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Trommeln für »im Stich gelassene Kinder«

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Polizei und Demonstrierende treffen am Messeplatz aufeinander. © Schäfer

Rund 150 Corona-Kritiker sind erneut durch die Innenstadt gezogen. Die Polizei war mit einer Hundertschaft vor Ort.

Gießen (rsa). Eine Hundertschaft an Polizeikräften war am Samstagnachmittag am Messeplatz im Einsatz. Zwar waren mit rund 150 Teilnehmern nur noch ein Viertel derer unterwegs, die vor drei Wochen dem Corona-kritischen Aufruf »Gemeinsam stark für unsere Kinder« gefolgt waren. Dennoch gab es viel Aufsehen während ihrer Demonstration.

Ab dem offiziellen Beginn der Veranstaltung galt die verordnete Maskenpflicht. Die Polizeikräfte durchkämmten den Platz der Versammelten. Sprachen sie jemanden ohne Maske an, bildete sich sogleich ein lautstark protestierender Pulk. Als eine weibliche Person zur Identitätsfeststellung von zwei Polizisten abgeführt wurde, bauten sich die damit nicht einverstandenen Protestler auf. Die Frau wurde hinter ein nahegelegenes Trafohäuschen verbracht und dort von zahlreichen Beamten abgeschirmt. Eine weitere Polizeikette postierte sich am Rand zu dem Messegelände, um ein weiteres Vordringen der Menge in Richtung Trafohäuschen zu verhindern. Statt der erwarteten 700 bis 1000 Teilnehmer kamen mit 150 Personen deutlich weniger zu der Demonstration durch die Innenstadt. Unter anderem wurden aufgenommene Kinderstimmen abgespielt. Auch zwei Trommlergruppen beteiligten sich. Kinder waren hingegen nur in geringer Zahl auszumachen.

Erneut hatte Beatrice Runkel den Demonstrationszug angemeldet. Ihre Kritikpunkte: Die Maskenpflicht sei aktuell nicht an allen Schulen ausgesetzt. In der Pandemie würden Kinder »im Stich gelassen«, dazu seien die Zahlen von sexuellem Missbrauch und Gewalt gegenüber Kindern gestiegen. In Schulen gäbe es Mobbing und Schikane gegen maskenbefreite Kinder - auch durch Lehrkräfte.

Einen verbalen Angriff richtete sie gegen einen der Ordnungspolizisten auf dem Platz. Nach dem »Schweigemarsch« am 19. Februar hatte sie gegen ihn offenbar eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht, der nicht stattgegeben wurde. An die Ordner richtete Runkel die Worte: »Achtet besonders darauf, dass wir heute respektvoll behandelt werden; weniger auf die Masken.« Und an die Polizisten: »Sie können heute zeigen, ob sie uns weiter gängeln wollen. Wir werden mit Dienstaufsichtsbeschwerden reagieren.«

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