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»Übernehmen Sie Verantwortung«

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Die besten ihres Jahrgangs: Lilli Reining, Ann-Kathrin Barth, Lennart Berg, Urs Fischer, Julia Peschel, Jan Michael Leimann, umrahmt von Studienleiter Ralph Seibel und Schulleiter Stefan Tross. Foto: Czernek © Czernek

Gießen. Das Abitur 2022 ist Geschichte und in den nächsten Wochen werden die Abschlusszeugnisse den Abiturienten überreicht. Den Anfang machte die Herderschule am Samstagmorgen in der Kongresshalle.

In Rahmen einer kleinen, aber würdevollen Feierstunde übergaben Schulleiter Stefan Tross und Studienleiter Ralph Seibel 80 Schülerinnen und Schülern ihre Abiturzeugnisse. Drei von ihnen erreichten die Traumnote 1,0, drei weitere den Notendurchschnitt von 1,1. Der Notendurchschnitt der Schule lag in diesem Jahr bei 2,14. Ein Ergebnis, das mit Applaus aufgenommen wurde.

»Ihr seid der erste Jahrgang, der nach der PCB-Katastrophe eingeschult wurde und die gesamte Bauphase miterlebt hat«, mit diesen Worten begrüßte Schulleiter Stefan Tross die Schüler, Eltern, Freunde und das Kollegium. Er verbreitete auch die Hoffnung, dass im Sommer die Wiedereröffnung der Gebäudeteile erfolgen würde.

Bezug im Sommer

»Ihr seid der letzte Jahrgang, der die Prüfungen in den Containern machen musste«, versprach er. Diese Auskunft wurde mit Beifall aller Anwesenden quittiert, denn viel zu häufig musste die Einweihung verschoben werden, so dass dieser Jahrgang komplett die Bauzeit miterlebt hatte. Passend dazu lautete das Motto des Abiturjahrgangs: »Abitur 2022 - schneller fertig als Gebäude A«.

Des Weiteren ging der Schulleiter auf das Schlagwort des Jahres, die Zeitenwende, ein. Er wolle die aktuellen Krisen nicht wegreden und die Bewältigung dieser Herausforderungen sei anspruchsvoller und schwieriger denn je. Er gab sich jedoch zuversichtlich, dass dies dieser Generation gelingen wird, denn Geschichte würde sich wiederholen - auch im positiven Sinne. In diesem Zusammenhang erinnerte er an jene Abiturjahrgänge, die im Zweiten Weltkrieg ihr Notabitur unter Bombenangriffen und anderen Widrigkeiten abgelegt hätten. An der 70-jährigen positiven Entwicklung, die das Land genommen habe, hätten jene Ehemaligen ihren Anteil. Von seinen Schülern und Schülerinnen wisse er, dass sie bereit seien Verantwortung zu übernehmen. Dabei verwies er unter anderem auf die Ukraine-Unterstützung und das Engagement für die Friday-for-future-Bewegung der Schule. »Übernehmen Sie Verantwortung für ein friedvolles Zusammenleben auf unserem Planeten«, gab er dem Abiturjahrgang mit.

Für die Elternschaft sprach Jennifer Achterberg, Vorsitzende des Schulelternbeirats, ihre große Freude aus, dass man nach zwei Jahren Pandemie wieder in einem großen Rahmen die Verleihung der Zeugnisse veranstalten konnte. »Neue Türen stehen Ihnen offen. Gehen Sie Ihren Weg, den Sie für sich als richtig empfinden«, sagte sie und betonte, dass sie sich sicher sei, dass sie auch ankommen würden.

Die Feier wurde musikalisch durch die Darbietungen von Lilli Reining und Jan Michael Leimann, beides Abiturienten, passend umrahmt.

Eingeläutet wurde die Veranstaltung durch einen gemeinsamen Gottesdienst, den Schulpfarrer Matthias Henkel mit Schülern gestaltet hatte. Dieser gab den Abiturienten mit auf den Weg, dass Gottes Gnade auch Scherben des Lebens miteinbeziehen würde, dass man mit diesen Brüchen leben solle. Man solle sie aufheben, sie kleben und irgendwann würden sie glänzen wie Gold.

Der Festtag wurde mit dem Abiturball bei sommerlichen Temperaturen beschlossen.

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