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Susanne Herold mit Spitzenprofessur ausgezeichnet

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Prof. Susanne Herold © JLU/Rolf K. Wegst

Die renommierte Gießener Lungen- und Infektionsforscherin Prof. Susanne Herold wird mit einer »Loewe«-Spitzenprofessur ausgezeichnet und erhält eine Förderung über drei Millionen Euro.

Gießen (red). Die Gießener Lungen- und Infektionsforscherin Prof. Susanne Herold wird mit einer »Loewe«-Spitzenprofessur ausgezeichnet und erhält vom Land Hessen in den nächsten fünf Jahren eine Förderung über drei Millionen Euro. Die Bewilligung ermöglicht es der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), die renommierte Wissenschaftlerin, die seit Beginn der Pandemie auch einem breiteren Publikum als Corona-Expertin bekannt wurde, in Gießen zu halten.

Herold forscht in einem Bereich, der von höchster gesellschaftlicher Relevanz und Aktualität ist: Die Pneumonie (Lungenentzündung) ist eine häufig tödliche Volkskrankheit und ein Hauptfaktor in der Entstehung des Akuten Lungenversagens. »Prof. Susanne Herold ist eine der Schlüsselfiguren der Gießener Lungenforschung und damit eines profilbestimmenden Schwerpunktbereichs der Justus-Liebig-Universität Gießen«, betont JLU-Präsident Joybrato Mukherjee. »Wir freuen uns sehr darüber, dass es gelungen ist, sie mit Hilfe der Unterstützung des Landes Hessen und der hoch dotierten ›Loewe’-Spitzenprofessur vom Verbleib an der JLU zu überzeugen.« Aus den »Loewe«-Mitteln wird unter anderem eine weitere Professur, die dem Bereich von Herold angegliedert werden soll, finanziert. Neben der Förderung des Landes haben auch die JLU und ihr Fachbereich Medizin das Arbeitsumfeld von Herold gestärkt.

Prof. Wolfgang Weidner, Dekan des Fachbereichs Medizin, erklärte: »Prof. Susanne Herold vertritt in idealer Weise höchste wissenschaftliche und klinische Kompetenz im Bereich viraler Lungeninfektionen, wobei ihr translationaler Forschungsansatz experimentelle Untersuchungen an der Lunge einschließt.«

Prof. Werner Seeger, Vorsitzender des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) und Ärztlicher Geschäftsführer des Uniklinikums Gießen und Marburg (UKGM), betonte: »Ihre Forschung im Schnittfeld von Lunge und Infektion hat höchste internationale Beachtung gefunden, und ihr Verbleib wird dieses Segment in Gießen weiter stärken«

Beschleunigte Reparaturvorgänge

Als Auslöser für schwere Lungenentzündungen gewinnen virale Erreger zunehmend an Bedeutung. Derzeit wird dies eindrücklich verdeutlicht durch die SARS-CoV-2 Pandemie. Aber auch andere Erreger, wie die hochpathogenen Influenzaviren, sind Auslöser mit pandemischem Potential. Ein weiteres Problem ist das rasch zunehmende globale Auftreten multiresistenter Bakterien, dem für Jahre eine völlig unzureichende Entwicklung neuer Antibiotika gegenüberstehen wird. An der neuen LOEWE-Spitzen-Professur für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Klinische Infektiologie und Experimentelle Pneumologie soll unter anderem daran geforscht werden, wie bei Lungenentzündigungen die Gewebeschädigung vermindert und Gewebe-Reparaturvorgänge beschleunigt werden.

Herold ist Vize- und Standortsprecherin des Sonderforschungsbereichs »Angeborene Immunität der Lunge« und Mitglied des Leitungsgremiums des einzigen hessischen Exzellenzclusters »Cardio-Pulmonary Institute (CPI)«. 2018 übernahm sie die Professur für Infektionserkrankungen der Lunge und wurde gleichzeitig Abteilungsleiterin des Schwerpunkts Infektiologie des Universitätsklinikums Gießen.

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