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Startschuss für Sommer 2023 geplant

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Im Sommer 2023 soll die alte Sporthalle der Liebigschule einem Neubau weichen. Foto: Schäfer © Schäfer

An der Liebigschule in Gießen wird sich einiges tun: Der Magistrat hat die Entwurfsplanung für die neue Sporthalle vorgelegt

Gießen. In endgültig trockenen Tüchern ist noch nichts. Aber nach aktuellem Planungsstand sollen ab Sommer 2023 die Bagger an der Liebigschule rollen. »Wir sind noch in der Entwurfsplanung für die neue Sporthalle der Lio. Aber der Entwurf ist zwischen Nutzern, Architekten und Stadtverwaltung abgestimmt«, sagt Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser. Und auch die vorläufige Kostenberechnung von rund 16 Millionen Euro ist längst nicht in Stein gemeißelt. Mit belastbareren Zahlen rechnet die Stadträtin Ende des kommenden Jahres. Im Fokus steht derzeit die Form der Finanzierung. Denn der Magistrat sucht nach einem Investor oder Finanzierungspartner, von dem die Stadt die neue Halle mieten möchte. Die Zustimmung der Stadtverordneten zu Vorgehensweise und Entwurf steht noch aus.

Fassadenbegrünung und Fotovoltaik

Geplant ist eine doppelstöckige Sporthalle, die über keine Tribüne verfügen, und unter anderem auch für Leichtathletik geeignet sein wird. Vorgesehen sind deshalb etwa eine 50-Meter-Bahn und Einrichtungen für Stabhoch- und Weitsprung. Andere Räume stünden zum Beispiel für Geräteturnen oder Gymnastik zur Verfügung. Daneben sind variable Flächen für Ballsport im Obergeschoss vorgesehen.

»Das ist ein Entwurf, der sehr viele Möglichkeiten bietet. Ein solches Konzept haben wir in dieser Form bislang nicht in der Stadt«, betont Eibelshäuser. Auch energetisch habe die neue Sporthalle im KfW40-Standard viel zu bieten. »Wir planen an zwei Stellen Fassadenbegrünung. Zudem sind Fotovoltaik, ein Gründach und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung vorgesehen.« Darüber hinaus plant die Stadt Regenwassernutzung und Fernwärme. Eine besondere Herausforderung ist der Magistratsvorlage an die Stadtverordneten zu entnehmen: »Die Halle entsteht innerhalb eines denkmalgeschützten Gebäudeensembles aus dem 19. Jahrhundert, ist vom Straßenraum aus in Teilen einsehbar und erfordert von daher besondere gestalterische Anforderungen an die Architektur.« Die alte Halle muss dem Neubau weichen.

Dass die alte Lio-Halle mehr als in die Jahre gekommen ist, wird 2019 klar. »Wir mussten das Gebäude in dem Jahr über Nacht schließen. Die erste Frage, die wir uns gestellt haben, war, ob wir das Bauwerk sanieren können«, blickt Eibelshäuser zurück. Schon bald sei jedoch klar gewesen, dass nicht nur eine Sanierung des Dachtragwerks, sondern auch die energetische Sanierung des Gebäudes notwendig wäre.

Ein Gutachten habe schließlich ergeben, dass die Ertüchtigung des Altbaus nicht wirtschaftlich ist. »Darüber hinaus hat die Sporthalle den Bedarf der Schule nicht mehr gedeckt. Deshalb haben wir uns für einen Neubau entschieden«, berichtet die zuständige Schuldezernentin.

Generalplaner arbeitet seit 2021

Das Raumkonzept der Halle, die nach Schulschluss Vereinen zur Verfügung stehen soll, habe man mit der Schule abgestimmt. Ein wichtiger Wunsch sei gewesen, dass die Halle den Sportunterricht der Liebigschule abbildet. Sie müsse vier Gruppen gleichzeitig zur Verfügung stehen, was in dem »sehr engen Baufeld« aber möglich sei. Diese Enge ist der Grund für den Verzicht auf Tribünen. Stattdessen habe man versucht, so viel Fläche wie möglich für den Sport nutzbar zu machen, erläutert die Sozialdemokratin. Seit Frühjahr 2021 arbeite ein Generalplaner an dem Entwurf.

Der Vorlage ist ebenfalls zu entnehmen, dass der aktuell genannte Finanzbedarf von rund 16 Millionen Euro mit Vorbehalt zu beziffern sei. »Durch Unsicherheiten, bedingt durch Lieferengpässe, enorme Preissteigerungen etcetera kann man davon ausgehen, dass vom geplanten Baubeginn bis zur Fertigstellung Baupreissteigerungen von 20 Prozent nicht unrealistisch sind. Die Gesamtkosten wären somit mit circa 19 960 000 Euro zu beziffern. Eine Kostenschätzung für die Freiflächengestaltung liegt noch nicht vor«, heißt es im Text. Um eine weitere Nettoneuverschuldung zu vermeiden und wegen begrenzter Personalressourcen im Hochbauamt hat »der Magistrat anderweitige Projektträger- und Finanzierungsmöglichkeiten für die Realisierung dieses Projektes geprüft. Nach einer ersten Marktsondierung scheint die Realisierung des Bauprojektes durch einen Investor möglich«, heißt es.

Denkbar wäre etwa, dem Investor die Fläche im Erbbaurecht zu überlassen. Sollte sich diese Vorgehensweise nicht realisieren lassen, legt »der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung umgehend einen Bau- und Finanzierungsbeschluss vor, der die Bauausführung und Finanzierung in Eigenregie durch die Stadt Gießen beinhaltet«, ist im Antrag formuliert.

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