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»Völlig inakzeptabel«

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Der Baustellenfahrplan solle nochmal überdacht werden, appelliert »Pro Bahn«. Archivfoto: Friese © Katrina Friese

»Pro Bahn« kritisiert die Folgen der Vollsperrung Richtung Frankfurt für den »Mittelhessen-Express«. Auch Pendler aus Gießen sind davon betroffen.

Gießen (ebp). Aus zwei werden vier: Weil die Bahn eigene Gleise für eine S-Bahn-Linie schafft, wird die Main-Weser-Bahn zwischen Bad Vilbel und Frankfurt vom 9. Juli bis zum 5. September voll gesperrt - mit Auswirkungen für Bahnfahrer, die etwa von Gießen nach Frankfurt pendeln. Der »Mittelhessen-Express« (RB40/41) endet dann laut RMV bereits in Hanau, statt wie üblich am Frankfurter Hauptbahnhof. Lediglich einzelne Züge fahren bis beziehungsweise ab Frankfurt. Diese Fahrplanänderung sei »völlig inakzeptabel und muss revidiert werden«, fordert Thomas Kraft, Vorsitzender des Fahrgastverbandes »Pro Bahn« in Hessen, in einem offenen Brief an Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), RMV-Geschäftsführer Knut Ringat und Dr. Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Hessen.

Es reiche nicht aus, Gießen, Marburg und Wetzlar ausschließlich alle zwei Stunden mit dem RE30 an den Frankfurter Hauptbahnhof anzubinden und nur dazwischen alle zwei Stunden den RE99/RE98 nach Frankfurt-Süd fahren zu lassen, so Kraft. Der »Mittelhessen-Express« müsse in den acht Wochen Trassen über Hanau Hauptbahnhof hinaus, auf der nordmainischen Seite über Maintal erhalten, sodass zumindest Frankfurt-Süd angesteuert werde.

Bei Beginn der Baustellenplanung sei das 9-Euro-Ticket noch kein Thema gewesen. Viele Gelegenheitsfahrgäste wollten mit dem Ticket Ziele in Frankfurt ansteuern. Angesichts der »inakzeptablen Bedingungen« würden die Menschen aus Mittelhessen »vom Bahnfahren abgeschreckt, nutzen das Verkehrsmittel über Jahre nicht mehr und verstopfen damit noch mehr die A5«, kritisiert »Pro Bahn«.

Ziel: Kein Umstieg

Neben den Freizeitfahrgästen müsse aber auch an die Pendler gedacht werden, die für ihren Job in die Mainmetropole fahren müssen. Für sie gebe es »recht umständliche zeitaufwendige Alternativen«. Zwar würden auf der nordmainischen Strecke die Linien RE54, RB58 und RB59 verkehren. Aber: »Wie viel Fahrgastaufkommen hat die Achse Würzburg-Aschaffenburg-Hanau-Frankfurt und wie viel Fahrgastaufkommen hat die Achse Marburg-Wetzlar-Gießen-Frankfurt? Die Zahlen aus Mittelhessen dürften deutlich höher sein«, heißt es in dem offenen Brief. »Die Menschen wären sogar zufrieden, wenn einzelne Fahrten des RB40/RB41 in Maintal-Ost und Maintal-West halten müssten.« Die Hauptsache sei die umsteigefreie Fahrt von Mittelhessen nach Frankfurt.

Es gehe »Pro Bahn« nicht darum, die Vollsperrung zu stoppen. Vielmehr müsse der Baustellenfahrplan noch einmal überdacht werden. Die zusätzlich bestellten Nahverkehrszüge für das 9-Euro-Ticket seien Beweis dafür, dass es im Bedarfsfall auch kurzfristiger geht. »Besser kurzfristig noch ein geänderter, besserer Fahrplan, wodurch die Fahrgäste sich noch mal umstellen müssen, als ein schlechter Fahrplan in der Umsetzung.«

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