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Um 12.55 Uhr war der Topf leer

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Die Erbsensuppe geht weg wie die sprichwörtlichen »warmen Semmeln«. Foto: Jung © Jung

Gießen (kg). Um 12.55 Uhr kratzte die Schöpfkelle zum letzten Mal über den Boden des großen Topfes. Dann gab es keine Suppe mehr beim traditionellen Erbseneintopfessen der Freiwilligen Feuerwehr Gießen Rödgen. »Noch zwei«, signalisierte Steffen Schmidt, der die Suppenschüsseln mit der köstlichen Mahlzeit füllte, mit zwei Fingern in Richtung Kasse - dann war Schluss.

So etwas habe er noch nie erlebt, schildert der ehemalige Wehrführer diesen »Tag der Deutschen Einheit«, an dem die Rödgener Blauröcke - mit Unterbrechung durch die Pandemie - immer zum Eintopfessen rund um das Feuerwehrgerätehaus einladen.

«Wo habt ihr die denn gekauft?«, fragte ein Besucher neugierig beim Blick auf die dampfenden Schüsseln. Von wegen gekauft: Die Suppe wird bei den Floriansjüngern selbst gekocht, mit viel Aufwand und leckeren und gesunden Zutaten. Damit der Eintopf gelingt, schnippeln die Frauen aus der Alters- und Ehrenabteilung Gemüse, schälen »drei Eemer Kadoffen«, wie eine Helferin schildert und schneiden das Fleisch.

Die Suppenköche Erich Wismar, Oskar Becker und Alexander Rein kommen dann zum Einsatz, rühren in den beiden großen Töpfen und haben ein Auge darauf, dass die große Masse in Bewegung bleibt und nicht anbrennt. 190 Liter standen ab 11 Uhr bereit, an der Kasse und vor der Ausgabe stand eine lange Schlange. Hungrige Mäuler warteten geduldig auf die dampfende Suppe. »Spätes Frühstück oder frühes Mittagessen«, scherzte ein Gast.

Einige Küchen blieben am Feiertag kalt, die Rödgener holten sich die Mahlzeit auch mit Töpfen nach Hause. Kalt wurde den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr das Essen: Wegen eines Einsatzes mussten sie das Suppelöffeln einstellen und kamen erst später in den Genuss.

Wer zu spät kam, konnte sich mit Würstchen stärken oder an der Kuchentheke von den leckeren 25 Kuchen probieren. Besonders ins Auge fiel der »Tauchpumpenkuchen«, ein Rührkuchen mit Glasur, der wie eine Tauchpumpe aussah, aber natürlich wie alle anderen Gebäcke lecker schmeckte. Viel zu tun hatten die Helferinnen und Helfer, ob in der Küche beim Spülen, dem Würstchengrillen oder Bier zapfen und Kaffee kochen. Einen solchen Ansturm haben die Rödgener Vereinsmitglieder bei dieser Traditionsveranstaltung noch nicht erlebt. »Die Leute wollen einfach raus und wieder feiern«, lautete die Erklärung für den guten Besuch. Auch von außerhalb kamen viele Gäste.

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