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Unterricht bereits im neuen Schuljahr

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Von: Julian Spannagel

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Vertreter der zuständigen Baufirma, der Stadt und nicht zuletzt der Schulleitung haben sich zum symbolischen Spatenstich zusammengefunden. Foto: Spannagel © Spannagel

Der symbolische Spatenstich für den umweltfreundlichen Erweiterungsbau des Landgraf-Ludwigs-Gymnasium. Das LLG in Gießen erhält acht zusätzliche Klassenräume.

Gießen. Das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium (LLG) erhält ein neues Gebäude. Bereits im Juni soll es bezugsfertig sein, was daran liegt, dass auf eine Holzmodulbauweise zurückgegriffen wird. Im kommenden Schuljahr soll es darin erstmals Unterricht geben. Es entstehen acht Klassenräume sowie ein Computerraum. Insgesamt ist der Bau recht umweltfreundlich geplant worden.

Vertreter der zuständigen Baufirma, der Stadt und nicht zuletzt der Schulleitung haben zum symbolischen Spatenstich zusammengefunden. Bevor die Repräsentanten zum offiziellen Termin erschienen, war bereits ein Bagger am Werk. Deutlich zeichnet sich eine Baugrube ab. Am Tag des Eröffnungsakts fand der Schulbetrieb zudem nur auf freiwilliger Basis statt, da Glätte eine Anreise mitunter gefährlich machte. Die Baustelle ist matschig, was prinzipiell kein Problem sei, wie Werner Hasen von der Baufirma »Blumer-Lehmann AG« vermittelt. Einzig etwa anhaltender Regen und Glätte könnten einem schnellen Voranschreiten des Baus im Weg stehen.

Wie Hasen erklärt, sei zum Beispiel die Errichtung des Untergrunds des Hauses bei starker Matschbildung schwierig. Zudem sei derzeit die Logistik insgesamt von Lieferengpässen bestimmt. Nichtsdestotrotz: In nur einer bis zwei Wochen soll das Gymnasium dann bereits um das Bauwerk ergänzt sein.

Aufgrund der Holzmodulbauweise wird dann zudem nicht nur ein Rohbau fertig sein. So seien Hasen zufolge an angelieferten Teilen etwa bereits Kloschüsseln montiert. Insgesamt 42 Module werden verbaut. In der Folge müssen allerdings dann noch einige Schritte abgearbeitet werden. Nicht zuletzt sei dann das Gartenbauamt zuständig für die Begrünung des Dachs.

Mit nachhaltigem Anspruch

Nicht nur von oben soll das Gebäude dann grün werden, sondern auch von innen. So wurde bei der Ausschreibung sowohl auf den Preis als auch auf die Verwendung von umweltzertifizierten Baustoffen geachtet. Es war also nicht nur eine Kostenfrage. Das verwendete Holz stammt außerdem aus regionaler Forstwirtschaft. Des Weiteren werden Solaranlagen installiert.

Zum unter dem Stichwort »Nachhaltigkeit« stehenden Konzept des Gebäudes gehört außerdem die Installation einer Rigole, durch welche Regenwasser, auch vom Dach des unmittelbar angrenzenden Gebäudes, derart aufgefangen wird, dass es in den Boden versickert und damit umweltfreundlich dem Grundwasser zugeführt wird. Das dem zugrunde liegende Prinzip sei das der »Schwammstadt«, wie Stadträtin Astrid Eibelshäuser darlegt. Positiv hervorzuheben ist darüber hinaus, dass das ganze Gebäude barrierefrei sein wird.

Auch Lüftungsanlagen, »gute« Tageslichtbeleuchtung und Raumakustik werden seitens der Stadt angepriesen. Entfernt wurden für den Bau drei Eichen, für die es allerdings angrenzend an das neue Gebäude Ersatz geben werde.

Dass jetzt überhaupt ein neues Schulhaus entsteht, ist auf den gestiegenen Bedarf der Bildungseinrichtung zurückzuführen. »Die Schülerinnen und Schüler sind am Tag länger in der Schule«, erklärt Eibelshäuser. Zudem gebe es andere Unterrichtsformen wie selbstorganisiertes Lernen. »Im Gegenzug kriegen wir Luft in der Georg-Büchner-Schule«, erklärt sie. Diese grenzt unmittelbar an das LLG an und darf auf Entlastung hoffen. Diese Lage habe 2021 Stadt und Schulleitung zusammengebracht, so die Stadträtin.

Ein wenig länger als gedacht habe es dann allerdings in der Folge mit der Planung gedauert. Es herrschte jedoch Einvernehmen, dass der Prozess dennoch recht zügig vonstatten ging.

Die Entscheidung für die Holzbauweise sei außerdem auch aufgrund der raschen Realisierbarkeit getroffen worden, wie Eibelshäuser erklärt. Etwas Unmut und Klärungsbedarf hatte es im Vorfeld von Anwohnern gegeben.

Anwohnerproteste im Vorfeld

Diese hatten, so berichteten die Anwesenden, gefürchtet, dass es eine erhöhte Lärmbelastung, mehr Verkehrsaufkommen und auch eine Verdunklung ihrer Bleibe durch den Schattenwurf des Gebäudes geben würde.

Dem hielten die Planer entgegen, dass der Sonnenverlauf und entsprechender Schattenwurf fundiert berechnet worden seien. Auch die anderen Befürchtungen wurden entkräftet. So sei etwa nicht mit höheren Schülerzahlen zu rechnen, da das Gebäude aus einem bestehenden Bedarf heraus realisiert werde.

Ein wichtiges Detail ist darüber hinaus, dass das Gebäude zumindest nicht direkt in den kommunalen Besitz übergeht. Stattdessen wird die »Blumer-Lehmann AG« das Gebäude für zehn Jahre vermieten.

Die Miete wird, bei aller Unwägbarkeit zum jetzigen Stand, mit rund 40 000 Euro im Monat veranschlagt. Nach einem Jahrzehnt hat die Stadt dann eine Kaufoption.

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