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Vermutlich kein »nahtloser Übergang«

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Gießen (twi). Mancher Patient der Rheuma-Ambulanz am Uniklinikum Gießen staunte wohl nicht schlecht, als ihm vor einigen Tagen ein Schreiben aus der Leitstelle der Medizinischen Klinik und Poliklinik III ins Haus flatterte: »Wie Sie sicherlich alle wissen, wird Doktor Noethe in Rente gehen. Bis Ende März kann er noch Rezepte ausstellen. Leider stehen die Chancen derzeit nicht wirklich gut, dass in absehbarer Zeit ein/e Nachfolger/in kommen wird.

Daher müssen Sie sich zur Sicherstellung der weiteren Therapie nun doch zeitnah um einen neuen Rheumatologen kümmern.« Sofern sich dies als sehr schwierig gestalten sollte, wird darum gebeten, sich an die Terminservicestelle der jeweiligen Krankenkasse zu wenden. Und: »Gerne können Sie in gewissen Zeitabständen bei uns nachfragen, ob es vielleicht Neuigkeiten gibt.«

Zahlreiche Patienten wollten es aber schon gleich genauer wissen und hakten beim Beschwerdemanagement des Uniklinikums nach. Allzu große Hoffnung dürfte die Antwort bei ihnen nicht geweckt haben. »Nach Rücksprache mit der entsprechenden Fachabteilung ist eine Nachbesetzung der rheumatologischen Sprechstunde zwar in Arbeit, allerdings ist uns in diesem Zusammenhang kein Datum einer Nachbesetzung genannt worden. Somit ist davon auszugehen, dass Sie sich zunächst für die weitere Behandlung Ihrer rheumatologischen Beschwerden einen fachärztlichen Ersatz suchen müssten«, hieß es dort.

UKGM-Sprecher Frank Steibli erklärte auf Anfrage des Anzeigers, dass die chefärztliche Leitung der universitären Rheumatologie bei Prof. Ulf Müller-Ladner liegt. Traditionell sei die stationäre Behandlung der rheumatologischen Patientinnen und Patienten an der Kerckhoff-Klinik auf dem Campus der Justus-Liebig-Universität in Bad Nauheim angesiedelt. Dort gebe es auch eine rheumatologische Ambulanz. »Die Rheuma-Ambulanz in der Medizinischen Klinik und Poliklinik III/Innere Medizin mit den Schwerpunkten Endokrinologie, Diabetologie, Stoffwechsel, Osteologie und Ernährungsmedizin bleibt bestehen. Das Universitätsklinikum Gießen ist derzeit auf der Suche nach einem Arzt oder einer Ärztin, die oder der die fachärztliche Weiterbehandlung für ambulante rheumatologische Fälle übernehmen kann, wenn der derzeitige Leiter unserer Rheuma-Ambulanz in Rente geht«, so Steibli. Möglicherweise könne jedoch kein nahtloser Übergang gewährleistet werden. Deshalb und um längere Wartezeiten für die Patienten zu vermeiden, sei frühzeitig darüber informiert und darum gebeten worden, sich an anderer Stelle einen Termin zu sichern.

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