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»Tierversuche sind unmenschlich«

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Gießen (red). Noch bis zum 5. Dezember plakatiert der Verein Ärzte gegen Tierversuche den Gießener Bahnhof. Mit den Postern wolle man die Gießener Bürger aufrütteln, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. »Auch in Gießen finden unmenschliche Tierversuche statt, obwohl es heute exzellente leidfreie und humanbasierte Methoden wie den auf dem Poster abgebildeten Multi-Organ-Chip gibt.

« In dessen Kammern befänden sich »Mini-Organe«, gewonnen aus einfachen menschlichen Zellen, welche die richtigen Organe miniaturisiert abbilden. Mit ihnen könne »eine valide Sicherheit geschaffen werden - anders als mit Tierversuchen, welche keine übertragbaren Ergebnisse liefern«.

»Der Slogan der Poster meint auf der einen Seite, dass Tierversuche nicht menschlich sind, weil sich die Organismen von Tieren hochgradig von denen des Menschen unterscheiden und daher auch die Ergebnisse der Tests stark und unvorhersehbar variieren.

Auf der anderen Seite ist es unter diesen Umständen jedem Patienten gegenüber unmenschlich, weiter an Tierversuchen festzuhalten, weil sie eine falsche Sicherheit erzeugen und den medizinischen Fortschritt aufhalten«, so Lara Casper von der Arbeitsgruppe Gießen von Ärzte gegen Tierversuche.

Kein Gewinn

Humanbasierte Methoden würden kaum gefördert, obwohl sie großes Potenzial böten und bereits ihren Nutzen bewiesen hätten. Der Verein kritisiert die Forschung an Tieren an der Justus-Liebig-Universität. Sie biete weder kranken noch gesunden Menschen noch Studierenden einen Gewinn. Gießen stellt die letzte Station der ganzjährigen Öffentlichkeitsoffensive dar, welche im nächsten Jahr fortgeführt wird. Die Poster finden sich in der Unterführung des Bahnhofs bei den Aufgängen zu den Gleisen 11 und 2/3.

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