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»Stadt wird Anforderungen erfüllen«

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Blick auf das Rathaus in Gießen. (Archiv)
Bis Jahresende soll die Verwaltung Leistungen auch digital anbieten. So will es das Onlinezugangsgesetz. Archivfoto: Mosel © Red

Die Digitalisierung der Stadtverwaltung in Gießen hat derzeit Priorität. Das berichtet Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher.

Gießen (olz). Die Digitalisierung ist in aller Munde und spielt natürlich auch in der Stadtverwaltung eine zentrale Rolle. Die städtische Strategie folge zwei Hauptsträngen, wobei die Priorität zurzeit »auf der durch Gesetz vorgegebenen Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) liegt - das heißt auf dem Bereich der Verwaltungsdigitalisierung.« Das macht Frank-Tilo Becher auf Nachfrage des Stadtverordneten Thiemo Roth von der CDU deutlich. Als zweiten Strang nennt der Oberbürgermeister die Erarbeitung einer Smart-City-Strategie für Gießen, mit der sich unter anderem eine interfraktionelle Arbeitsgruppe unter Leitung der Wirtschaftsförderung befasse. Es geht um Vernetzung: Als »Smart City für die Hosentasche« bewirbt die heimische Fabrik19 ihre »Gießen App«, für die mittlerweile das Tochterunternehmen »Distama. Digitales Stadtmarketing« verantwortlich zeichnet. »Wir entwickeln die ›Gießen App‹ permanent weiter. Neu haben wir eine Stadtkarte mit ›around me‹-Funktion. Das heißt: Mein Standort wird erkannt und um mich herum werden ›Points of interests‹, wie zum Beispiel Geschäfte, ausgespielt. An diese Punkte kann ich mich navigieren lassen und es sind auch Details dazu hinterlegt«, erklärt Sabine Köhler-Lindig, Produktmanagerin Smart City bei Fabrik19.

Digitale Verwaltung bis Jahresende

Bis Ende des Jahres sollen die Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen ihre Leistungen auch digital anbieten. Das ist der Kern des Onlinezugangsgesetzes. Konkrete zentrale Maßnahmen, die aktuell verwaltungsintern in Gießen entwickelt und umgesetzt würden, umfassten die »Handlungsfelder ›Digitale Services‹ (Umsetzung OZG/OZG+ / Digitale Transformation der Verwaltung), ›Papierarme Verwaltung‹ (flächendeckende Ausstattung eAkte), ›Gemeinsam gestalten‹ (Arbeitsmethoden, Kollaboration, Kompetenzen) sowie ›IT-Infrastruktur und IT-Sicherheit‹ (strukturelle Rahmenbedingungen)«, erläutert der OB. Eine wichtige Säule zur Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen, aber auch einer vollständigen Digitalisierung der Verwaltung stelle die Zusammenarbeit mit den Partnern aus Fulda, Limburg, Marburg, Offenbach und Wetzlar dar. Denn daraus resultierten Synergieeffekte. »Auf Basis unserer bisherigen Erfahrungen kann davon ausgegangen werden, dass die Stadt Gießen die Anforderungen des OZG bis Ende 2022 erfüllen wird«, führt der Sozialdemokrat aus. Voraussetzung sei, dass auch das Land Hessen seinen Aufgaben nachkomme. Daneben gebe es weitere Beispiele für Verwaltungsdigitalisierung, die nicht vorrangig nach dem Onlinezugangsgesetz relevant seien. Dazu zählten unter anderem die Beteiligungsplattform giessen.direkt.de, das Elternportal »Little Bird« im Bereich Kinderbetreuung oder digitale Bezahlmöglichkeiten von Verwaltungsgebühren.

Vernetzung der Stadtgesellschaft

Maßnahmen im Bereich Smart City beziehungsweise der »digitalen Kommune« nutzten digitale Ansätze und Informationstechnologien, um »kommunale Infrastrukturen zu verknüpfen beziehungsweise Informationen über diese nutzbar zu machen (etwa in Bereichen wie Verkehr, Energie und Versorgung), oder auch, um digitale Vernetzungen der Stadtgesellschaft untereinander zu befördern und zu ermöglichen«, berichtet Becher. In dem Bereich existierten bereits Leuchtturmprojekte, die auf andere Felder ausgedehnt werden sollten.

Ein Beispiel: 2014 als »Gießen entdecken«-App gestartet, trägt die »Gießen App« seit 2016 ihren derzeitigen Namen. »Mittlerweile haben wir 57 000 Downloads«, erzählt Köhler-Lindig, die auf Partner aus Handel, Vereinen und Gewerbe hinweist. Die »Smart City für die Hosentasche« umfasse unter anderem Funktionen wie aktuelle Nachrichten, den Abfuhrkalender oder einen Veranstaltungskalender. »Auch Services im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes können wir möglicherweise übernehmen«, macht Köhler-Lindig deutlich. Zudem gebe es Angebote und Aktionen wie Gewinnspiele von Partnern. Digitale Städtetouren umfasst die App ebenso wie den »Heimatschatz«. Das Gutscheinsystem für den heimischen Handel habe man »in erster Phase in die App integriert. Man sieht derzeit alle Akzeptanz- und Verkaufsstellen. In der zweiten Phase wollen wir den Gutschein voll in die App integrieren, Das soll 2023 soweit sein«, stellt die Produktmanagerin in Aussicht. Und sie präsentiert aktuelle Zahlen: »Seit Dezember 2021 haben wir Gutscheine im Wert von 60 000 Euro verkauft. Es gibt 71 Teilnehmer, davon sind 14 Verkaufsstellen.«

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