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Spezialisten singen die Titelpartien

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Gießen (red). Richard Wagners »Tristan und Isolde« feiert am Sonntag, 23. Januar, um 16 Uhr Premiere im Großen Haus des Stadttheaters. Das Werk gilt als Inbegriff des hochromantischen Musikdramas. Am Sonntag sowie noch einmal am 6. Februar ist dieser Meilenstein der Operngeschichte als konzertante Aufführung zu erleben. Am Pult des Philharmonischen Orchesters Gießen steht GMD Florian Ludwig, der Herrenchor des Stadttheaters singt unter der Leitung von Jan Hoffmann.

Tristan geleitet Isolde als Braut zu seinem König Marke - doch durch einen Zaubertrank verlieben die beiden sich unterwegs unsterblich ineinander. Wie die Macht ihrer Liebe das Paar Grenzen überschreiten lässt, so übersteigen die Anforderungen an den Sopran und den Tenor der beiden Titelpartien, was Länge, musikalische und darstellerische Fähigkeiten angeht, das übliche Maß bei weitem. Mit einem großen Symphonieorchester nebst Bühnenmusik erweiterte Wagner in diesem Monumentalwerk die Grenzen des Gefühlsausdrucks in der Musik und stieß zudem mit formaler und harmonischer Kühnheit die Tore ins 20. Jahrhundert auf.

Mit Edith Haller und Heiko Börner werden die Titelpartien von zwei namhaften Spezialisten für das Wagner-Repertoire gesungen, kündigt das Stadttheater an. Haller gastierte mehrfach bei den Bayreuther Festspielen, Börner konzentriert sich maßgeblich auf das Heldentenorfach, darunter Interpretationen des Tristan. Ilkka Vihavainen, lange Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein, gibt sein Rollendebüt als Marke. Und auch Grga Peroš, Ensemblemitglied am Stadttheater, gibt mit der Partie des Kurwenal ein wichtiges Rollendebüt. In weiteren Rollen sind Michaela Selinger, Andreas Karasiak, Yoseph Park und Josua Bernbeck zu erleben.

Zudem meldet das Stadttheater, dass die Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein den Dr.-Otto-Kasten-Förderpreis 2021 an gleich fünf im Lockdown entstandene Projekte herausragender jüngerer Theaterschaffender vergeben hat: an vier digitale Arbeiten sowie einen analog-poetischen Austausch zwischen künstlerischem Team und Publikum.

Förderpreis wird fünfmal vergeben

Der Förderpreis wird im Zweijahresrhythmus an Künstler aller Sparten vergeben und ist mit insgesamt 10000 dotiert. Geschäftsführerin der Dr. Otto Kasten-Preis Stiftung ist Cathérine Miville, die Intendantin des Gießener Stadttheaters.

Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr Regisseurin Sapir Heller und Dramaturgin Lena Wontorra (Mannheim), Regisseurin Franziska Angerer (Darmstadt) die Performance-Gruppe pulk fiktion (Köln), die Performerin Jana Zöll (Leipzig) sowie die Online-Inszenierung »Wir sind noch einmal davongekommen« des Studiengangs Schauspiel der Theaterakademie August Everding (München). Bei der vergangenen Verleihung ging der Preis 2019 an den Fernwalder Kulturvermittler Behzad Borhani.

Die Preisverleihung 2021 soll im Juni im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins in Oldenburg stattfinden.

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