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Überwiegend zufriedene Gesichter und Verständnis

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Trotz Umsatzeinbußen und 2G-Regelung fällt das Fazit zum Gießener Weihnachtsmarkt insgesamt positiv aus. © Jung

Am Ende des weihnachtlichen Treibens in der Innenstadt gab es überwiegend zufriedene Gesichter und viele positive Stimmen. Die letzten beiden Tage wurden von Regen begleitet.

Gießen . Die Bedingungen des Weihnachtsmarktes, der am 30. Dezember zu Ende ging, waren durch die Pandemie anders als gewohnt. Er startete schon am 18. November und gleich nach der Eröffnung mussten die Regeln verschärft werden. Doch am Ende des weihnachtlichen Treibens in der Innenstadt gab es überwiegend zufriedene Gesichter und bei einer zufälligen Befragung viele positive Stimmen. Die letzten beiden Tage wurden von Regen begleitet, besonders in den Abendstunden machte sich das bemerkbar und manche Betreiber schlossen deshalb früher als vor der offiziellen Sperrstunde, die im Laufe des Marktes auf 21 Uhr erweitert worden war.

Aus der Nähe von Bremen kommt Philipp Luft, der an seinem Stand warme Kleidung, Mützen, Schals und Kleinigkeiten verkaufte. Für ihn waren die Tage in der Fußgängerzone »anstrengend, geprägt durch die Unplanbarkeit«. Alles sei schwerfällig verlaufen, er habe sich nicht getraut, weitere Ware zu besorgen, wenn besondere Teile ausverkauft waren. Das Schwert der Schließung habe er immer über sich gesehen und das belastete den Händler. Die längere Öffnungszeit sei für ihn nicht maßgebend gewesen, »da ging nicht viel«. Verwirrung sei entstanden, weil zunächst um 20 Uhr geschlossen werden musste, dann aber eine Stunde länger geöffnet war.

Eine Beobachtung, die auch andere Betreiber machten: »Ihr habt schon zu«, hieß es zu Beginn, später meinten die Gäste »ihr habt ja noch auf«. Jürgen und Eva Uhl blickten zufrieden auf die Tage des Weihnachtsmarktes zurück. »Die Leute waren diszipliniert«, loben die Betreiber der Mandelbrennerei ihre Kundschaft und erfuhren: »Wenn sie die Regeln kennen, halten sie die auch ein.«

Trotz widriger Umstände sei alles gut verlaufen, zieht Andrè Lotz sein persönliches Fazit. Die Zusammenarbeit mit allen Akteuren habe prima geklappt. Für den Gießener Schausteller ging vom Weihnachtsmarkt eine positive Außendarstellung der Innenstadt aus. Kein Sturm, keine Beeinträchtigungen hätten das weihnachtliche Treiben in der Innenstadt gestört. Er spricht auch von »einem verständnisvollen Publikum«. Und zeigt dabei auf die vielen Schilder und Hinweise, die er wegen der Regeln aufstellen und an die er immer wieder mal seine Kunden erinnern musste. Wichtig für Lotz war, dass wieder soziale Kontakte stattfinden konnten. »Vor einem Jahr war das anders«.

Großes Lob an alle Beteiligten

Der Vorsitzende vom Gießener Schaustellerverband, Andreas Walldorf spricht ein großes Lob an alle Beteiligten der Veranstaltung aus. Sowohl die Betreiber, Behörden und die Stadtmarketing GmbH hätten konstruktiv zusammen gearbeitet. Es sei zu keinen Ausschreitungen gekommen, Betrunkene gab es nicht, groß war die Freude bei den Besucherinnen und Besuchern. Die Veranstaltung in der Innenstadt empfand Walldorf »als etwas für die Psyche«.

Norbert Kalbfleisch, der mit seinem Unternehmen zu den Stammbetreibern der Gießener Märkte zählt, bedauerte, dass viele seiner Stammkunden nicht kamen. »Sie gingen vorbei, winkten freundlich, aber kamen nicht rein.« Für ihn und seine Mannschaft bedeutete der Weihnachtsmarkt einen erheblichen Mehraufwand und höhere Personalkosten. Und beim Umsatz sei es die Hälfte der Summe von 2019 gewesen, verrät er.

Werner Wambold bedankte sich im Namen des Schaustellerverband Mittelhessen, deren erster Vorsitzender er ist, herzlich bei den verantwortlichen Stellen, »die sich dafür eingesetzt haben, trotz mancher Kritik, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden konnte«. Nach Wambolds Ansicht war es wichtig, den Weihnachtsmarkt durchzuführen »um unserem Berufsstand wieder eine Perspektive zu geben, den Beruf wieder auszuüben«. Auch sei es wichtig für die Bevölkerung, zu zeigen, dass es keine »Geisterstädte geben muss und die Lebensfreude zurück kommt«.

Die Umsetzung des diesjährigen Weihnachtsmarkts sei pandemiebedingt etwas aufwendiger gewesen, teilt Silja Papengut, kaufmännische Leitung des Stadtmarketings, auf Anfrage mit. So wurden schon beim Start Regelungen getroffen, um für Besucherinnen und Besucher als auch für Betreiberinnen und Betreiber einen möglichst hohen Schutz zu bieten. Kurzfristig reagierte das Unternehmen immer wieder auf die gesetzlichen Vorgaben und setzte die neuen Maßnahmen um. Papenguth: »Wir können ein sehr gutes Fazit ziehen. Der Weihnachtsmarkt verlief sehr friedlich und Besucherinnen und Besucher haben sich an die vorgegebenen Maßnahmen gehalten.« Der reibungslose Ablauf trotz Pandemiezeiten sei vor allem auf die sehr gute Zusammenarbeit mit den städtischen Ämtern, wie zum Beispiel mit dem Ordnungsamt, aber auch mit dem Gesundheitsamt des Landkreises, zurückzuführen. »Auch die Betreiberinnen und Betreiber auf dem Markt zeigten sich sehr kooperativ und setzten alle erforderlichen Maßnahmen sehr kurzfristig um«, zeigt sich die kaufmännische Leitung dankbar und zufrieden. Menschen, die in der Advents- und Weihnachtszeit ihre Stände betreuen, hätten sich positiv geäußert, berichtet Papenguth.

Der Umsatz ging pandemiebedingt gegenüber den Vorjahren, zurück. Doch: »Die Betreiberinnen und Betreiber zeigten sich vor allem sehr dankbar, dass der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr durchgeführt werden konnte«. Insgesamt sei auch der Andrang geringer als in den Vor-Corona-Jahren gewesen. Nach Vorgabe der 2G-Regelung für den Einzelhandel ging er noch ein wenig zurück. Die Erweiterung der Öffnungszeiten wurde allgemein gut angenommen, so die Beobachtungen der Stadtmarketing. Damit seien die Besucherzahlen in den 2G-Bereichen etwas entzerrt worden.

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Das Publikum des Weihnachtsmarktes zeigt Verständnis für die Einschränkungen. © Klaus-Dieter Jung

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