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Volles Haus vor Vorlesungsstart

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Von: Julian Spannagel

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Die Vorlesungen starten zwar erst in der kommenden Woche, zur offiziellen Erstsemester-Begrüßung war der Wilhelm-Hanle-Hörsaal aber bereits gut gefüllt. Foto: Spannagel © Spannagel

Bei der Erstsemesterbegrüßung an der Justus-Liebig-Universität Gießen informieren sich nach der Pandemie-Pause auch höhere Semester

Gießen . Am kommenden Montag beginnt die Vorlesungszeit des Wintersemesters an der Justus-Liebig-Universität (JLU). Doch schon jetzt herrscht an der Hochschule reger Betrieb, in dieser Woche fand im Physikgebäude im Campusbereich Seltersberg die offizielle Begrüßung der Erstsemester statt. Das JLU-Präsidium, Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher und der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) stellten sich den »Neuen« vor. Nachdem sie den Reden gelauscht hatten, konnten sich die Erstsemester erstmals seit Pandemiebeginn wieder in Präsenz beim »Markt der Möglichkeiten« informieren, welche Möglichkeiten das Studium und die Stadt jenseits von Hörsaal und Bibliothek bieten.

Da der Universitätspräsident nicht vor Ort sein konnte, ergriff Prof. Katharina Lorenz, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, das Mikrofon, um die Studierenden willkommen zu heißen. Drei Ratschläge hatte sie für die Neuankömmlinge mitgebracht: Neugierig sein, sich die Freude am Fach zu bewahren sowie offen zu bleiben. Es sei gut, »links und rechts am Wegesrand zu schauen, was es noch so für Möglichkeiten gibt«, so die Vizepräsidentin.

Studienort-Wahl als Lebensentscheidung

Mit Blick auf ihr eigenes Studium sagte sie, dass sie danach nie wieder so viele unterschiedliche Menschen kennengelernt habe. »Nutzen Sie das! Sprechen Sie mit Menschen«, forderte Lorenz die Studierenden auf. Sie verwies außerdem auf eine stets gegebene Ansprechbarkeit durch die Zentrale Studienberatung. Schließlich sei die Wahl des Studienorts eine Lebensentscheidung. »Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst.«

Oberbürgermeister Becher wünschte den »Erstis«, dass sie »Wissensdurst entfacht und gestillt bekommen«. Ausdrücklich bewarb er zudem den ÖPNV. In Bus und Bahn könne man schließlich nicht nur Musik hören, sondern sich auch auf den Unitag vorbereiten.

Zudem erinnert er daran, sich umzumelden. Während die Studierenden dann wahlberechtigt seien, bedeute dies für die Stadt Einnahmen, um etwa der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt entgegenzuwirken.

»Wir sind die Selbstverwaltung, das Sprachrohr und die Vertretung von Studierenden«, erklärte Jenny Jörges vom Asta. Auch sie hatte politische Themen im Gepäck: So setze sich das Gremium unter anderem für eine Bafög-Reform, frei verfügbare Menstruationsprodukte an der Uni und die Aufdeckung von Diskriminierung ein. Zudem gebe es psychologische Beratung und Rechtsberatung. Auch eine Kneipentour werde angeboten. »Beim Asta-Büro sitzt immer irgendjemand«, sagte Jörges und lud ein, vorbeizukommen.

Vor den Türen des Hörsaals hatte der »Markt der Möglichkeiten« währenddessen schon längst angefangen. Den Rat der Vizepräsidentin konnten die Studierenden dort prompt umsetzen. So zum Beispiel am Stand des Debattierclubs, der sich dienstagabends trifft. »Bei uns können die Studierenden argumentieren lernen«, erklärte Irina Amin. Mittels gezogener Zettel gab es einen Vorgeschmack: Pro und Kontra beziehen zur Verbreitung von Musikstreamingdiensten.

Auf dem Tisch der Initiative »Verkehrswende« hingegen lagen Flyer, die über eine ökologische Umgestaltung des Stadtverkehrs informieren. Auch über hochschulinterne Möglichkeiten zur politischen Beteiligung konnte man sich bei den verschiedenen Listen informieren.

Tipps für hohe Energierechnungen

Auffällig war, dass sich in der Menge auch einige Studierende aus höheren Semestern fanden. Während der Pandemie hatten sie keine Möglichkeit, sich in Präsenz über die Möglichkeiten an ihrer Universität zu informieren. Die Meisten waren jedoch klassische »Erstis«. So etwa Klara Würtz, die gerade in ihre erste WG gezogen ist und den Kombinations-Studiengang Geschichts- und Kulturwissenschaften hauptsächlich aufgrund des Fachs Kunstgeschichte ausgewählt hat. »Ich erhoffe mir mehr Wissen und mehr Leute kennenzulernen«, sagte die 18-Jährige.

Sie hatte sich am Stand der Verbraucherzentrale Hessen umgeschaut, die sich angesichts der Energiekrise für das Verbot von Sperrungen der Energieversorgung einsetzt. Nicole Hensel von der Verbraucherzentrale riet, »sich bei uns Hilfe zu suchen, wenn man eine Rechnung hat, die man nicht zahlen kann.« Insbesondere in WGs könne es zu Schwierigkeiten kommen, wenn zu geringe Abschläge gezahlt wurden und eine neue Generation von Mitbewohnern auf einmal eine hohe Rechnung begleichen soll.

Melina Kalbus ist für ihr Studium von Nordrhein-Westfalen nach Gießen gezogen und freut sich darauf, die neue Stadt und das Umland zu entdecken: »Ich habe gehört, es gibt eine Trampolinhalle.« Klettern und die Gießener Bars will sie ebenfalls ausprobieren. Für die Sport-Fans unter den Studierenden war passend dazu auch der Allgemeine Hochschulsport vertreten. Das Deutsche Rote Kreuz informierte darüber, dass man auch neben dem Studium als Rettungsschwimmer aktiv sein kann.

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Nicole Hensel und Susanne Pertermann informierten am Stand der Gießener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale. Klara Würtz und Melina Kalbus machten von dem Angebot gerne Gebrauch. Foto: Spannagel © Spannagel

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