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Von der Raupe zum Schmetterling

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Spielerisches Lernen in der Vorschulklasse »Die Raupen«. © Lebenshilfe

Ein neues Vorschulangebot der Sophie-Scholl-Schule Gießen ist erfolgreich gestartet: 13 Kinder besuchen die Vorschulklasse im Ganztagsbetrieb. Freie Plätze gibt es wieder ab September.

Gießen (cnf). Seit Sommer 2021 bietet die Sophie-Scholl-Schule der Lebenshilfe Gießen eine Vorschulklasse im Ganztagsbetrieb an. Diese wird aktuell von 13 Kindern besucht. »Wir wollen den Start in die Grundschule leicht machen«, sagt Klassenlehrerin Anke Berghöfer und erläutert: »Dabei richtet sich unser neues Vorschulangebot vorwiegend an Kinder, die schulfähig, aber noch nicht schulpflichtig sind.« Im Vordergrund steht das spielerische Lernen ohne Druck. Während im ersten Halbjahr der Raupen-Klasse noch der spielerische Zugang zu Schulbetrieb und Lerninhalten überwog, nehmen die Lernphasen im zweiten Halbjahr zu. Unterrichtet werden alle Fächer, die auch ab der 1. Klasse auf dem Lehrplan stehen.

Familien wählen das Vorschulkonzept bewusst, um schon vor dem offiziellen Schulstart ein strukturiertes Lernangebot zu nutzen. Ein Besuch bei den »Raupen« zeigt, wie ernst die Fünf- bis Sechsjährigen ihren Vorschulbesuch nehmen. Nachdem im Sitzkreis Mathe- und Deutsch-Spiele vorgestellt wurden, können sich die Kinder aussuchen, mit welchem Fach sie starten möchten. Hoch im Kurs stehen die Lese-Lern-Hefte: »Ich möchte im Küken-Heft weiterarbeiten«, ruft Freya und schaut dabei ihre Zwillingsschwester Greta und ihre neue Freundin Nele an, die sie hier kennengelernt hat. Die Kinder stürmen los, um ihre Hefte herauszuholen und mit der Arbeit zu beginnen.

Der Blick in den Stundenplan der Vorschulklasse zeigt - locker gemischt mit Spielzeit, Pausen und gemeinsamen Mahlzeiten - die Fächer Mathe, Deutsch, Englisch, Kunst, Musik, Sport, Sachkunde und Psychomotorik. Neben dem Kennenlernen aller Fächer und dem Üben von Lesen, Schreiben und Rechnen steht das soziale Lernen im Vordergrund: »Wir können hier ganz tolle Entwicklungen beobachten. Manche Kinder waren beim Start sehr schüchtern und konnten ihre Bedürfnisse nicht äußern. Das hat sich schon nach einem halben Jahr grundlegend gewandelt«, erzählt Berghöfer. Dem Klassenteam sei es sehr wichtig, dass die Kinder lernen, ihre Gefühle zu benennen und aufmerksam mit ihrem Gegenüber umzugehen.

Stefanie Häuser, Fachlehrerin für Deutsch, Sachkunde und Kunst, beschreibt den Ansatz des Konzeptes so: »Mit der Vorschulklasse schließen wir die Lücke zwischen Kita und Schule. In diesem Zwischenjahr bleibt genug Zeit, um gerade auch unausgelastete Kinder an die Ansprüche der Schule heranzuführen. Unser Vorteil: Nichts muss schnell gehen, darf es aber.« Damit spielt Häuser darauf an, dass die Vorschule einen fließenden Wechsel in die 1. und 2. Klasse ermöglicht, da die Sophie-Scholl-Schule jahrgangsübergreifend arbeitet. Besonders begabte Vorschüler*innen, die beim Start in die 1. Klasse schon lesen, schreiben und rechnen können, haben auch die Möglichkeit, sich an den Zweitklässlern zu orientieren - und können auch in die 2. Klasse wechseln.

Das gesamte Klassenteam, bestehend aus einer Klassenlehrerin, einer Erzieherin und einem/r FSJler*in schätzt den flexiblen Umgang mit der Lerngruppe. Zeit, um auf die Kinder mit ihren individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen einzugehen, ist die Ressource für einen erfolgreichen und glücklichen Start in die Grundschule. Für den zweiten Durchlauf ab September 2022 sind noch wenige Plätze frei. Aktuell wird ein Schulgeld in Höhe von 400 Euro monatlich zzgl. 65 Euro Verpflegungsgeld erhoben.

Hintergrund

Die Sophie-Scholl-Schulen gemeinnützige GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Lebenshilfe Gießen und der Lebenshilfe Wetterau. Sie ist Trägerin von drei inklusiven Ganztagsschulen in Gießen und in Bad Nauheim. Weitere Informationen erteilt das Sekretariat unter Rufnummer 0641/ 94430-0 oder Anke Berghöfer via E-Mail (a.berghoefer@g1.sophie-scholl.schule).

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