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Sport, Kultur und alte Eichen

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Der Alte Friedhof ist Ruhestätte für viele Persönlichkeiten der Stadt. © Gießen Marketing

Erstsemester aufgepasst: Warum nicht die »neue Heimat« zu Fuß erkunden und kennenlernen? Die Gießen Marketing bietet eine Interessante Stadtwanderung über Campus und Kunstweg an.

Gießen (red). Das Sommersemester startet - endlich wieder in Präsenz. Viele Studienanfänger sind in der Stadt und eine gute Möglichkeit, Gießen besser kennenzulernen, ist für sie und andere Interessierte ein »Stadtspaziergang«. Die Gießen Marketing GmbH stellt eine rund 7,2 km lange, facettenreiche Wanderung durch die (Innen-)Stadt vor. Sie führt vom Ludwigsplatz über die Campusbereiche Philosophikum I und II mit dem Gießener Kunstweg, am Rande des Campusbereichs Recht und Wirtschaft vorbei zur Luther-eiche und dem Alten Friedhof zurück zum Ausgangspunkt am Dachcafé-Hochhaus.

Gießener Kunstweg

Vor dem imposanten 13-geschossigen Hochhaus, das den Ludwigsplatz prägt und das höchstgelegene Restaurant der Stadt, das Dachcafé, beherbergt, startet die Stadtwanderung. Vom Ludwigsplatz aus geht es die Gartenstraße entlang und dann rechts ein kurzes Stück den Nahrungsberg hinunter. Nach dem Einbiegen in die Alfred-Bock-Straße nimmt man die Unterführung Richtung Altenfeldsweg, hält sich rechts und biegt nach wenigen Metern links in den Fuß- und Radweg entlang des Klingelbachs ein. Rechter Hand kann man durch das Geäst einen Blick auf den Sportplatz des MTV 1846 Gießen werfen, dem größten Sportverein der Stadt. Auf den Plätzen trainieren unter anderem die American Football-Mannschaften der Gießen Golden Dragons. Neben klassischen Sportarten wie Fußball, Leichtathletik und Turnen gibt es hier sogar Mannschaften für Quidditch und Ultimate Frisbee.

Auf Höhe der Mensa der Justus-Liebig-Universität (JLU) am Philosophikum I erscheint bald die erste Skulptur des Gießener Kunstweges. Es ist die »Erhöhte Abstufung« von Claus Bury, die vor rund zwei Jahren von ihrem Ursprungsort an der Rathenaustraße wegen der derzeit laufenden, umfassenden Umbaumaßnahmen der Universität, im Beisein des Künstlers an den Anfangspunkt des Kunstweges versetzt wurde. Der Kunstweg, der mit 15 Skulpturen die beiden Campusbereiche Philosophikum I und II verbindet, ist eine Gießener Besonderheit. Die gezielte Planung geschah vor genau 40 Jahren auf Initiative des Kunsthistorikers Prof. Dr. Gottfried Boehm. Der Gießener Kunstweg versteht sich als Experimentierfeld, auf dem unterschiedliche Skulpturauf-fassungen erfahrbar werden. Fast alle Skulpturen sind im Außenbereich frei zugänglich. Zwei Werke sind allerdings in der Universitätsbibliothek untergebracht und können zu den Öffnungszeiten betrachtet werden.

Einzig das jüngste Kunstwerk »Die Marken« von Norbert Radermacher, das normalerweise seit 2004 vor dem Audimax betrachtet werden kann, ist derzeit nicht zu besichtigen. »Wenn die Umbaumaßnahmen am Audimax abgeschlossen sind, werden wir die 16 Bronzeplaketten wieder am Ursprungsort platzieren«, sagte Alissa Theiß, Sammlungskoordinatorin der JLU. Sie verweist außerdem auf eine interaktive Storymap zum Kunstweg, die vor einem Jahr von drei Studierenden des Studiengangs Fachjournalistik Geschichte entwickelt wurde. Sie ist in Suchmaschinen unter den Stichworten Kunstweg und Storymap auf der Seite der JLU zu finden und kann mit dem Smartphone gestartet werden. Den Kunstweg entlang geht es weiter bis zum Schlusspunkt, der von der »Religiösen Figur« von Karl Bobek gebildet wird. Dann wird eine Kehrtwende zurück zur Rathenaustraße gemacht, die bereits Richtung Philosophikum II überquert wurde.

Historischer Campus

Dort führt der Weg an der Großbaustelle der Universitätsbibliothek vorbei (hier entsteht unter anderem das neue Universitätsarchiv und der Neubau der Zentralbibliothek) und am Alten Steinbacher Weg entlang. Dort erreicht der Spaziergänger schließlich den Campusbereich Recht und Wirtschaft mit seinem denkmalgeschütztem Gebäudeensemble aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Direkt dahinter, auf einer Anhöhe zwischen Campus und Kindergarten Lutherberg, kann man der imposanten Luthereiche einen Besuch abstatten. Diese wurde im Jahr 1817 zu Ehren des Reformators gepflanzt. Nur wenige Meter weiter befindet sich eine weitere Eiche, die zum Gedenken an den Dichter Friedrich Schiller gesetzt wurde. Dem Fußweg und den breiten Treppenstufen folgend stößt man auf die Licher Straße.

Hier hält man sich links und erreicht alsbald den Alten Friedhof. Die große, parkähnliche Anlage mit ihren historischen Gräbern und altem Baumbestand beherbergt unter anderem das Grab von Wilhelm-Conrad Röntgen. Der Entdecker der nach ihm benannten X-Strahlen trat im Jahr 1879 eine ordentliche Professur an der Universität Gießen an. Nach biografischen Stationen in Würzburg und München wurde er auf eigenen Wunsch 1923 in Gießen beerdigt.

Nach dem Spaziergang über den Friedhof geht man die Licher Straße weiter stadteinwärts und gelangt so zurück an den Ausgangspunkt Ludwigsplatz und Dachcafé.

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Die »Religiöse Figur« von Karl Bobek auf dem Kunstweg. © Red
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Die Luthereiche. © Red

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