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Unterstützung im Kollektiv

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Schon am Sonntagmittag ist vor dem »Gutburgerlich« in der Bahnhofstraße viel los. © Leyendecker

Das »Gutburgerlich« hat in Gießen zum Spendengrillen zugunsten der Ukraine-Opfer eingeladen. Die kompletten Einnahmen gehen an die Hilfsorganisation GAiN.

Gießen. Minas Adis ist am Sonntag im Stress. Er steht hinter der Theke im »Drossel und Specht« und schenkt fleißig Bier und Wein an durstige Besucher aus. Dass es erst Mittagszeit ist, stört sie nicht. Denn sie wissen, dass es um eine gute Sache geht. Vor wenigen Tagen hat das »Gutburgerlich« in den Sozialen Medien zum Spendengrillen eingeladen. Der Grund dafür liegt auf der Hand und so prangt auf den Flyern in den Farben gelb und blau der Slogan »Slawa Ukraini«, also »Ruhm der Ukraine«.

Alle Einnahmen gehen direkt an das »Global Aid Network« (GAiN). Zusammenarbeit nach Gießener Art, wie Adis betont. »Wir kamen im Kollektiv auf die Idee. Es ist verstörend, was in der Ukraine passiert und es lässt uns nicht kalt«, sagt der Gastronom. So überlegten sich die »Guten Söhne«, was sie an Unterstützung anbieten könnten. »Wir können Essen machen und Wein ausschenken, das wissen wir. Wir schaffen eine Situation, in der wir für einen guten Moment sorgen, um etwas Gutes zu tun.«

Aktion auf freiwilliger Basis

Da kommt dann auch »GAiN« ins Spiel. Mehrere Ansprechpartner der Hilfsorganisation sind an diesem Tag vor Ort. Am Stand des »Global Aid Networks« sind Coupons erhältlich, mit denen man Essen und Getränke bekommt. Kostenpunkt: eine kleine Spende, wenn man möchte. Ansonsten bleibt es eine Aktion auf freiwilliger Basis. »Die Idee kam vor etwa einer Woche und wir haben bis heute getüftelt. Alle, die heute hier arbeiten, sind ehrenamtlich dabei, der Sonntag ist perfekt dafür«, betont Adis. So verwundert es auch niemanden, dass mit Maurice Zach-Zach ein weiterer bekannter Gießener Gastronom hinter dem Grill steht und Würstchen und Grillspieße anbietet. »So wenig Aufwand für den maximalen Ertrag für GAiN. Es ist das Bisschen, was wir in dieser Situation machen können«,so Adis.

Dass die Kooperation zwischen »GAiN« und dem »Gutburgerlich« zustande gekommen ist, freut auch Anne-Katrin Loßnitzer von der Hilfsorganisation. Das Ziel der Organisation ist es, die Leute zu informieren und zur Mithilfe zu gewinnen. »Wir haben drei verschiedene Möglichkeiten, uns zu unterstützen oder mitzumachen. Zum einen können Hygienepakete gepackt werden. Oder man kommt zu uns ins Lager und hilft beim Sortieren mit, das ist dann die praktische Hilfe. Oder man wirft etwas in unsere Spendendose zugunsten der Ukrainehilfe. Die Spendendose gibt es übrigens auch virtuell mit Paypal«, schildert Loßnitzer.

Bei der Hilfe im Warenlager bittet sie darum, dass sich die Menschen unter der Woche anmelden, am Wochenende ist das Lager von 12 bis 17 Uhr für alle Helfer offen. »Auch wir müssen noch an die Coronaregeln denken, solange sie andauern«, gibt Loßnitzer zu bedenken.

»Können uns nicht aus Affäre ziehen«

Der Aufruf von »GAiN«: Nach Möglichkeit sollen sechs vollständige Hygienepakete zusammengestellt werden. Der Inhalt wird in der Ukraine dringend benötigt. Neben Seife, Shampoo, Duschgel, Zahnpasta und Zahnbürsten geht es um Dinge wie Handcreme, Tampons oder Binden und Papiertaschentücher. »Es geht um die Menschen vor Ort und um die Flüchtenden. Wir haben Hilfstransporte in Nachbarländer der Ukraine und ins Land selbst. Das Thema ist näher gerückt und wir können uns nicht mehr aus der Affäre ziehen«, unterstreicht Loßnitzer. Die Besucher spenden indes einiges und bekunden bei Wein und Grillspießen ihre Solidarität zur Ukraine. »Viele möchten unterstützen und wissen nicht wie. Wir dachten uns, dass wir den Leuten eine Möglichkeit bieten, etwas Gutes zu tun«, betonen Loßnitzer und Adis gleichermaßen.

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