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Die kostenlose Lesereihe »Eine(r) liest« startet am 10. Juli in seine 15. Auflage unter den Marktarkaden. Den Auftakt übernimmt ein »begnadeter Erzähler«.

Gießen (bjn). Die beliebte Freiluft-Reihe kehrt zurück in Gießens Innenstadt: »Eine(r) liest« startet unter den Marktarkaden in die 15. Saison. Dafür hat Organisator Uwe Lischper diesmal sechs Sonntagstermine (jeweils 11.30 Uhr) zusammengestellt, bei denen der Eintritt wie üblich frei ist. Los geht es am 10. Juli. Auch auf dem dazugehörigen Büchermarkt werden die Besucher nach zwei Jahren Corona-Zwangspause dann wieder fündig, wenn sie auf der Suche nach gebrauchtem Lesestoff sind.

Den Auftakt bestreitet am 10. Juli ein renommierter Autor, der bereits zahlreiche Preise eingesammelt hat. Der Karlsruher Markus Orths stellt seinen aktuellen Band »Fluchtversuche« vor, in denen es um gewagte Aus- und Aufbrüche geht. »Ich halte ihn für einen begnadeten Erzähler«, schwärmt der Veranstalter.

Doch auch sonst hat Lischper in Kooperation mit dem Gießener Kulturamt wieder ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt. Fortgesetzt wird es am 24. Juli mit dem Gießener Schauspieler Harald Pfeiffer, der an den vor 75 Jahren gestorbenen Hans Fallada erinnert. Der Greifswalder zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern des frühen 20. Jahrhunderts, viele seiner Romane wurden verfilmt, etwa »Der Trinker« mit Harald Juhnke oder »Jeder stirbt für sich allein« mit Brendan Gleeson und Daniel Brühl. Pfeiffer präsentiert bei seinem Auftritt biografische Anmerkungen ebenso wie Textauszüge, die an Fallada erinnern.

Einem weiteren großen Schriftsteller dieser Epoche widmet sich am 7. Juli Anette Daugardt. Sie stellt die Novelle »24 Stunden aus dem Leben einer Frau« von Stefan Zweig in einer eigenen Bearbeitung zwischen Lesung und Spielszenen vor. Darin geht es um eine Frau von Ende 40, die sich in einen jungen Mann verliebt und sich dabei zu verlieren droht. Die vielen Zuschauern vom Krimifestival bekannte Schauspielerin Anette Daugardt vom Berliner KantTheater stellt ihre Dramatisierung in Gießen als Premiere vor.

Poesie mit zarten Tönen gibt es am 14. Juli mit dem Duo Jelena Herder. Die Marburger Jelena und Timon sind unterwegs mit Percussion und Piano, mit Liedern und Texten. So widmen sie sich Momentaufnahmen aus dem Leben, um sowohl zum Träumen als auch zum Nachdenken anzuregen.

Zwei Gewinnerinnen des Ovag-Literaturpreises präsentieren sich am 4. September mit ihren Texten. Pia Bonn stellt ihre Geschichte »Der Taubenmann« vor, einer Figur ohne Geld und Obdach, aber mit großem Herzen. Bei Lili Weiskopf geht es um das erste Date. Moderiert wird der Auftritt von LZG-Mitarbeiterin Beatrice Kaiser.

Den Abschluss der Reihe bildet der Auftritt des Offenbachers Helmut Barz, der in Gießen Angewandte Theaterwissenschaft studiert hat. Er stellt am 2. Oktober seinen Frankfurt-Krimi »African Boogie« vor. Es ist der zweite Fall der Ermittlerin Katharina Klein, die sich diesmal eines auf sie angesetzten Killers erwehren muss.

Die Lesungen dauern jeweils rund 60 Minuten und werden bei schlechtem Wetter in den angrenzenden Netanya-Saal des Alten Schlosses verlegt. Die Sitzbänke unter den Arkaden bieten rund 60 Plätze, hinzu kommen Stehtische. Besucher dürfen aber auch ihre eigenen Klappstühle mitbringen. Wer zudem einen eigenen Buchstand anmelden will, kann sich an Uwe Lischper (einerliest@web.de oder 0641 72860) wenden. Weitere Infos gibt es auf der Homepage www.einerliest.de, die spätestens Anfang kommender Woche aktualisiert sein soll.

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