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Umgang mit Weltraumschrott

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Dr. Tim Flohrer, Leiter des »Space Debris Office« der Europäischen Weltraum-Agentur ESA, spricht heute an der THM über die Gefahren von Weltraumschrott. Foto: ESA/J. Mai © ESA/J. Mai

Mehr als 36 500 menschengemachte Objekte mit einer Größe von über zehn Zentimetern umkreisen permanent die Erde. Und sie sind ein Problem, mit dem die Raumfahrt tagtäglich umgehen muss.

Gießen (red). Mehr als 36 500 menschengemachte Objekte mit einer Größe von über zehn Zentimetern umkreisen permanent die Erde. Die wenigsten sind funktionsfähige Satelliten - mit 81 Prozent macht den weit überwiegenden Teil Schrott aus. Es sind beispielsweise aufgegebene Satelliten, ausgediente Raketenstufen und Bruchstücke davon. Und sie sind ein Problem, mit dem die Raumfahrt tagtäglich umgehen muss.

Dr. Tim Flohrer stellt am heutigen 18. Januar an der THM die europäische Perspektive vor. Der Vortrag ist öffentlich und kostenfrei. Er findet ab 17.30 Uhr in Gebäude A21, Hörsaal 0.01 auf dem Gießener Campus Wiesenstraße der THM statt.

Flohrer ist Leiter des »Space Debris Office« der Europäischen Weltraum-Agentur ESA und koordiniert von Darmstadt aus die europäischen Aktivitäten in Sachen Weltraumschrott. Er erklärt, dass die Schrottteile sich im gleichen Verkehrsraum bewegen wie funktionierende Satelliten. Folglich können sie mit diesen kollidieren, sie nachhaltig beschädigen und auch weitere Schrottteile erzeugen.

Zur Kollisionsvermeidung können Raumfahrzeuge und manövrierfähige Satelliten ein Ausweichmanöver vollziehen, sofern die Bewegung des potenziellen Crash-Partners bekannt ist.

Um diese zu erfassen, ist aber eine ständige Überwachung des Weltraums erforderlich, so Prof. Guido Bartsch, der an der THM im Rahmen seines Forschungsprojekts MASSATS Konzepte für künftige Systeme zur Weltraumüberwachung untersucht.

Lage kontrollierbar machen

Bartsch und Flohrer vertiefen an diesem Tag ihren fachlichen Austausch. Im Anschluss erläutert Flohrer in einem öffentlichen Vortrag, welche Auswirkungen ein Crash im Weltraum für die Menschheit haben kann und wie internationale Zusammenarbeit und interdisziplinäre Forschung die Lage im All kontrollierbar machen sollen.

Dabei spielen beispielsweise »Big Data«-Ansätze, der Einsatz von künstlicher Intelligenz und nicht zuletzt auch computergestützte Simulationen eine große Rolle.

Informationen zum Forschungsprojekt MASSATS sind unter www.MASSATS.space zu finden.

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