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Transformation durch Innovation

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Das dritte Innovationsforum, hier Prof. Halecker bei seinem Vortrag, wurde live aus dem Kinopolis gestreamt. © Friese

Gießen (red). »Skalierung als Innovationsbeschleuniger«, unter diesem Motto standen die Vorträge, Gespräche und Ideenwerkstätten beim Innovationsforum, das aufgrund der anhaltenden pandemischen Lage live aus dem Kinopolis Gießen gestreamt wurde. Zum dritten Mal hatte das Regionalmanagement Mittelhessen dazu eingeladen und bot den über 200 Teilnehmenden Impulse für ihr Unternehmen.

Moderatorin Bianca von der Au vom Hessischen Rundfunk begrüßte Oberbürgermeister Manfred Wagner (Aufsichtsratsvorsitzender des Regionalmanagements Mittelhessen) und Dr. Carsten Ott (Hessen Trade & Invest). »Das mutige Unternehmertum ist fest verankert in der regionalen DNA - ob Ernst Leitz oder Emil von Behring Anfang des letzten Jahrhunderts oder die erfolgreichen Start-ups wie Fintech Systems in der heutigen Zeit«, sagte Wagner. Ott erläuterte die Initiative Technologieland Hessen und ihr Motto »Zukunft vernetzt gestalten«.

Im Vortrag von Prof. Bastian Halecker, Inhaber des »German Deep Tech Institutes« aus Potsdam, wurde deutlich, dass in Kollaborationen mit Start-ups eine große Chance liegt. Skalierung und die nötige Geschwindigkeit des Wachstums könnten durch solche Kooperationen bewältigt werde, sagte Halecker. Das Beste aus diesen beiden Welten und die Grundlagen aus den Hochschulen könne der »Honigtopf« eines Standorts wie Mittelhessen sein.

Charlott Buchholz und George Parks Davie vom FinTech-Dienstleister Klarna zeigten auf, wie man die Arbeitsweisen und das Arbeitsklima in modernen Unternehmen mit dem »swedish way of working« verbessern kann. Klarna will bis zu 400 Arbeitsplätze an den Standort Gießen holen. »Mittelhessen ist im Bereich ›Open Banking‹ der deutsche Tech-Hub«, sagten die Klarna-Vertreter. So stamme beispielsweise das weltbekannte »PayNow«-System aus der Region.

Auch die Industrie konnte neue Ansätze mitnehmen. Hendrik Adam von »DIA - die Interaktiven« (Wetzlar) und Alexander Arndt von Laserline (Mühlheim-Kärlich) erklärten in ihrem Vortrag, wie klassische industrielle Geschäftsmodelle, wie der Verkauf von industriellen Lasersystemen, durch das Implementieren zeitgemäßer Smart- Factory-Lösungen zukunftsfähig gestaltet werden können. Um den Standort Mittelhessen weiterzuentwickeln sei es wichtig, dass die Region durch gute Netzwerkarbeit eine feste Beziehung zu ihren Talenten aufbaue. Dass es in Mittelhessen einen sehr guten Talentpool gibt, sei unbestritten.

Andreas Lukic, Vorsitzender der Business Angels Mittelhessen, stellte das Angebot des neu gegründeten Vereins vor. Ziel der Business Angels sei es, zukünftig den Dreiklang aus Gründern, Privatinvestoren und Firmenpartnern zu fördern und mehr Investmentkapital in die Region zu bringen.

In den virtuellen, interaktiven Workshop wurden die Themen Identitätsbildung im Unternehmen, Finanzierung innovativer Prozesse, Einsatz datengetriebener Marketinginstrumente und der Umgang mit Fachkräftemangel im Unternehmen behandelt.

»Wir haben gelernt, dass Innovation auch immer mit dem Mut zum Experimentieren einhergehen muss, dass Skalierung und Geschwindigkeit nicht bedeuten müssen, auf Regionalität und Nachhaltigkeit zu verzichten und dass über alle Facetten die Kundenzufriedenheit letztlich die Limits setzt«, so Benjamin Stuchly, Ökosystemmanager des Regionalmanagements Mittelhessen. Das Innovationsforum 2022 wurde durch die Europäische Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Mittel kofinanziert.

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