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»Versorger hätte umsteuern müssen«

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Gießen (red). Auf 13 300 der insgesamt 13 500 Fernwärme-Kunden der Stadtwerke Gießen (SWG) ist zum 1. April eine fast 50-prozentige Preisanhebung zugekommen. Die Stadtwerke verweisen auf die seit mehreren Monaten explodierenden Energiepreise. Schicksalhaft sei dieser Preissprung »bei der ohnehin schon teuren Fernwärme aber nicht, wenn der Versorger rechtzeitig umgesteuert hätte«, meint der Mieterverein Gießen in einer Pressemitteilung.

»Es ist richtig: Die Einkaufspreise für Gas sind seit Februar 2021 um circa. 100 Prozent gestiegen. Ob die Energiespartipps der SWG und eine persönliche Energieberatung weiterhelfen, muss man bezweifeln, da viele Kunden längst sparsamer mit Heizenergie umgehen. Die Absenkung der Raumtemperatur auf 20 Grad ist sicher ein guter Ratschlag, weil damit gut zwölf Prozent der Energiekosten gespart werden können. Mehr Möglichkeiten haben Mieter, deren Wohnungen mit Fernwärme beheizt werden, aber gar nicht. Denn auf den energetischen Zustand des Hauses haben sie keinen Einfluss. Das ist Sache der Vermieter«, so der Mieterverein. Die Fernwärme-Abnehmer seien Kunden eines »lokalen Monopolanbieters« und hätten keine Möglichkeit zur Gegenwehr, denn mit Fernwärme könne man den Anbieter nicht wechseln. »Jetzt rächt sich die starke Abhängigkeit auch der hiesigen Stadtwerke vom Gas, das zum Großteil aus Russland kommt«, beklagt der Vorsitzende Stefan Kaisers.

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