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Vier mal 250 Euro übergeben

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Fröhliche Gesichter bei der Übergabe der Spendengelder der Todenwarth-Stiftung. Foto: Wißner © Wißner

Die Todenwarth-Stiftung bedenkt in diesem Jahr mit einem doppelten Betrag einen Familientreff für ukrainische Familien und drei Jugendtreffs in Gießen.

Gießen (twi). Nicht nur einen doppelten Grund zur Freude hatten alle Beteiligten bei der Übergabe der Stiftungsgelder der Todenwarth-Stiftung, sondern auch ein doppelter Betrag konnte diesmal übergeben werden. Aufgrund der Coronapandemie fand im vergangenen Jahr keine Übergabe statt. »Es war vor 387 Jahren ein persönlicher Schicksalsschlag, der zur Schaffung führte und seit damals ist die Stiftung lebendig vorhanden« begrüßte Stadtpfarrer Peter Ohl in der Kapelle des Stadtkirchenturms die Teilnehmer zur Übergabe der Stiftungsgelder. Empfänger der in diesem Jahr mit jeweils 250 Euro sind der Familientreff für ukrainische Kinder und deren Eltern, der von Oksana Cherwinska im April diesen Jahres in den Räumen der Stephanusgemeinde ins Leben gerufen wurde. Wöchentlich besteht hier die Möglichkeit unter pädagogischer Anleitung zu basteln und zum gegenseitigen Austausch. Für Familien, die gerade aus der Ukraine in Deutschland ankommen, ist dies eine wichtige Anlaufstelle. Ebenfalls jeweils 250 Euro erhielten die drei Jugendtreffs des Diakonischen Werkes: der Holzpalast in der Paul-Schneider-Straße, der Jugendtreff Spenerweg und das Jugendhaus Wieseck Am Eichelbaum. Der Arbeitsschwerpunkt dieser Jugendtreffs ist das Bildungs- und Freizeitangebot. Ohl überreichte gemeinsam mit »Kastenmeister« Armin Habermann von der Evangelischen Regionalverwaltung Gießen, dem evangelischen Dekan André Witte-Karp und Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher die vier Schecks an Oksana Cherubine, die stellvertretende Leiterin des Diakonischen Werkes, Ute Kroll-Naujoks und Nora Kohl vom Jugendtreff Holzpalast.

Ohl erinnerte an den Stiftungsursprung: »Am 10. Juni 1635 verstarb Catharine Wolffin von Todenwarth während ihr Ehemann in Prag weilte um den Prager Frieden mit zu verhandeln. Als er zurückkam konnte er nur noch an der Beisetzung seiner an der Pest gestorbenen Ehefrau teilnehmen«. Dr. Antonius Wolff von Todenwarth, seines Zeichens Kanzler des Landgrafen Georg II von Hessen-Darmstadt und Statthalter in Gießen (1592-1641), gründete daraufhin die Stiftung zum Andenken an seine verstorbene Ehefrau. Jährlich 50 Gulden sollten aus deren Erträgen »under Hausarme Leuht…zu gleichen theilen ausgetheilt« werden.

Zum 375-jährigen Jubiläum 2010 erfolgte eine Erneuerung dieser Stiftungstradition, wurde an gleicher Stätte einvernehmlich durch Vertreter der Stifterfamilie, der evangelischen Kirche sowie der Stadt als Treuhänderin des Stiftungsvermögens ein neuer Vertrag geschlossen und der Stiftungszweck in Gedenken an die sozial engagierte Frau von Todenwarth der heutigen Zeit angepasst. Seitdem werden von der Stadt jährlich am Sonntagmorgen nach dem Todestag 500 Euro übergeben.

Im vergangenen Jahr musste erstmals seit der Erneuerung der Stiftung aufgrund von Corona die Überreichung ausgesetzt werden - und wurde nun nachgeholt.

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