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»Ungern lassen wir sie ziehen«

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Oberin Sr. Theresa und Geschäftsführer Andreas Leipert nehmen Schwester »Philo« zum Abschied in die Mitte. Die 95-jährige Gottesfrau zieht auf ihren Altersruhesitz. Foto: Jokba © Jokba

Über 70 Jahre tat sie im St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung Dienst im Namen Gottes und für die Menschen, jetzt verlässt die 95-jährige Schwester Philatretha Gießen in Richtung Altenteil.

Gießen (red). Schwester Philaretha führt ein Leben im Dienst Gottes und des Menschen. Die 95-Jährige ist seit 1952 Ordensfrau der Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) mit Sitz in Nürnberg. Ebenso seit 1952 lebt sie in Gießen und verrichtet ihre Arbeit im St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung. Im September 2022 würde sie 70 Jahre Tätigkeit im Krankenhaus und Leben in Gießen abrunden - doch zum 30. Mai hat sie Mittelhessen in Richtung Ebersteinburg bei Baden-Baden verlassen. Dort wird sie ihren Altersruhesitz haben.

Im dortigen Alten- und Pflegeheim Maria Frieden, das zur selben Trägerschaft wie das Krankenhaus gehört, wird sie auf einige ihr gut bekannte Mitschwestern treffen, die früher ebenfalls in Gießen lebten und arbeiteten.

Geboren wurde Schwester Philaretha, mit weltlichem Namen Hedwig Köpfer, am 1. März 1927 im Schwarzwald. Im St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung ist sie seit Jahrzehnten ein fester und wichtiger Bestandteil. Seit fast 70 Jahren lebt und arbeitet sie hier und war mit großem Fleiß und Einsatz und unerschütterlichem Gottvertrauen in der Krankenpflege tätig, viele Jahre lang als Stationsleitung in der Inneren Medizin. Auch wenn »Philo«, wie Schwester Philaretha häufig liebevoll genannt wird, schon lange im Ruhestand ist, ist sie zuletzt für das Krankenhaus und die Gemeinschaft der Ordensschwestern aktiv, wie Oberin Schwester Theresa erzählt: »Schwester Philaretha hat bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie noch alle Flyer, Prospekte und Zeitschriften im Haus verteilt. Sie hat sie auf ihren Rollator geladen und ist durch die Stationen gefahren und hat alle Info-Ständer befüllt. Dabei hat sie viele Patienten getroffen und mit den Mitarbeitern regen Kontakt gepflegt. Für uns in der Gemeinschaft hat sie wertvolle hauswirtschaftliche Arbeiten übernommen. Wir werden sie sehr vermissen!«

»Wir danken Schwester Philaretha für ihren unvergleichbaren Einsatz in unserem Krankenhaus. Sie war stets für unsere Patientinnen und Patienten, ihre Angehörigen und auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter da. Nach so vielen Jahrzehnten ist Schwester Philaretha geradezu eine Institution hier im Krankenhaus und darüber hinaus geworden. Wer kennt sie nicht? Aus dem Krankenhaus ist sie kaum wegzudenken, sehr ungern lassen wir sie ziehen«, sagt Geschäftsführer Andreas Leipert und wünscht der Ordensfrau auch im Namen der Krankenhausleitung und aller Mitarbeiter alles Gute und Gottes reichen Segen.

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