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Startschuss für die neue Mensa

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Von: Rüdiger Schäfer

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In eineinhalb Jahren sollen die Kinder an der Ludwig-Uhland-Schule in der neuen Mensa essen können. Foto: Schäfer © Schäfer

Die Bauarbeiten an der Ludwig-Uhland-Schule haben begonnen - 5,5 Millionen Euro werden fällig

Gießen . »Angestochen ist!« Per Spatenstich wurde in Abwandlung zur Eröffnung eines Volksfestes symbolisch die Baustelle für den Erweiterungsbau einer Mensa der Ludwig-Uhland-Schule (LUS) eröffnet. Am Aulweg/Ecke Wartweg gelegen, soll er mit einer Grundfläche von rund 950 Quadratmetern und einem umbauten Raum von fast 4400 Kubikmetern nach derzeitigem Stand für 5,5 Millionen Euro errichtet werden. Die Maßnahme wird im Rahmen von KIP II gefördert, dem Kommunalen Investitionsprogramm des Landes.

Eineinhalb Jahre Bauzeit

Jutta Müller, Amtsleiterin des Hochbauamtes, ihre Stellvertreterin Katja Busz und Projektleiterin Sabrina Schumann zeigten sich zuversichtlich, dass die neue Mensa nach dann eineinhalb Jahren Bauzeit im zweiten Quartal 2024 bezugsfertig sein wird. Dann könnten zeitlich hintereinander 320 Schüler in zwei Gruppen angelieferte Speisen vertilgen, die vor Ort erwärmt und portioniert werden.

Ein zusätzlicher Bereich für Ganztagsangebote und ein Raum für deren Verwaltung wurden als erforderlich angesehen und werden Teil des erweiterten Raumprogramms. Dieses Areal soll zentral zugänglich sein, damit es als Anlaufstelle für Schüler sowie Außenstehende gut zu erreichen ist. Außerdem sind ein rund 70 Quadratmeter großer Raum für kulturelle Bildung und ein Instrumentenlager in das Raumkonzept integriert. Diese können dem angrenzenden Mensaraum, der auch als Aula genutzt wird, bei Veranstaltungen als Bühne dienen.

Zur Planung und Errichtung des Mensaneubaus wurde 2020/21 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Eduard Mijic, Chef des Darmstädter LSK-Architekten-Büros, das als Preisträger mit den Architekturleistungen beauftragt wurde, ging auf die besonderen Anforderung für den Bau ein. Die ungewöhnliche Form sei den zu erhaltenden sieben alten Stieleichen auf dem Gelände geschuldet. Konzipiert sei einerseits ein Einfügen in die bauliche Umgebung, andererseits ein Kontrast zu dem starren System der Schulneubauten der 1950er Jahre.

Im Sinne einer nachhaltigen und klimaschonenden Bauweise habe man sich für einen Holzbau entschieden, wobei jedoch ein Holzständersystem nicht möglich sei. Wände und Decken werden in Massivholz ausgeführt. Das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes wird eine naturbelassene, hinterlüftete vertikale Lärchenholzschalung prägen. In Kontrast dazu wird die Attika mit Metallpaneelen verkleidet. Die Dachflächen werden begrünt. Eine Photovoltaikanlage ist vorgesehen. Zusätzlich ist eine Regenwasserzisterne zur Brauchwassernutzung geplant.

Für die Bauleitung war Dennis Knöpp erschienen, Geschäftsführer von studioaw im Schiffenberger Weg. Geschäftsleiter Ulrich E. Weber von der bauausführenden Rechtenbacher Firma Ernst Weber berichtete, dass der Erdaushub zum erforderlichen Bodenaustausch - 1,5 Meter tief - nach Hermannstein, teilweise sogar nach Frankfurt und Koblenz zu fahren gewesen wäre.

Die Leiterin des Schulverwaltungsamtes, Uta Hinkelbein, hob den »erheblichen Mehrwert« des Neubaus für die Grundschule hervor. Schulleiter Dr. Jan-Hendrik Schneider zeigte sich erfreut, dass es »nach längerem Stillstand endlich weitergeht«.

Die LUS wird derzeit von etwa 320 Schülern besucht. Die Schulgebäude wurden Ende der 1950er Jahre errichtet und in den 1960er Jahren durch zwei frei stehende Pavillons mit vier Klassenräumen ergänzt. Diese und das Hausmeisterhaus mussten dem Neubau weichen. Wie Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser berichtete, entsprachen die Pavillons nicht mehr den Anforderungen des Schulbetriebs. Derzeit dienen sanierte Räume der Grundschule interimsmäßig als Mensa.

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