positionen eingestellt werden, sodass die Einsatzzwecke fast unerschöpflich sind. Laura Gotthardt, Assistenz der Geschäftsführung der Awo, stellte die Programme des Caretable ausführlich vor.

Die Bewohneranzahl im Albert-Osswald-Haus ist mit 205 Pflegeplätzen deutlich höher als in den anderen Einrichtungen, deshalb soll das Gerät dort erst einmal von Station zu Station wandern. Und es kann auch von anderen Menschen benutzt werden: Wenn die Enkel zu Besuch kommen und ihnen langweilig wird, dürfen sie sich dransetzen, spielen oder sich Informationen abrufen.

Auch in der Pflege werde der Caretable unterstützend wirken, vermutet Jutta Deibel-Schmidt, Abteilungsleiterin der sozialen Betreuung des Hauses. Wer zum Beispiel Entspannung sucht, kann sich auf dem Caretable Meeresrauschen einstellen oder einen Waldspaziergang mit der passenden Musik unternehmen.

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