1. Startseite
  2. Stadt Gießen

Tote Fische in Allendorf: Schlimmeres verhindert

Erstellt:

giloka_1309_fische_ebp_1_4c
Das Wetter war Schuld: In Allendorf konnte ein größeres Fischsterben verhindert werden. Foto: Jung © Jung

Gießen (kg). Ein Anwohner in der Untergasse in Allendorf sah zwei große, tote Fische im Bereich der Brücke vom Kleebach schwimmen, sowie weitere kleine Fische an der Wasseroberfläche nach Luft schnappen und reagierte sofort. Er informierte den Vorsitzenden des Angelvereins »Unteres Kleebachtal«, Hans Georg Volk, der wiederum Ortsvorsteher Thomas Euler in Kenntnis setzte, der daraufhin die zuständigen Behörden alarmierte.

Stadtsprecherin Claudia Boje sprach auf Anfrage vom Anzeiger »von einer erfolgreichen schnellen und großartigen Zusammenarbeit« verschiedener Behörden und vor allem Ehrenamtlern, die dank der Aufmerksamkeit der Anwohner Schlimmeres hätten verhindern können.

Vor Ort waren neben den Vertretern des Angelvereins zunächst Ermittler vom Umweltkommissariat beim Polizeipräsidium Mittelhessen und ein Beschäftigter der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis Gießen. Auf Anfrage sagte Polizeisprecher Jörg Reinemer: »Es liegen aktuell keine Hinweise auf eine Straftat vor.« Vielmehr gehe man, nach jetzigem Stand der Ermittlungen von einer natürlichen Ursache aus.

Eine Messung des Sauerstoffgehalts ergab, dass dieser mit 1,9 Prozent viel zu gering war. Später trafen die Feuerwehr, das Umweltamt, die Umweltdezernentin, die Mittelhessischen Wasserbetriebe, Vertreter des Angelvereins und der Ortsvorsteher ein, um die Ursache für das Fischsterben zu erläutern.

Die Experten gehen davon aus, dass ausschließlich das Wetter verantwortlich für den geringen Sauerstoffgehalt des Kleebachs in diesem kleinen Bereich sei. Offenbar seien durch den starken Regen vermehrt auch Nährstoffe/Bakterien aus der Umgebung der Straßen und Dächer - vom Regen mitgespült - in den Bach gelangt. Das habe zu viel Sauerstoff gebunden.

Um die kleineren und jungen Fische, die zu diesem Zeitpunkt noch nach Sauerstoff suchten, zu retten, wurde beschlossen, Wasser aus einer tieferen Stelle des Kleebachs in den bedrohten Bereich zu pumpen. Die Freiwillige Feuerwehr Gießen-Allendorf setzte ihre Pumpe dafür ein, ein Defekt führte dazu, dass die Kameraden aus Kleinlinden herbei eilten und in diesem Fall keine Löschhilfe sondern »Pumpenhilfe« leisteten. Dem Angelverein fiel die Aufgabe zu, die beiden toten Fische zu bergen, sie wurden in das Hessische Landeslabor in Gießen gebracht.

Mittelfristig sollen die Blockaden im Kleebach an dieser Stelle geräumt werden, teilte Ortsvorsteher Thomas Euler mit. Für den unteren Verlauf habe das Gartenamt bereits Arbeiten angekündigt.

Auch interessant