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Voller Ideen und Tatendrang

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Könige und andere Theaterenthusiasten stellten sich den Besuchern bei der Tinko-Jubiläumsfeier vor. Von links: Hanna Weigelt, Aldona Watolla, Anthony Krauskopf, Jana Ibold und Katharina Ixmann begrüßen die Gäste. Fotos: Hahn-Grimm © Hahn-Grimm

Das Gießener Tinko-Kindertheater feierte Jubiläum auf dem »Prototyp«-Gelände: mit vielen Besuchern, einem bunten Programm und einem prominenten Gast.

Gießen (uhg). Strahlender Sonnenschein, Kinder aller Altersgruppen vom Baby bis zum Teenager, die dazugehörenden Eltern und Großeltern, Märchenfiguren hautnah, bunte Luftballons, Geburtstagsglückwünsche, Torten und anderer Leckereien: Anlässlich des 22. jährigen Bestehens des Tinko-Kindertheaters auf dem Gelände des Prototyp in der Georg-Philipp-Gail-Straße wurde ein vielfältiges Programm geboten.

Gewöhnlich feiert man runde Jahrestage, aber Corona ließ das vor zwei Jahren nicht zu. So holte das Organisatorenteam das Fest nun zwei Jahre später nach. Und zahlreiche Besucher kamen, um das Jubiläum mit den Theaterleuten zu feiern.

Zunächst begrüßten die Tinko-Leiterinnen Aldona Watolla und Stephanie Hoy die zahlreichen Besucher im Saal des Prototyp-Geländes. Nach dem durch die Pandemie reduzierten Betrieb seien die vielen ehrenamtlichen Spieler und Helfer des Vereins nun wieder voller Ideen und Tatendrang, kündigten sie an. Einige seien von Anfang an dabei, neue kämen immer wieder dazu. Genannt wurden etwa Barbara und Michael Ibold, die bereits seit Gründung des Tinko-Theaters vor und hinter der Bühne mitmachen. 2007 hätte das Tinko-Theater endlich eigene Räumlichkeiten in der »Kleinen Bühne« in der Bleichstraße bezogen. Über eine so lange Zeitspanne einen regelmäßigen Betrieb aufrechtzuerhalten, sei eine großartige Leistung und bleibe eine ständige Herausforderung.

»Wir freuen uns, dass die Saisoneröffnung im September wieder an alter Spielstätte mit neuer Lüftungsanlage stattfinden kann«, stellte Aldona Watolla fest. Finanziert wurde die neue Anlage durch das Programm »Neustart Kultur«, das vom Bund aufgelegt wurde. Sie betonte: »Wir brauchen euch alle in unseren alten, neuen Räumen in der Bleichstraße.«

Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher gratulierte persönlich. Er wandte sich in seiner Rede besonders an die Kinder, mit denen er über magischen Zahlen aus der Märchenwelt sprach. Zugleich ließ er auch eine kurze Geschichte des Tinko-Theaters Revue passieren und gratulierte den Leiterinnen Aldona Watolla und Stephanie Hoy mit einem Blumenstrauß. Auch der Leiter des Kulturamtes, Stefan Neubacher sowie sein Mitarbeiterin Annette Eidmann (Aldona Watolla: »Die gute Seele des Kindertheaters«) waren zur Feier gekommen.

Prominenter Gast war die bekannte evangelische Theologin Margot Käßmann, die aus einem ihrer Kinderbücher vorlas: »Als Noah die Arche baute«. In ihrem bunt illustrierten Buch stellt sie diese alte biblische Geschichte, die heute aus Klimagründen leider wieder topaktuell ist, in kindgerechter Sprache vor. Die kleine Maus Nescha lauscht gespannt, was da Aufregendes in Haus Noah geschieht. Eine große Flut soll kommen und die Erde überschwemmen. Deswegen erhält Noah von Gott den Auftrag, eine Arche zu bauen und sich und seine Familie in Sicherheit bringen. Die Kinder lauschten dem Vortrag der Theologin gespannt und klatschten begeistert Beifall.

Vor der biblischen Geschichte hatten die Kinder bereits Gelegenheit, die Welt der Märchen neu kennenzulernen. Die Schauspielerinnen und Schauspieler stellten eine Kostprobe aus dem umfangreichen Repertoire des Kindertheaters auf der Bühne vor.

Ein buntes Potpourri aus Grimms Märchen setzte neue Akzente und die jungen Zuschauer hatten jede Menge Spaß. Ob »Rotkäppchen« oder »Dornröschen«, die Kinder bewiesen, dass sie sich in der Märchenwelt erstaunlich gut auskennen. Und als der grüne Frosch mit seiner goldenen Kugel immer wieder auf der Bühne auftauchte, obwohl er noch gar nicht an der Reihe war, kannte das Vergnügen der Kinder keine Grenzen mehr.

Anschließend ging’s ins Freie. Das weitläufige Gelände rund um den Prototyp bot Platz für Stände und Sitzgelegenheiten. Die Besucher ließen sich Würstchen und Waffeln schmecken und nutzten die Gelegenheit, endlich einmal wieder anderen Eltern und Kinder zu treffen. Und die Jüngsten freuten sich über die Tombola sowie das Kinderschminken und ließen bunte Luftballons steigen.

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Die bekannte Theologin Margot Käßmann stellte eines ihrer Kinderbücher vor. © Ursula Hahn-Grimm

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