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Startschuss für Samen-Hahn

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Historischer Moment: Mit einem Spatenstich beginnen die Arbeiten auf dem »Samen Hahn«-Gelände offiziell. © Scholz

Mit einem Spatenstich haben die Arbeiten auf dem Samen-Hahn-Gelände in Gießen offiziell begonnen.

Gießen. Schon vor Tagen hat schweres Gerät auf dem Samen-Hahn-Gelände Einzug gehalten. Doch in diesem Moment am Dienstagmorgen ist es still auf der Baustelle. Ein historischer Moment, keine Frage. Denn mit einem Spatenstich gibt Karim Shobeiri den offiziellen Startschuss für die Arbeiten an der Ecke Reichensand/Bahnhofstraße. »Wie bei allen großen Herausforderungen stellte ich mir in ruhiger Stunde häufig die Frage, ob ich den Schritt gegangen wäre, wenn ich gewusst hätte, wie groß die zu bewältigenden Aufgaben tatsächlich sind. Es entspricht aber nicht meinem Selbstverständnis, auf halbem Wege aufzugeben«, sagt der Bauherr. Es sei ein bedeutsamer Tag für die Stadt, führt Stadträtin Gerda Weigel-Greilich aus. Die Fläche sei symbolträchtig.

Die Tage der innerstädtischen Brache sind gezählt. Längst umschließt Bauzaun das Gelände - der Keller des 2012 abgerissenen Samen-Hahn-Gebäudes ist schon nicht mehr zu erkennen. Allerhand Baugerät prägt die Szenerie, aber »da kommt noch mehr«, weiß Shobeiri. In einer beschwingten Rede wendet er sich im Beisein seines Vaters Habibollah an die Gäste des Spatenstichs.

»Urbane Wohn- und Arbeitsstätte«

»Die hohe Anzahl an Fahrradabstellplätzen, die Tiefgarage, ein modernes Energiekonzept und ein Energiemanagement der Gebäude sichern, unter Einbeziehung regenerativer Energieträger, eine zeitgemäße urbane Wohn- und Arbeitsstätte«, betont Karim Shobeiri. Eine bessere Lage könne es für ein solches Projekt nicht geben: »Direkter Zugang zur angrenzenden Fußgängerzone, der fußläufig erreichbare Bahnhof oder der Haltepunkt am Neustädter Tor, das unmittelbar vor der Tür liegende städtische Erholungsgebiet an der Lahn, eine Vielzahl von Arztpraxen und anderer wichtiger Infrastruktur im Bereich von Dienstleistung, Handel und Gastronomie macht an diesem Standort die Nutzung des eigenen Pkw nahezu überflüssig«, hebt der Bauherr hervor. Er hoffe, dass man mit der Investition im innerstädtischen Bereich einen neuen Impuls gebe, der sich langfristig positiv auf die Stadtentwicklung auswirke.

Es entstünden vier separate Gebäudekomplexe auf dem erhöhten Sockel einer gemeinsamen Tiefgarage. »Drei der modernen sechsgeschossigen Gebäude werden reine Wohngebäude mit insgesamt 73 Wohnungen und etwa 4300 Quadratmetern vermietbarer Fläche. Die Einheiten haben unterschiedliche Zuschnitte und sind im modernsten und neuesten Standard«, berichtet Shobeiri. Das vierte Gebäude werde in seiner Kubatur dem Erscheinungsbild des ehemaligen denkmalgeschützen Samen-Hahn-Gebäudes gleichen. Als Geschäftshaus mit drei Etagen mit je 330 Quadratmetern biete es insgesamt knapp 1000 Quadratmeter Gewerbefläche. Diese Flächen, die unterschiedlich kombiniert werden könnten, stünden für Interessenten zur Verfügung.

»Anfang der 80er Jahre erworben«

»Anfang der 80er Jahre haben Shoberiris die Fläche erworben«, erinnert Weigel-Greilich. In den folgenden Jahren habe es wenig Entwicklung gegeben, bis »das ganze Gebiet Anfang der 2000er Jahre hier Sanierungsgebiet wurde.« Es habe im Laufe der Jahre unterschiedliche Ideen gegeben, was auf dem Gelände entstehen könne: ein Parkhaus, eine Markthalle, eine Kita, Einzelhandel. »Das hat sich alles aus verschiedenen Grünen zerschlagen«, blickt die Stadträtin zurück. Der nächste Schritt sei 2011 oder 2012 gewesen, als es die Notwendigkeit für Maßnahmen der Verkehrssicherung gegeben habe. »Das hat bedauerlicher Weise zum Abriss des historischen Samen-Hahn-Gebäudes geführt.« Anschließend sei die Entwicklung wieder eingeschlafen, wobei es erneut Vorschläge gegeben habe, die sich ebenfalls nicht realisiert hätten. »Gut, dass sich alles nicht realisiert hat«, unterstreicht die Politikerin von den Grünen. Denn jetzt lasse sich symbolhaft Stadtentwicklung im Inneren umsetzen: ein Mix aus Wohnen, Gewerbe, Kultur - alles, was künftig in den Innenstädten dazugehören werde. »Ich bin sehr froh, dass hier überwiegend Wohnen das Thema ist. Denn das ist das, was zwischen den Bereichen Bahnhofstraße und Seltersweg dazukommen soll. Wir werden hoffentlich auch bald beim Kinocenter eine Entwicklung haben«, so Weigel-Greilich. Insgesamt gehe es darum, in die Zukunft zu schauen, unterstreicht die Politikerin zum Samen-Hahn-Gelände.

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