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Umweltfrevel im Stadtwald

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Von: Rüdiger Schäfer

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Im Schiffenberger Wald sind Säcke mit Asbest abgeladen worden. Foto: Bahmer © Bahmer

Asbestverseuchter Abfall wurde illegal an zwei Stellen im Gießener Wald entsorgt. »Die Sache ist in Bearbeitung«, sagt die Polizei. Die Stadt hat ein Fachunternehmen mit der Beseitigung beauftragt.

Gießen . Immer wieder wird auch in der Gießener Gemarkung illegal Müll abgeladen. Manchmal geht es einfach nur darum, ein paar mickrige Euro einzusparen oder sich bequemerweise den Weg zur Abnahmestelle in der Lahnstraße zu ersparen. Ganz dreiste Übeltäter stellen ihren Sperrmüll gar mitten in der Stadt ab. Ist an einer Stelle erstmal der Anfang gemacht, kommen in der Regel weitere illegale Entsorgungen hinzu.

Nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich wird es, wenn Giftmüll illegal entsorgt wird. Weil hohe Strafen drohen, wird der Ablageort zumeist im Wald gesucht, wo man nicht so leicht gesehen wird. Wieder einmal informierte dieser Tage ein besorgter Bürger den Anzeiger, weil er eine solche wilde Ablagerungsstätte entdeckt hatte. Demnach war im Wald südlich des Schiffenberger Weges unzulässig asbesthaltiger Abfall beseitigt worden.

Die Stadt verwies auf Anfrage zunächst auf die Zuständigkeit von »Hessen Forst«. Im Wettenberger Forstamt war dem für den Bereich Naturschutz zuständigen Holger Brusius diese umweltschädliche Ablagerung seit Wochen bekannt. »Wir haben das Fuhramt der Stadt Gießen beauftragt, den Asbest-Abfall zu entsorgen. Doch die scheinen überlastet zu sein«, teilte er dieser Zeitung mit. Von der Polizei hieß es wiederum: »Die Sache ist bei uns in Bearbeitung. Eine Strafanzeige liegt vor.« Ermittelt werde wegen des unerlaubten Umgang mit Abfällen, in diesem Fall mit Asbest. Und »Wir stehen im Austausch mit der Stadt Gießen und dem Forstamt.«

Die Stadt berichtete in der Zwischenzeit von einem weiteren Fundort: In dem Waldstück links und rechts der Licher Straße seien ganze Platten abgeladen worden. Vermutlich handele es sich um asbestverseuchtes Eternitmaterial. »Da wir diese großen Platten in der Licher Straße aufgrund ihres Ausmaßes nicht selbst fachgerecht entsorgen können, mussten wir auf eine externe Beauftragung ausweichen«, erklärt Stadtsprecherin Claudia Boje. Die Firma übernehme nun beide Aufträge. »Das wird bald geschehen«, versicherte Boje.

Bei den Säcken im Schiffenberger Wald handelt es sich offensichtlich um speziell für die Asbestentsorgung bestimmte Säcke. Darauf ist in großen Buchstaben zu lesen: »Achtung, enthält Asbest - Gesundheitsgefährdung beim Einatmen von Asbestfeinstaub - Sicherheitsvorschriften beachten - Behälter geschlossen halten.«

Ob die Säcke geschlossen abgelagert und erst später geöffnet wurden, ist nicht mehr festzustellen.

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