1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Stadion wird Spendentüte

Erstellt: Aktualisiert:

giloka_2206_spendenlauf__4c_1
Pfarrerin Iris Hartings läuft an der Zählstation vorbei, wo ihr eine weitere Runde gut geschrieben wird. Im Hintergrund Stadtjugendpfarrer Alexander Klein, der ganz nebenbei einen Halbmarathon absolviert. Foto: Mehl © Mehl

Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Gießen Nord und die Junge Kirche hatten mit der TSG Wieseck zu einem Sponsorenlauf geladen: 7000 Euro für die Tafel Gießen sind das Ergebnis.

Gießen. Vorne auf dem Sportplatz bestritten Jugendmannschaften ein Fußballturnier. In der Halle maßen junge Judoka ihre Kräfte. Doch im Stadion auf dem Wiesecker Sportgelände ließ sich niemand stören. Bei musikalischer Beschallung vor allem für das junge Klientel absolvierten zahlreiche Läuferinnen und Läufer ihre Runden auf der 400 Meter-Bahn. Wie angesichts der heißen Temperaturen anzunehmen war, nicht nur für das eigene Plaisir, sondern für einen guten Zweck. Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Gießen Nord und die Junge Kirche Gießen hatten in Zusammenarbeit mit der TSG Wieseck zu einem Sponsorenlauf zugunsten der Gießener Tafel geladen. »Wir haben schon an die 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer«, freute sich Stadtjugendpfarrer Alexander Klein, während die Veranstaltung auf dem Sportgelände an der Wieseck noch lief.

Während Klein nebenbei noch einen Halbmarathon abspulte (und dafür 52 Runden auf der Bahn absolvieren musste), hatten sich die anderen Starterinnen und Starter jeweils einen Sponsor gesucht, der für jede gelaufene (oder gegangene) Runde einen bestimmten Obolus abdrückte. Natürlich war es möglich, sich selbst zu sponsern. Der gesamte Erlös ging an die zuletzt gebeutelte Tafel. Nach der ersten Zählung wurden so bei 1078 Runden und 431,2 Kilometern 6825,50 Euro erlaufen. Mit weiteren Spenden sowie den Einnahmen aus dem Getränke- und Essensverkauf darf sich die Tafel über deutlich über 7000 Euro freuen.

Die Idee habe Julia Eyre aus dem Kirchenvorstand gehabt, erläuterte Pfarrerin Iris Hartings. »Pray with my feet«, habe diese als Devise ausgegeben, mit den Füßen zu beten. Was dann eine große Teilnehmerschar in die Realität umsetzen wollte.

Martha Hartig war mit 82 Jahren dabei. »Ich habe zweimal sechs Runden gelaufen«, erzählte sie mit einem gewissen Stolz. Die jüngste Teilnehmerin war ein Jahr alt. Johanna Kalbhenn zählte mit ihren sieben Jahren mit zu den Jüngsten, 30 Runden waren ihr Ziel. Dafür nutzte sie immer wieder Wasser aus den am Laufbahnrand aufgestellten Eimern als Abkühlung und ließ sich gerne von einigen lautstark anspornenden Zuschauerinnen motivieren. »Das macht extrem Spaß«, sagte sie zwischendurch an der Zählstation mit einem Strahlen.

Sehr zufrieden war Iris Hartings mit ihren zum Zeitpunkt des Gesprächs notierten 30 Runden. »Ich will noch ein paar laufen«, kündigte sie an. Dabei hatte sie sich seit Jahren nicht mehr läuferisch betätigt. »Vor der Geburt meiner drei Kinder bin ich gelaufen«, blickte sie weit zurück, »aber meistens nur so um die zehn Kilometer«. Die vergangenen zwei Monate habe sie ein bisschen trainiert. Zusätzliche Motivation für sie war, dass das gesamte Pfarrerteam von Gießen Nord an den Start ging. Neben Hartings sammelten auch Caroline Kalbhenn, Astrid Prinz und David Jumel fleißig Runden. Die drei Ruhe-Inseln mit Liegestühlen blieben nicht nur von ihnen überwiegend ungenutzt.

Eröffnet worden war die Veranstaltung mit einem Gottesdienst im Wiesecker Stadion von Iris Hartings und Alexander Klein. Im Zentrum stand der Satz aus Matthäus 25,40: »Was ihr für einen meiner Brüder oder eine meiner Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan.« Sie seien aufgefordert »Kirche mit und für andere zu sein, gerade für die, die gerne übersehen werden und die auf unsere Hilfe angewiesen sind«, begründete der Stadtjugendpfarrer den Spendenlauf.

Auch interessant