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Vielfältige Angebote für Migranten

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Gesprächsrunde mit Maria Hutsylo, Vera Stelter, Julia Hettenhausen, Ela Cetin-Honca und Sinem Özkan. © Schäfer

Strukturen der Integrationsarbeit vor Ort weiter auszubauen, miteinander zu vernetzen und zu verankern sind die Ziele des WIR-Projekts. Es wurde im im Ausländerbeirat der Stadt Gießen vorgestellt.

Gießen. Seit 2014 fördert die Hessische Landesregierung mit dem Landesprogramm »WIR« (Wegweisende Integrationsansätze Realisieren) innovative Projekte, um die Teilhabechancen zugewanderter Menschen zu verbessern. Das städtische WIR-Vielfaltszentrum im Integrationsbüro wurde in der Sitzung des Ausländerbeirates vorgestellt. Ziel der Arbeit ist es, allen Bürgern einen gleichberechtigten Zugang zu den Angeboten der Stadtverwaltung zu ermöglichen.

Die Universitätsstadt Gießen beteiligt sich seit 2014 an dem hessischen Förderprogramm WIR. Dieses Programm hat zum Ziel, bereits vorhandene Strukturen der Integrationsarbeit vor Ort weiter auszubauen, miteinander zu vernetzen und nachhaltig zu verankern. Diese Strukturen sollen an eine immer vielfältiger werdende Gesellschaft angepasst werden, um somit allen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft eine bessere gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Vor Ort ansetzen

Zu diesem Zweck fördert das Hessische Ministerium für Soziales und Integration in allen 33 hessischen Landkreisen, kreisfreien Städten und Sonderstatusstädten seit 2014 die Beschäftigung einer WIR-Koordinationskraft und seit 2017 die eines WIR-Fallmanagers für Geflüchtete - so auch in Gießen. Das Ministerium begleitet die Koordinationskräfte und Fallmanager regelmäßig durch hessenweite Informations- und Arbeitstreffen sowie geförderte Projekte wie ein Integrationslotsen- oder Laiendolmetscher-Pool. Zentral für das Förderprogramm ist jedoch, dass die Tätigkeiten der jeweiligen Koordination und des Fallmanagements bei der Situation und den Bedarfen vor Ort ansetzen.

Integrationsbüro-Leiterin Julia Hettenhausen ging auf die Aufgaben des WIR-Vielfaltszentrums ein. Demnach sind die Schwerpunkte der Arbeit der WIR-Koordinationskräfte Sinem Özkan und Vera Stelter die Förderung einer Willkommens- und Anerkennungskultur in Gießen und die (Weiter-)Entwicklung von Strategien zur interkulturellen Öffnung der Stadtverwaltung und kommunaler Regelangebote. Konkret bedeutet dies unter anderem die Umsetzung und Fortschreibung des Handlungskonzeptes »Integration in der Universitätsstadt Gießen«, die Mitarbeit im Verein Antidiskriminierung Mittelhessen, Planung und Durchführung der zweimal jährlich stattfindenden Einbürgerungsempfänge, Analyse und Konzeptionierung von stadtteilbezogenen Partizipations- und Bildungsangeboten, Vertiefung der Kooperationen mit lokalen Akteuren im Themenfeld Integration und interkulturelle Öffnung, Konzeptionierung von Workshops für Mitarbeitende der Stadtverwaltung, Pflegen der verwaltungsinternen Sprachbörse, Sensibilisierung der Mitarbeiter der Stadtverwaltung zum Thema interkulturelle Öffnung sowie Begleitung und Evaluation der internen Steuergruppe »Interkulturelle Öffnung der Stadtverwaltung«.

Überblick geben

Aufgabe der WIR-Fallmanager Sinem Özkan und Tarik Mouhib ist es, Geflüchteten einen Überblick über bestehende Angebote in der Stadt zu geben und sie gegebenenfalls zu den zuständigen Stellen weiterzuleiten.

Sie koordinieren die Arbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen und betreuen die Gießener Integrationslotsen.

Konkret bedeutet dies unter anderem Qualifizierung, Betreuung und Koordinierung des Integrationslotsen-Projektes, die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements Geflüchteter, Stärkung der Teilhabe von Geflüchteten und Migranten am sozialen und kulturellen Leben, die Durchführung von Kooperationsveranstaltungen wie dem »Global Village«, die Planung von Schwimm- und Fahrradkursen für geflüchtete Frauen, eine Sprechstunde für neuangekommene Frauen, Durchführung von Stadtteilführungen für Frauen sowie eine Analyse von sozialräumlichen Daten im Hinblick auf Neuzugewanderte.

Ein Handlungskonzept für eine »Integration in der Universitätsstadt Gießen« war im November 2013 entwickelt und von der Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2015 beschlossen worden. Eine WIR-Koordinationskraft gab es bereits seit 2014, das Vielfaltszentrum wurde im vergangenen Jahr etabliert. Freiwillig und ehrenamtlich helfen Integrationslotsen Migranten und geflüchteten Menschen bei der Orientierung in der Stadt. Sie begleiten zu Ämtern, Behörden, Elterngesprächen in Kitas und Schulen und beim Besuch in Arztpraxen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Oberste Prämisse stelle die Hilfe zur Selbsthilfe dar. Gesucht würden Laiendolmetscher, die mit einer Pauschale für ihre Tätigkeit entlohnt werden. Unter den Mitarbeitern in der Stadtverwaltung, die ihre fremdländischen Sprachkenntnisse zur Verfügung stellten, seien 25 Sprachen vertreten.

Interessenten können sich melden bei www.wir.dolmetschen@giessen.de.

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