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»Trotz Reichtum arm«

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Unter Palmen auf dem Rathausplatz: Carmen Stabel-Schläfer, Astrid Eibelshäuser, Amir Motearefi, Monika Adrian, Janina Brendel und Franziska Weigand. Foto: Smat © Smat

Gießen. Mit Überschriften wie »Profit um jeden Preis«, »Moderne Sklaverei« und »Stoff für Konflikt« laden Aufsteller auf dem Rathausplatz Besucher und Passanten zum Nachdenken ein. »Trotz Reichtum arm« heißt die interaktive Outdoor-Ausstellung, die dort bis zum 9. Dezember zu sehen ist.

»Warum haben wir auf der einen Seite Reichtum im globalen Norden und Armut im globalen Süden?«, fragt Astrid Eibelshäuser, Dezernentin für Bildung und Integration, bei der Eröffnung und greift damit eine der Kernfragen der Ausstellung auf.

»Die Ausstellung ist als Anregung und Einstieg in das Thema gedacht, um die Problematik mehr auf dem Schirm zu haben«, erklärt Julia Schaller von Motivés.

Der Verein mit Sitz in Marburg hat die Ausstellung mit Sicht auf sein Ziel, Bildung für nachhaltige Entwicklung und globales Lernen, konzipiert. Mitmachelemente laden dazu ein, Rohstoffe wie Gold, Lithium und Palmöl unter unterschiedlichen sozioökologischen Aspekten zu sehen. Der Abschnitt Palmöl, zum Beispiel, behandelt die sklavenartigen Arbeitsbedingungen bei Anbau und Weiterverarbeitung. Mit Palmöl beschäftigt sich auch das Element der Arbeitsloseninitiative Gießen (ALI Gießen): zwei »nachhaltig gewirtschaftete« Palmen, gebaut aus alten Blumentöpfen, Holz und alten Sonnenschirmen, an denen Verpackungen von Waren aus dem Supermarkt hängen, die Palmöl enthalten. »Fast jedes zweite Produkt enthalt Palmöl«, klärt Amir Motearefi von ALI Gießen auf. Da die Palmen nicht wetterfest sind, stehen diese nun im Foyer des DGB-Hauses und können dort betrachtet werden. »Wir haben die Ausstellung letzten Herbst im Marburg gesehen«, beschreibt Monika Adrian, ebenfalls von der ALI Gießen. Zusammen mit der Steuerungsgruppe Fair Trade Town und der Koordination für kommunale Entwicklungspolitik hat die Arbeitsloseninitiative »Trotz Reichtum arm« nach Gießen gebracht. »Wer trägt die Verantwortung und wie können wir wirksam sein, um diese Verantwortung zu tragen? Für manches gibt es noch keine Lösung, aber es wird höchste Zeit darüber nachzudenken«, regt Franziska Weigand von Motivés Schüler der GGO an, die in Begleitung der Lehrerin Carmen Stabel-Schläfer gekommen sind. Schulklassen und Gruppen können sich für Workshops und begleitete Besuche anmelden.

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