1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Staatssekretär besucht interkulturelle Ambulanz

Erstellt:

Von: Thomas Wißner

giloka_0611_jcs_Klinikum_4c_1
Dr. Yasar Bilgin, Mathias Brumhard, Staatssekretär Prof. Ewald Franke, Dekan Prof. Wolfgang Weidner und Prof. Dieter Körholz (v.l.). Foto: Wißner © Wißner

Prof. Ewald Franke, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, war der Einladung der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung mit Vorsitzendem Dr. Yasar Bilgin gefolgt.

Gießen . Hoher Besuch im Gießener Uniklinikum. Prof. Ewald Franke (SPD), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, war einer Einladung der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung mit Vorsitzendem Dr. Yasar Bilgin gefolgt, um sich über die Interkulturell-medizinische Ambulanz zu informieren.

Insgesamt 13 Krankenhäuser hatte der Gast aus Berlin in den vorausgegangenen drei Tagen in Mittelhessen besucht und verriet unmittelbar nach der Begrüßung durch Bilgin im Gespräch mit Prof. Dieter Körholz (Studiendekan des Fachbereichs Medizin), Prof. Wolfgang Weidner (Dekan des Fachbereichs Medizin), Prof. Michael Kramer (Vizepräsident für Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der JLU), dem Ärztlichen Direktor Prof. Andreas Böning und Matthias Brumhard (Ethikbeauftragter am Uniklinikum Gießen-Marburg), dass er zu Gießen einen direkten Bezug habe und hier einst sein erstes Staatsexamen ablegte - nach einem Wechsel von der Philipps-Universität in Marburg.

Und in Gießen hatte er an der Uni beim Studium auch eine erste Begegnung mit dem heutigen Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier (SPD). Welche Note der ihm »verpasste« verriet Franke unumwunden, und berichtete über seine aktuelle Arbeit in Berlin, wo es auch darum ging, »meinen Minister (Gesundheitsminister Karl Lauterbach) an die pragmatischen Dinge heranzuführen«. Über das Gießener Pilotprojekt hatte er sich bereits im Vorfeld im Internet informiert und war voll des Lobes über die hier praktizierte Arbeit. Auf diese ging Bilgin ein, geht es doch um eine Verbesserung der medizinischen Versorgung von Migranten im Krankenhausbetrieb.

Dabei werden drei methodische Wege beschritten. Bereits der Zugang zum Krankenhaus erfolgt über ein kultursensibel arbeitendes Portal, das sowohl für den eigenständigen Weg zum Krankenhaus, wie für Überweisungen in Anspruch genommen wird. Das Portal übernimmt die Aufgabe, den ärztlichen Erstkontakt fachgerecht und optimal an die entsprechenden Abteilungen weiterzuleiten, sodass kein Zeitverlust entsteht und die Wege der Patienten optimiert werden. Ferner dient das Portal auch für aufgenommene Patienten als Ansprechpartner und ist speziell für alle Belange von kulturellen Besonderheiten und Fragen zuständig.

Dabei gehe es auch darum, dass Interkulturalität zum Standard für alle Mitarbeiter des Klinikums, vom Arzt bis zur Pflegekraft aber auch für nichtärztliche Angestellte in der Aufnahme sowie für alle Verwaltungskräfte, die durch die interkulturellen Teams auch Kontakt zu Migranten haben, wird. Hierzu werden neben Schulungen des Krankenhauspersonals zum Thema Interkulturalität zur Steigerung der Wissenskompetenz vor allem Seminare mit Übungen angeboten.

Damit diese angenommen werden, sei es wichtig, die Stationsleiter in die Organisation der Schulungen und deren Umsetzung im Team miteinzubeziehen. Sowohl für Patienten als auch für das Klinikpersonal und für Institutionen gibt es Angebote.

Anlaufstelle im Erdgeschoss

Die im Erdgeschoss angesiedelte »Interkulturell-medizinische Ambulanz« soll Kontaktstelle, Begleiter und Helfer »für Menschen mit Migrationshintergrund« sein. Patienten werden dort auf Ärzte treffen, die etwa Türkisch, Aramäisch, Arabisch oder Englisch sprechen. Die Mediziner werden sie dann direkt ambulant behandeln oder weiterleiten. Rat können hier aber auch stationär aufgenommene Kranke und deren Angehörige suchen.

Auch interessant