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Stadt und DRK ziehen zusammen

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Wie das Gelände aufgeteilt wird und was mit den bestehenden Gebäuden passiert, muss noch geklärt werden. © Docter

Ein Neun-Hektar-Areal in der Heuchelheimer Straße in Gießen soll die gemeinsame Heimat von Einrichtungen wie Stadtgärtnerei und Stadtreinigung sowie einer Rettungswache werden.

Gießen . Täglich sind hier in beiden Fahrtrichtungen Tausende Autofahrer und auch viele Radler unterwegs. Meist ohne das Gelände entlang der Heuchelheimer Straße, das östlich von der Bundesstraße 429 und nördlich von der Paul-Zipp-Straße begrenzt wird, groß eines Blickes zu würdigen. Aus diesem Dornröschenschlaf wird die ungefähr neun Hektar große Fläche, die bislang vom städtischen Garten- und Friedhofsamt genutzt wird, nun herausgeholt. »Gartenbau-Areal« lautet der schlichte Name des Bebauungsplans, für dessen Aufstellung der Magistrat jetzt den Einleitungsbeschluss konzipiert hat. Künftig sollen hier auch die Stadtgärtnerei, große Teile des Fuhrparks des Stadtreinigungs- und Fuhramts sowie eine Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) beheimatet sein. Das Ganze muss noch im Bauausschuss behandelt und von der Stadtverordnetenversammlung abgesegnet werden.

Stadtgärtnerei aus Steinberger Weg hierhin verlagern

»Wir stehen ganz am Anfang«, machte Stadträtin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) deutlich, als sie das Projekt bei der Magistratspressekonferenz am Dienstag erstmals öffentlich vorstellte. So sei neben anderem noch abzuklären, wie das Gelände für die einzelnen Nutzer aufgeteilt wird, was mit den bestehenden Gebäuden und Hallen geschieht und wie es verkehrlich erschlossen wird. Letzteres dürfte vor allem für das DRK eine wichtige Rolle spielen, schließlich sollen die Einsatzfahrzeuge des Rettungsdienstes Mittelhessen die bestmögliche Anbindung an die umliegenden Straßen haben. Wie Weigel-Greilich weiter berichtete, sei das DRK auf die Stadt zugekommen, nachdem dessen Verhandlungen über einen Standort der Rettungswache auf der Fläche des früheren Karstadt-Schnäppchenmarktes in der Rodheimer Straße nicht von Erfolg gekrönt waren.

Die Stadt will den jahrzehntelangen Standort der Stadtgärtnerei im Steinberger Weg aufgeben und diesen Bereich in die Heuchelheimer Straße verlagern. Was mit der dann frei werdenden Fläche im Steinberger Weg, die sich in städtischem Eigentum befindet, künftig passieren soll, dafür gebe es derzeit noch keine Pläne, ließ die Kommunalpolitikerin wissen. Die Verkleinerung der Stadtgärtnerei und deren örtliche Zusammenführung mit dem Stadtreinigungs- und Fuhramt seien schon länger im Gespräch. Wie groß der Anteil des Fuhrparks sein wird, der vom Hauptstandort des Amtes in der Schlachthofstraße in die Heuchelheimer Straße umzieht, ist ebenfalls noch zu klären.

Fuß- und Radweg verbreitern und Biomasse nutzen

»Wir werden mit Offenheit alles prüfen«, sagte Weigel-Greilich und meinte damit auch die Wünsche des Deutschen Roten Kreuzes. Das wiederum müsse sich bezüglich der Ausfahrtsregelung noch mit »Hessen mobil«, dem Straßen- und Verkehrsmanagement des Bundeslandes, abstimmen, teilte auf Nachfrage eine DRK-Sprecherin mit. Davon hängt dann auch ab, in welchem Bereich des Neun-Hektar-Areals die Rettungswache gebaut wird. Demzufolge existieren von deren Gebäude auch noch keine Entwürfe.

Gleichzeitig mit der Erschließung der Gesamtfläche soll für den stark frequentierten Fuß- und Radweg, der auf dieser Seite in beiden Richtungen das Gewerbegebiet Gießen-West und Heuchelheim verbindet, eine bessere Lösung gefunden werden. Zumal dieser laut der Stadtverordnetenvorlage mit rund 2,50 Metern zu schmal sei und einer »angemessenen Verbreiterung« bedürfe. Darüber hinaus will man »die langfristigen Entwicklungsziele« der benachbarten Baumschule in die Bebauungsplanung integrieren. Zudem soll geprüft werden, ob für die Nutzer des Geländes eine auf Biomasse basierende Energieversorgung zu realisieren ist und Solaranlagen geschaffen werden können.

Der Bebauungsplan wird im sogenannten Vollverfahren aufgestellt. Dazu gehören auch ein Umweltbericht, der noch erstellt werden muss, und die öffentliche Auslage der Entwurfsplanung mit der Möglichkeit für Bürger und Interessengruppen, sich zu alldem zu äußern.

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