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»Tiere sind mein Leben«

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Von: Petra A. Zielinski

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Unzertrennlich: Agnes Schink und »Babsi«. Foto: Zielinski © Zielinski

Mehr Auslauf, neue Gehege: Das Tierheim in Gießen vergrößert sich erheblich. Agnes Schink unterstützt die Arbeit mit 50 000 Euro.

Gießen. »Tiere sind mein Leben«, sagt Agnes Schink. Aus diesem Grund unterstützt die 84-Jährige das Gießener Tierheim, wo sie nur kann. Zuletzt mit einer Spende über 50 000 Euro. »Ohne diesen Grundstock wäre es für uns nicht möglich gewesen, mit der Einzäunung des Nachbargrundstücks zu beginnen«, freut sich die Vorsitzende des Gießener Tierschutzvereins Astrid Paparone.

Bisher haben dem Tierheim 1385 Quadratmeter des insgesamt 2500 Quadratmeter umfassenden Grundstücks gehört. Durch geschicktes Verhandeln des Lahnauer Anwaltes Reinhard Stock, der dafür sorgte, dass das Grundstück lastenfrei wurde, konnte es auf das Tierheim übertragen werden. »Hierfür sind wir Herrn Stock sehr dankbar«, erklärt Paparone.

Bisher wurde das Gelände nur für das Sommerfest genutzt, nun soll hier eine »kleine Farm« mit größeren Ausläufen für (Herdenschutz-)Hunde entstehen. Weiter unten auf dem Gelände ist ein Gehege mit Unterstand für aufgefundene Nutztiere wie Schafe oder Ziegen geplant.

»Wenn wir ehrenamtliche Paten finden, die das Projekt unterstützen, könnte ich mir auch ein Gehege für zwei bis drei Schweine vorstellen«, betont Astrid Paparone. Auch Hühner aus Massentierhaltung könnten hier ein neues Zuhause finden. »Wir stehen bereits mit dem Verein ›Rettet das Huhn‹ in Kontakt, der ausgediente Legehennen aus Massentierhaltung übernimmt und sie an tierliebe Menschen vermittelt, die ihnen ein artgerechtes und erfülltes Hühnerleben schenken können.« Die Kontakte würden bis hin zu einem Geflügelgnadenhof in den Niederlanden reichen. Darüber hinaus könnten Tauben aus Qualzuchten aufgenommen werden, die allein nicht überlebensfähig seien.

Wichtig ist Paparone, dass vor allem Kinder langsam an den Tierschutz herangeführt werden. »Wir haben einen Bildungsauftrag. Wo hat man heute denn noch die Möglichkeit, lebende Schweine zu sehen?« Unterstützung wird sie hier von Christina Münch erhalten, die eine Tierschutzlehrer-Ausbildung beim Deutschen Tierschutzbund absolviert hat.

»Wir sind mehr denn je auf Spenden angewiesen«, betont Paparone. Die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine, steigende Energiekosten, die Einführung des Mindestlohns sowie die Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) würden dem Tierheim zu schaffen machen. Gerade vor diesem Hintergrund kam die großzügige Spende von Agnes Schink gerade recht. Die Gießenerin ist seit 1988 Mitglied im Tierschutzverein und hat seit dieser Zeit das Tierheim nicht nur finanziell unterstützt. »Angefangen hat alles mit der Versorgung von Katzen im US-Depot. Mein vor zwei Jahren verstorbener Mann war Leiter der Berufsfeuerwehr und hat die Katzen damals entdeckt«, erzählt sie.

Aus alten Tierhäusern habe man begonnen, neue Schlaf- und Futterhäuser zu bauen. Noch heute backt sie Plätzchen für das Tierheim und hilft auf Flohmärkten. Wenn Agnes Schink bei einem Einkauf Zweieuromünzen zurückbekommt, sammelt sie diese und bringt sie im Tierheim vorbei. »Ich kann gut von meiner Pension leben und die Tiere können es gut gebrauchen«, betont sie. Aus Altersgründen wollte Agnes Schink selbst kein Tier mehr bei sich aufnehmen.

Doch als sie dann vom Schicksal der Katzendame »Babsi« erfuhr, änderte sie schnell ihre Meinung. »Nachdem Babsis Besitzer gestorben war, wurde sie drei Jahre in einer Sozialwohnung gehalten. Sie wurde gefüttert, aber niemand kümmerte sich um sie.« Mittlerweile sind die beiden unzertrennlich.

Neben Spenden freut sich das Gießener Tierheim auch über ehrenamtliche Helfer. So gibt es immer mal wieder Reparaturarbeiten und auch das Katzenhaus muss bald winterfest gemacht werden.

Spendenkonto: Tierschutzverein Gießen e.V., Sparkasse Gießen. IBAN: DE76 5135 0025 0200 5054 24.

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Astrid Paparone und Agnes Schink auf dem Gelände der »kleinen Farm«. Foto: Zielinski © Zielinski

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