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Tagung an JLU: »Deutscher Rundfunk im Exil«

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Gießen (red). Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten gingen zahlreiche Intellektuelle, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Kulturschaffende ins Exil, die sich als politische Gegner verstanden oder aufgrund der nationalsozialistischen Repressions- und Rassenpolitik verfolgt wurden. Unter ihnen waren bekannte Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Heinrich und Thomas Mann, Bertolt Brecht, Anna Seghers, Elias Canetti, Alfred Döblin, Hilde Domin, Lion Feuchtwanger, Bruno Frank, Egon Erwin Kisch, Annette Kolb, Fritz Erpenbeck oder Arnold Zweig.

Zusammen mit anderen Emigranten schrieben und gestalteten sie deutschsprachige Rundfunkprogramme zunächst in Frankreich, Spanien und der Sowjetunion, später, kurz vor und während des Zweiten Weltkriegs, auch in Großbritannien und den USA. Die Alliierten entwickelten während des Zweiten Weltkriegs ein komplexes Netz von offiziellen und »schwarzen«, also getarnten Sendern für Hörerinnen und Hörer in Deutschland. Zahlreiche der an der Rundfunkarbeit Beteiligte kehrten nach Kriegsende mit den alliierten Besatzungstruppen nach Deutschland zurück und engagierten sich beim Aufbau des Mediensystems in den verschiedenen Besatzungszonen und nach Gründung der beiden deutschen Staaten in der Bundesrepublik und der DDR.

Große Lücke in der Forschung

In der Forschung besteht bis heute eine große Lücke; zentrale Aspekte der Rundfunkarbeit im Exil sind nach wie vor nicht in den Fokus der Darstellung gerückt worden. Diesem Umstand trägt die Tagung Rechnung, die noch bis morgen (19. Februar) im Unihauptgebäude stattfindet. Hier sollen offene Fragen diskutiert werden.

Die Tagung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

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