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Stelldichein großer Autoren

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Moritz Rinke ist einer der prominentesten Autoren. die das LZG in den nächsten Monaten präsentiert. © Sickert

Das Literarische Zentrum Gießen präsentiert ein spannendes Sommerprogramm. Zudem haben die Veranstalter die Corona-Auflagen heruntergefahren.

Gießen. Um die Zukunft des literarischen Lebens in Gießen muss man sich keine Sorgen machen, das zumindest war der Eindruck, der sich bei der Programm-Vorstellung des Literarischen Zentrums Gießen (LZG) einstellte. Man darf sich auf bewährte Autoren wie Moritz Rinke und attraktive Vortragsorte freuen, noch dazu fallen einige pandemiebedingte Einschränkungen weg.

Die kommenden Programmhöhepunkte präsentierten die Geschäftsführerinnen des LZG, Anika Binsch und Hannah Brahm der Presse. Vorsitzender Prof. Sascha Feuchert sagte, »Auch wir lockern die Coronamaßnahmen, richten uns aber nach den Hygienemaßgaben des Landes Hessen und bitten die Besucher, sich auch jeweils selbst zu erkundigen.« Es brauche keine Anmeldungen mehr, es gibt wieder eine Abendkasse, »und wie freuen uns total, wieder ein ganzes Publikum zu sehen«, so Feuchert.

Das Programm enthält natürlich neue Punkte, »aber auch einige Nachholtermine,« sagte Brahm, »die alten Karten bleiben weiterhin gültig. Und es wird einen Audiomitschnitt der Lesungen für einen Podcast geben.«

Hannah Brahm freute sich schon auf die Osterlesung mit Carsten Henn am 5. April, um 19 Uhr in der evangelischen Kirche Ruttershausen. Der liest aus seinem Buch »Der Buchspazierer«. Das ist ein alter Buchhändler, der nach Geschäftsschluss die bestellten Bücher zu Fuß zu seiner Kundschaft bringt. Eine wichtige Rolle im Buch spielt ein vorlautes und kluges neunjähriges Mädchen, das dafür sorgt, dass zerstrittene Figuren aufeinander zugehen. Die Lesung wird umrahmt mit Harfe und Gesang von Cordula Poos sowie einem kleinen Imbiss mit Fingerfood und Getränken - auch das geht wieder.

Einen weiteren Höhepunkt erwartet Brahm mit J o van Nelsen s !Grammophon-Lesungen«. Mit dem Titel »Bubikopf und Bleistift - Autorinnen der Weimarer Republik« darf man den Kulturallrounder (Brahm: »Der geborene Entertainer«) in Gießen willkommen heißen.

Es geht um Frauenrechte: 1918 erhielten Frauen in Deutschland erstmals das Wahlrecht. Einhergehend mit dem Entstehen eines demokratischen Zeitungswesens erhielten nun auch schreibende Frauen erstmals eine öffentliche Plattform. Dies verhalf Autorinnen wie Irmgard Keun, Mascha Kaléko, Vicki Baum und anderen zum Ruhm.

Van Nelsen der als Schauspieler, Chansonnier, Regisseur, Sprecher, Moderator und Coach tätig ist, liest am 3. Mai, ab 19.30 Uhr im Netanyasaal .

Bestsellerin Isabel Bogdan stellt ihren neuen Roman »Laufen« am 11. Mai, um 19.30 Uhr im KiZ vor. Nicht heiter und skurril, sondern eindringlich und berührend präsentiert sie ihre im inneren Monolog geschriebene Erzählung. Nach dem Suizid des Partners fängt die Protagonistin das Laufen an und findet den Rhythmus wieder, beim Laufen wie im Leben.

Sehnsüchtig erwartet wird Moritz Rinke . (Feuchert: »Mein persönliches Highlight«). Der Autor liest aus seinem neuen Roman »Der längste Tag im Leben des Pedro Fernándéz García«. Der ist als Postbote auf Lanzarote unterfordert, das Internet raubt ihm die Arbeit. Der Spanische Bürgerkrieg und das Leben seines Großvaters in den 1930er Jahren in Spanisch-Marokko werfen zahlreiche Fragen auf. Als sich seine große Liebe Carlota von ihm trennt und den Sohn mitnimmt, herrscht Stille in Pedros Leben. Doch er schmiedet einen wahnwitzigen Plan.

Rinke ist einer der führenden Dramatiker seiner Generation. Viele seiner Theaterstücke werden national und international gespielt und erreichen so ein Millionenpublikum. Am 1 9. Mai, kann mna ihn ab 19 Uhr in der Unibibliothek im Zeitschriftensaal erleben.

Ungeduldig erwartet wird auch Jo Glanville . Sie nimmt am 1. Juni, um 19 Uhr im Georg-Büchner-Saal der Alten Unibibliothek an einer Podiumsdiskussion zum Thema »Antisemitismus heute« teil. Glanville wirft mit ihrem im Mai 2021 erschienenen Essayband »Looking for an Enemy. 8 Essays on Antisemitism« einen Blick auf die Wurzeln des Antisemitismus. Sie erforscht, wie irrationaler Glaube in einem vermeintlich rationalen Zeitalter immer noch gedeihen kann.

Essayautorin Olga Grjasnowa sitzt mit auf dem Podium. Für ihren Debütroman »Der Russe ist einer, der Birken liebt« erhielt sie den Anna-Seghers-Preis.

Programmhefte sind erhältlich beim LZG und fast überall in der Stadt. Informationen findet man zudem im Internet unter www.lz-giessen.de.

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Die Nadel ist mächtiger als die Feder? Jo van Nelsen liest nicht nur eigene Texte, sondern liefert dazu auch den passenden Grammophon-Sound. © Schander

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