Stadt verkauft Gelände der Jugendherberge in Gießen

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GIESSEN - (olz). Die Stadtverordneten müssen dem Verkauf noch zustimmen. Dann wechselt das städtische Grundstück am Richard-Schirrmann-Weg, das derzeit eine Jugendherberge beherbergt, den Eigentümer. Für 430 000 Euro will das Agaplesion Evangelische Krankenhaus Mittelhessen die Fläche übernehmen. "Das Krankenhaus hat Erweiterungsbedarf und braucht Platz für zusätzliche Nutzungen", sagt Stadträtin Gerda Weigel-Greilich.

Zwei Optionen

"Es gab für das Grundstück vielfältige Anfragen, die wir aber abschlägig beschieden haben", berichtet die Politikerin von den Grünen. Neben dem Verkauf an das Krankenhaus habe als zweite Option eine gemeinschaftliche Nutzung mit Bewohnern des Unteren Hardthofs im Raum gestanden. Letztlich habe aber das Gesundheitswesen Priorität gehabt. Über ein Endkonzept für die Fläche verfüge das Krankenhaus noch nicht. "Es steht aber fest, dass ein Bedarf besteht. Deshalb hat man sich für den schnellen Kauf entschieden", erläutert Weigel-Greilich. So werde Platz beispielsweise für Verwaltungsräume für das Hospiz, für Übernachtungsgelegenheiten für Mitarbeiter und unter Umständen für Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder von Mitarbeitern benötigt.

"Das städtische Anwesen Richard-Schirrmann-Weg 49 bis 53 wurde seit dem Jahr 1951 im Rahmen eines Überlassungsvertrags unentgeltlich vom Deutschen Jugendherbergswerk, Landesverband Hessen, als Jugendherberge genutzt", heißt es in der Vorlage für die Stadtverordnetenversammlung.

Nicht mehr rentabel

Das Haus habe sich jedoch seit Jahren nicht mehr rentabel betreiben lassen, weil es nicht mehr zeitgemäß, zu klein und ohne ausreichende Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr gewesen sei. Wegen der Corona-Pandemie habe es im März des vergangenen Jahres gänzlich geschlossen werden müssen. "Im Sommer des vergangenen Jahres hat daraufhin der Landesverband Hessen entschieden, den Standort einer Jugendherberge in Gießen gänzlich aufzugeben, sodass der Überlassungsvertrag in beiderseitigem Einvernehmen aufgehoben wurde", steht in der Vorlage. Die Gespräche zur Errichtung einer neuen Jugendherberge, an denen die Stadt aktuell nicht beteiligt ist, seien auf gutem Weg, resümiert Weigel-Greilich.

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