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Tempo 30 erneut Thema

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Der Ortsbeirat sieht die Bustaktung als »Garant für den hohen Wohnwert« in Allendorf. Archivfoto: Möller © Klaus-Dieter Jung

Erneut stand die Verkehrsproblematik im Zentrum der jüngste Sitzung des Allendorfer Ortsbeirats. So forderte die CDU, die komplette Hüttenbergstraße zur 30er-Zone zu machen.

Gießen. Umfangreich war das Papier der SPD, das sich mit den verkehrspolitischen Zielen für den Stadtteil Allendorf/Lahn zur Berücksichtigung beim Verkehrsentwicklungsplan auseinandersetzte und in der jüngsten Sitzung vom Ortsbeirat behandelt wurde. Das Gremium formulierte jetzt seine Wünsche an den Magistrat und will erreichen, dass im Rahmen der Beratung des Verkehrsentwicklungsplans Gießen sowie im Nahverkehrsplan einige verkehrspolitische Ziele für den das Kleebachdorf berücksichtigt werden.

Eingebunden in den Antrag wurde auch die Forderung der CDU, zu prüfen, ob eine komplette Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h in der Hüttenbergstraße oder zumindest ein Tempolimit auf 30 km/h für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht zu den bereits bestehenden Geschwindigkeitsbeschränkungen im Straßenzug möglich ist. Die Christdemokraten wollen auch wissen, ob an geeigneten Stellen im Stadtteil eine Geschwindigkeitsmessanlage installiert werden kann und schlagen vor, gegebenenfalls sie mit der am Kindergarten vorhandenen Anlage wechselnd zu tauschen.

Hoher Wohnwert

Der Ortsbeirat sieht die Bustaktung für die Gießener Stadtteile als »Garant für den hohen Wohnwert in Allendorf/Lahn«. Um die wertvolle Bustaktung aufrechtzuerhalten, sei es aber grundsätzlich unabdingbar, dass die Busse der Linie 1 durch die Untergasse und die Hüttenbergstraße in den Stadtteil Lützellinden fahren. Diese Linienführung sei durch die Straßensituation derzeit alternativlos, da alle anderen Varianten eine wesentliche Verschlechterung für den Stadtteil Allendorf bedeuten würden. Die Bürgervertretung regt intelligente Lösungen an, um zum einen die gute Busanbindung zu erhalten und zum anderen die Belastung der Anwohner zu minimieren. Die Vorortpolitiker wollen prüfen lassen, ob statt der großen Gelenkbusse, die im Kreuzungsbereich von Hüttenbergstraße und Untergasse als Problem gesehen werden, Monobusse im Nahverkehr einzusetzen sind. Dies könnte durch eine Neustrukturierung des Busliniensystems, wie beispielsweise die Teilung der Linie 1 erfolgen. Ortsvorsteher Thomas Euler gab dazu zu Protokoll, dass die Teilung sich auf die gesamte Linie - die längste in der Stadt - und nicht nur zwischen Allendorf und Lützellinden bezieht. Zusätzlich müssen weitere Maßnahmen zur Verkehrssicherheit wie Vorrangregelung, Pfosten, Markierungen und Parkplatzregelungen das Ganze begleiten. Im Sinn hat der Ortsbeirat auch eine ampelgesteuerte Lösung, durch die der Kreuzungsbereich und die Engstellen beidseitig freigehalten werden sollen. Dazu sei es erforderlich, die Fußgängerampeln in der Untergasse und der Hüttenbergstraße zu Anforderungsampeln zu schalten.

Schon länger im Blick haben die Allendorfer die Einmündung der Kleebachstraße (K21) in die Wetzlarer Straße (L3451). Durch Linksabbiegerspuren oder einen Kreisverkehr an der Kreuzung könnte die unübersichtliche Verkehrssituation entschärft werden. Für Fußgänger und Radfahrer sollte mit einer Verkehrsinsel das Überqueren der L3451 sicherer gemacht werden. Damit könnte auch der Anschluss an den überregionalen Lahntalradweg R7 erreicht werden. Weiter im Blick hat das Gremium an dieser Stelle eine Haltestelle für die Linie 11, um eine Busanbindung für die Anwohner der Mühlen im Außenbereich und nach Wetzlar und Gießen zu schaffen.

Wenn das interkommunale Gewerbegebiet zwischen Allendorf und Dutenhofen kommt, soll Sorge dafür getragen werden, dass keine verkehrliche Mehrbelastung für Allendorf aufkommt, der Schwerlastverkehr ist aus der Ortskernlage, insbesondere aus der engen Untergasse, herauszuhalten.

Kurzzeitparkplätze

Im Neubaugebiet soll die Straße Altes Gericht vom Kreisel bis zur Einmündung in die Straße Gerichtsspitz nach dem Ausbau zur verkehrsberuhigten Zone werden. Karl Kramer (CDU) stimmte dem nicht zu und bezweifelte die Zusammensetzung der über 120 Unterschriften, die vergangenen September die Anwohner übergeben hatten (der Anzeiger berichtete). Er sprach von »übertölpelten Anwohnern«, was der Ortsvorsteher zurückwies. Dirk Steinmüller (CDU) enthielt sich. Aus dem Antrag der SPD wurde schließlich ein interfraktionelles Papier, in dem auch die geforderten Kurzzeitparkplätze vor der Arztpraxis »In der Lache« aufgenommen wurden. Das hinter dem Teilgärtenweg entstehende Baugebiet will der Ortsbeirat nicht an den Teilgärtenweg oder die Straße Im Kleefeld angeschlossen haben. Die beiden engen Straßen sind offizieller Schulweg. Der Bau eines Gehwegs südlich der Allendorfer Straße zwischen der Bushaltestelle Altes Gericht und dem Heerweg könne eine bessere Anbindung an das Nahversorgungszentrum erreichen. Vom Sonderlandeplatz Lützellinden gingen »bisher zu viele Belastungen aus«, meint der Ortsbeirat und kündigt an, er werde keiner Erweiterung zustimmen.

Das gesamte Paket wurde bis auf den Einwand von Karl Kramer zur Verkehrsberuhigung im Neubaugebiet einstimmig beschlossen.

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