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Vom Allgemeinen ins Konkrete

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Gießen (bj). Die Stadt Gießen entwickelte vor zehn Jahren ein schriftlich fixiertes kulturelles Leitbild - das anschließend wieder in den Schubladen der Verwaltung verschwand und weitgehend in Vergessenheit geriet. Nun wollen die (neuen) Verantwortlichen einen neuen Anlauf wagen. Daher lädt das Kulturamt alle Gießener Kulturschaffenden am morgigen Freitagabend in das ZiBB ein, um dem Thema gemeinsam neues Leben einzuhauchen.

»Die Kultur ist eine zentrale Aufgabe bei der Gestaltung eines Gemeinwesens«, betont Oberbürgermeister und Kulturdezernent Frank-Tilo Becher im Pressegespräch. Das sei zuletzt während der Corona-Pandemie wieder überdeutlich geworden. Daher soll die vor zehn Jahren fertig ausgearbeitete Vorlage nun als Grundlage dienen, um mit den Akteuren der Kulturszene ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Wünsche und Anliegen auszuloten. Dabei gehe es natürlich um finanzielle Fördermittel und nutzbare Räumlichkeiten, aber auch um andere Themen, mit denen die Stadt für die Förderung des Kulturlebens sorgen könne.

Manches hilft, ohne viel zu kosten

Manches könne auch helfen, ohne viel zu kosten, erklärt Kulturamtsleiter Dr. Stefan Neubacher. Dazu zähle etwa die verbesserte Kommunikation untereinander oder ein gemeinsamer Veranstaltungskalender. Neubacher selbst, seit knapp fünf Jahren im Amt, hat mit diesem Thema bereits einige Erfahrung gesammelt. Als freischaffender Kulturberater hat er für das badische Lörrach ein solches kulturelles Leitbild entworfen, ebenso als Kulturdezernent des brandenburgischen Eberswalde.

Beim Kulturforum am morgigen Freitag werden den Teilnehmern nun fünf Themenbereiche angeboten, die sie weiter vertiefen können. Zentral gehe es dabei um drei Fragen: Was haben wir? Was fehlt noch? Was brauchen wir? Aus den Antworten werde dann eine To-do-Liste für die Verwaltung entstehen, blickt Neubacher nach vorne.

Der Zeitplan für das weitere Vorgehen wurde dabei bereits festgezurrt. Bis März kommenden Jahres soll das gesammelte Material vom Kulturamt bewertet, einem Ressourcencheck unterworfen und priorisiert werden. Im April soll dann bei einem weiteren Kulturforum mit den Beteiligten über die Ergebnisse beraten werden. Im Mai sollen sie dann in eine Form gegossen werden, die der Stadtverordnetenversammlung dann zum Beschluss vorgelegt wird, skizziert OB Becher den weiteren Zeitplan.

Das vorliegende, vor zehn Jahren erarbeitete Dokument »hat eine ziemliche Flughöhe«, erklärt Kulturamtsleiter Neubacher. Nun gehe es darum, gemeinsam aus dem Allgemeinen das Konkrete zu entwickeln. »Ich freue mich drauf.«

Wer am Kulturforum am morgigen Freitag im ZiBB teilnehmen will, sollte sich bis zum heutigen Donnerstagabend per E-Mail beim Kulturamt des Rathauses anmelden: kulturamt@giessen.de.

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