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Volle Kofferräume für die Tafel

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Dieter Kollar (l.) nahm die Spenden in Empfang. Foto: Jung © Jung

Geld und jede Menge Vorräte: Das Ergebnis der Allendorfer Sammelaktion für die Tafel Gießen übertrifft sämtliche Erwartungen

Gießen (kg). Mit vollen Kofferräumen fuhren einige Allendorferinnen und Allendorfer auf dem Hof der Tafel im Leimenkauter Weg vor. Die »Ausbeute« der ungewöhnlichen Sammelaktion im Kleebachdorf in der vergangenen Woche - 2250 einzelne Spenden wie Kaffee, Konserven, Nudeln, Reis und Hygieneartikel - packten sie auf den großen Wagen der Tafel. Tafel-Leiter Holger Claes schaute zufrieden zu.

Der Krieg in der Ukraine und die Zurückhaltung bei den Verbrauchern hat auch Auswirkungen auf die Tafel in Gießen. Dazu kommen die steigenden Energiepreise, fehlende Spenden und die Supermärkte stellen nicht mehr so viele Lebensmittel als Spende zur Verfügung wie bislang.

Wie kam es nun zu dieser ungewöhnlichen Aktion? Frank Schuchard, Beisitzer in der Vereinsgemeinschaft Allendorf/Lahn (VGA), hatte die Idee, der Tafel unter die Arme zu greifen. Er postete einen Spendenaufruf auf Facebook und auf der Internetseite der (VGA) - und die Hilfsbereitschaft war groß.

Involviert war die Vereinsgemeinschaft, die ihr Vorhaben an die Vereine weitergab, und auch die Mund-zu-Mund-Propaganda trug Früchte. 14 Leute machten sich auf den Weg, klingelten an den Haustüren und sprachen die Menschen an. Sehr freundlich sei man ihnen gegenübergetreten. Bekannte Allendorferinnen und Allendorfer wie Reinhart Jana, Vorsitzender des VdK-Ortsverbands, die Vorsitzende vom Förderverein Häusliche Pflege, Sigrun Müller-Bockisch, Sabine Volk, Schriftführerin der VGA und der Vorsitzende der VGA, Stephan Schreiber, gingen mit auf Tour, um zu zeigen, dass es sich hierbei um eine seriöse Aktion handelte.

Überaus positiv reagierten die Angesprochenen, hatten keine Zweifel an der Notwendigkeit der Aktion. Nur einmal seien sie nach einem Ausweis gefragt worden, berichteten die Teilnehmenden. Die Teams baten um Lebensmittelspenden aus dem häuslichen Vorrat und um Hygieneartikel. Wer wollte, konnte auch Geld spenden, die Beträge wanderten in eine von der Tafel verplombte Spendenbox.

Mit der Aktion in Allendorf habe man auch eine »Blaupause« für andere Gießener Stadtteile erreichen wollen, sagte Frank Schuchard. Bei der Einmaligkeit soll es auch in Allendorf nicht bleiben, versprach der Stadtverordnete von Gigg/Volt, der die Idee umgesetzt hatte, nachdem im Parlament die Situation der Tafel besprochen worden war.

Klimaanlagen machen Sorgen

»Wir nehmen das, was andere wegwerfen«, erläuterte Claes. Mit den gesammelten Artikeln könnten jetzt die Regale wieder aufgefüllt werden. Der ehrenamtliche Tafel-Mitarbeiter Dieter Kollar und Verwaltungsmitarbeiterin Emel Costa staunten mit ihm über das Ergebnis. Acht Klimaanlagen machen Claes Sorge, denn sie laufen rund um die Uhr und verursachen hohe Stromkosten. Er wisse nicht, wie es im kommenden Jahr weitergehe. Die Allendorfer Aktion sei etwas ungewöhnlich, aber »ganz wichtig für die Tafel«. 2250 gesammelte Artikel und 1223 Euro hatten die Erwartungen der Spendensammler aus dem Kleebachdorf übertroffen.

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