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Unter Hessens Besten: Elke Ehlen und Rainer Schwarz (links) überreichten unter anderem Urkunden an: (v.l.): Tobias Nickel, Johannes Julius Weiß, Mark Augustin und Christofer Deines.

Spitzenleistungen erzielt

Gießen. Hessenweit haben 22 000 Frauen und Männer in diesem Jahr ihre Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen. 96 von ihnen sind die besten in ihrem jeweiligen Ausbildungsberuf geworden. Darunter neun junge Leute aus dem IHK-Bezirk Gießen-Friedberg. Im Rahmen der Ausbildungsplatz-Pressekonferenz übergab IHK-Präsident Rainer Schwarz gemeinsam mit der Leiterin des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung, Elke Ehlen, Urkunden und Gutscheine an die Landesbesten.

»Sie sind der beste Beweis dafür, dass auch in der beruflichen Bildung Spitzenleistungen erzielt werden können«, unterstrich Schwarz. »Mit den besten Abschlussprüfungen des Landes sind Sie ein leuchtendes Vorbild für alle jungen Menschen, die in eine duale Ausbildung starten.« Zwei von ihnen - Lukas Stolz und Erik Michael Szabo - ist es darüber hinaus gelungen, ihre Prüfungen als Bundesbeste abzulegen.

Da die festliche Bundesbesten-Ehrung in Berlin in diesem Jahr Corona-bedingt ausfällt, wurden die Urkunden und Pokale dieses Mal ebenfalls von der IHK Gießen-Friedberg überreicht. Lukas Stolz hat seine Ausbildung zum Aufbereitungsmechaniker Fachrichtung Naturstein bei der Johannes Nickel GmbH & Co. KG in Nidda mit großem Erfolg abgeschlossen. Erik Michael Szabo hat seine Prüfung mit ebenso gutem Ergebnis nach einer Ausbildung als Verfahrensmechaniker bei der Rinn Beton- und Naturstein GmbH & Co. KG in Heuchelheim beendet.

Als Landesbeste wurden darüber hinaus Lena Stamm, Bauzeichnerin, Büro für Architektur und Denkmalpflege in Büdingen; Laura-Sophie Stasche, Textil- und Modeschneiderin, CWS Supply GmbH in Lauterbach; Tobias Nickel, Drogist, dm-Drogerie Markt Bad Nauheim; Christofer Deines, Elektroanlagenmonteur, ZAUG gGmbH Gießen; Mark Augustin, Fachkraft für Metalltechnik Fachrichtung Zerspanungstechnik, Jugendwerkstatt Gießen gGmbH; Johannes Julius Weiß, Fachkraft für Veranstaltungstechnik, satis&fy AG in Karben sowie Daniel Kremer, Industriekeramiker Anlagentechnik, Schunk Carbon Processing GmbH in Heuchelheim ausgezeichnet.

»Um eine Ausbildung in Zeiten der Krise erfolgreich abzuschließen, braucht es Mut, Engagement und Durchsetzungsvermögen«, lobte der IHK-Präsident. Vor dem Hintergrund der Pandemie seien die aktuellen Ausbildungszahlen nicht schlecht. Zum Stichtag 30. September 2021 konnten im Bezirk der IHK Gießen-Friedberg endgültig 1978 neue Ausbildungsverträge verzeichnet werden - nur 1,1 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

»Im Vergleich zum hessenweiten Rückgang von zwei Prozent stehen wir also in unserem Bezirk deutlich besser da«, betonte er. Die Corona-Pandemie stelle nicht nur für den Arbeits-, sondern auch für den Ausbildungsmarkt eine gewaltige Herausforderung dar. »Nach 15 Jahren stetigen Anstiegs von Ausbildungsverträgen - 2018 wurde sogar das beste Ergebnis seit Beginn unserer Aufzeichnungen erzielt - gibt uns dies einen leichten Dämpfer.«

Die duale Ausbildung habe sich auch in der Krise bewährt. So sei es weder zu einem Anstieg des Anteils vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge noch zu einem Absinken der Erfolgsquote bei den Abschlussprüfungen gekommen. An dieser Stelle dankte Schwarz den Ausbilder(innen), den Berufsschullehrer(innen) sowie den ehrenamtlichen Prüfern(innen) der IHK.

Leider habe die Pandemie die Schere zwischen Angebot und Nachfrage weiter verstärkt. Zum einen weil die klassische Berufsorientierung in Form von Praktika fehle, zum anderen hätten die Auswirkungen von Corona zu einer tiefgreifenden Verunsicherung im Hinblick auf Bildungs- und Beschäftigungschancen geführt. Hinzu käme, dass Betriebe, die nicht in den Top-Ten-Berufen ausbilden würden, verstärkt Probleme hätten, ihre offenen Stellen zu besetzen. Trotz relativ hoher Verluste - minus 28 Verträge im Vergleich zum Vorjahr - läge der Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau im Einzelhandel mit 228 Abschlüssen immer noch klar auf Platz eins in der Hitliste der Top-Ten-Ausbildungsberufe. Mit einem Zuwachs von fünf auf 182 Verträge habe der Verkäufer/Verkäuferin den Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau für Büromanagement, der von 179 auf 180 Verträge angestiegen ist, auf Platz drei verwiesen.

Auf den Folgeplätzen befänden sich der Kaufmann/Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement Fachrichtung Großhandel, der Industriekaufmann/Industriekauffrau, die Fachkraft für Lagerlogistik, der Fachinformatiker/Fachinformatikerin Fachrichtung Systemintegration, der Bankkaufmann/Bankkauffrau, der Industriemechaniker/Industriemechanikerin und Fachlagerist/Fachlageristin.

»Unsere aktuellen Ausbildungszahlen werden langfristig gesehen nicht reichen, um dem Fachkräftemangel, der leider in einigen Berufen schon Realität geworden ist, zu bewältigen«, bedauerte Rainer Schwarz. Ziel soll es nun sein, Jugendlichen die Vorzüge einer dualen Ausbildung aufzuzeigen. Zur zeitgemäßen Ansprache junger Menschen unterstützen die hessischen IHKs unter anderem das Projekt »Mach’s wie wir«, in dem Azubis ihre Ausbildungsplätze vorstellen oder das Online-Portal »Berufenavi«, das helfen soll, bei über 300 dualen Ausbildungsberufen den Überblick zu behalten.

Vielfältige Möglichkeiten, um mit Betrieben in Kontakt zu treten, bietet auch die virtuelle Ausbildungsmesse der IHK Gießen-Friedberg (www.ihk-ausbildungsmesse.de), die bis Dezember 2022 rund um die Uhr geöffnet ist, das »Azubi-Speed-Dating«, das am 17. März 2022 in der Gießener Kongresshalle geplant ist sowie das neue Pilotprojekt »Ausbildungsbotschafter Gießen«. Die erfolgreiche Präsenzmesse »Berufswegekompass« soll am 21. September in Friedberg stattfinden.

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